Verkehrsregelung macht Anwohnern zu schaffen

Seit Öffnung des Kreisels: Chaos in der Marienstraße

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Momentaufnahme: Dieser schwarze Mercedes wollte von der Marienstraße aus Richtung Kapuzinerkreisel einfahren. Im letzten Moment erkennt der Fahrer, dass er gegen eine Einbahnstraße fährt. Er wendet mühsam, versperrt dabei den Rad- und Fußweg und auch den korrekt vom Kreisel einfahrenden Autos die Weiterfahrt. Solche Szenen spielen sich mehrfach täglich ab.

Dieburg - „Die Verkehrssituation ist seit Öffnung des Kreisels eine Katastrophe. “ Das sagen Anwohner des nördlichen Teils der Marienstraße. 24 von ihnen haben jetzt eine Petition unterschrieben, in der sie der Stadt ihre Probleme schildern. Von Lisa Hager 

Sie machen sich auch Sorgen um die Schulkinder der Marienschule. Denn: Autofahrer sorgen mit waghalsigen Wendemanövern nicht nur für Chaos, viele sind auch viel zu schnell unterwegs. „So kann es hier nicht mehr weitergehen“, sagt Karin Herkert in der Marienstraße 3, Vertreterin der Anwohner. 24 Namen stehen auf der Unterschriftenliste, die der Stadt vorliegt. Das Ordnungsamt hat sich bereits gekümmert und eine Messtafel in Höhe des Marienschuleingangs aufgestellt.

„Die steht meiner Ansicht nach aber an der falschen Stelle“, sagt Herkert. Nachts werde sie nach wie vor von Autos geweckt, die mit hohem Tempo durchrauschten. Bis die Tafel die gefahrenen Stundenkilometer anzeige, sei das Auto schon auf Höhe der Rochusstraße. „Und hier gilt Rechts vor Links, also sind die Autos eh schon langsamer“, meint Herkert.

Eigentlich sind die beiden Sackgassenschilder am Eingang zur Marienstraße in Höhe der Wallfahrtskirche nicht zu übersehen. Trotzdem versuchen viele Autofahrer, verkehrswidrig Richtung Marienkreisel und Bahntunnel nach Norden zu gelangen.

Das Hauptproblem in der Marienstraße nach der Kreiselöffnung aber die Missachtung des Sackgassenhinweises, der schon an der Wallfahrtskirche – beiseitig – angebracht ist. An der Kurve vor der Marienschule steht noch einmal der Hinweis, dass es keine Wendemöglichkeit gibt. Das aber scheint alles nicht zu wirken: Nach wie vor nutzen Autofahrer diese „Schnellverbindung“ Richtung Kreisel und anschließendem Tunnel, obwohl die Ausfahrt in dieser Richtung verboten ist. Die Sperrung der Spieß-Kreuzung hat die Situation natürlich noch verschärft: Vielfach suchen Autofahrer nach „Schlüpflöchern“.

Ortsunkundige, die beispielsweise das Finanzamt besuchen, sind oft überrascht, dass sie an der Einmündung ins Minnefeld plötzlich vor einem Sackgassenschild stehen. In der stets zugeparkten engen Straße versuchen sie dann mühsam zu wenden, benutzen dafür auch den Rad- und Fußweg. „Es wurden schon einige geparkte Autos demoliert“, weiß Herkert. Das Ordnungsamt habe zwar schon öfter kontrolliert und Verwarnungen erteilt, nach Ansicht der Anwohner aber nicht oft genug. „Die Situation hat sich leider nicht verbessert“, so Herkert.

„Die Stadt wollte das anders“, sagt Bürgermeister Dr. Werner Thomas zum Thema auf Anfrage des DA. Aber das Minnefeld sei nun mal Teil der Landesstraße 3094 (Nebenstrecke), unterliege daher der Planung durch Hessen Mobil und der Verkehrsbehörde des Landkreises. Man müsse das Ganze aber auf jeden Fall sicherer machen, so Thomas. Nach Abschluss der Baustelle in der Frankfurter Straße könne man versuchen, die Regelung zu korrigieren.

In Kürze jedenfalls soll es mit dem Bauamt eine Ortsbegehung zur Verkehrslage geben, bei der die Anwohner ihre Probleme mit dem Verkehrschaos schildern können. „Wir hoffen, dass uns dann eine Lösung unterbreitet werden kann. So kann es auf keinen Fall bleiben“, sagen sie. Sie selbst haben auch schon einige Ideen: Ein Schild „Anwohner frei“ unter dem Sackgassenschild, sowohl bei der Einfahrt in die Marienschule und erst recht bei der Kurve zur Marienschule/Finanzamt, würde vielleicht funktionieren.

Die Autofahrer, die von der Wallfahrtskirche aus zum Finanzamt, Steuerbüro, zu Ärzten oder zur Marienschule will, sollen selbstverständlich weiterhin in die Marienstraße fahren können. „Aber sie sollen sie auf dem Weg auch wieder verlassen wie sie in die Straße eingefahren sind“, so die Anwohner. Sie selbst könnten ja auch nicht einfach gegen die Einbahnstraße über den Kreisel Richtung Industriegebiet fahren, obwohl es nur ein paar Meter wären, sondern müssten ebenfalls Umwege in Kauf nehmen.

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