CDU stellt Wahlprogramm unter das Motto „Wir für Sie in Dieburg“

Christdemokraten setzen auf starke Bürgerbeteiligung

Dieburg - Die CDU Dieburg geht vor dieser Kommunalwahl neue Wege: Nicht nur, dass die 160 Mitglieder des Stadtverbandes das Wahlprogramm vor der Abstimmung zu Gesicht bekamen mit der Bitte, ihre Anregungen einzubringen, es wurde auch im Rahmen einer Art Mitgliederversammlung öffentlich vorgestellt. Von Lisa Hager

Zudem bekamen die rund 50 Besucher des Wahlkampfauftakt-Abends der Dieburger Christdemokraten am Mittwoch im Pater-Delp-Haus auch erstmals die offiziellen Fotos der 37 Kandidaten der CDU-Liste zu Gesicht. Wenn es aufgrund des anfänglichen Mikrofon-Ausfalls mit „Pleiten, Pech und Pannen“ begann, wie Stadtverbands-, Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat Renée Exner schlagfertig kommentierte, konnten am Ende Dieburgs Christdemokraten mit der Aufstellung Richtung Kommunalwahl zufrieden sein. Die CDU hat sich deutlich „entstaubt“, wie man bei der Vorstellung der Bewerber, die der selbst erst 34-jährige Stadtverordnete Frederik Schikora (Platz 8) übernahm, sehen und hören konnte. Auf Listenplatz 3 bewirbt sich die Vorsitzende der Jungen Union Dieburg, die 22-jährige Studentin Friederike Wick. Auf Platz 17 folgt der Jüngste im Bunde: der 19-jährige Student Johann Maack. Der 20-jährige Student Matthias Hagn (Platz 20) und der 21-jährige Azubi Ruben Danz (Platz 25) sowie der 26-jährige Finanzwirt und stellvertretende JU-Vorsitzende David Fritz (Platz 10) treiben den Altersdurchschnitt weiter nach unten. Somit tritt die CDU mit der jüngsten aller eingereichten Listen an.

Stolz sein auf Dieburg

Nicht mehr mit dabei ist der altgediente Stadtverordnete und Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses Ronald Gabele. Und das noch relativ neue CDU-Mitglied Dr. Werner Thomas findet sich auch nicht auf der Liste. Er tritt aber zusammen mit Boris Freund, Marc Hiltrop, Wolfgang Schupp, Friederike Wick und Iris Landgraf-Sator als Bewerber um einen Sitz im Kreistag an. Dass man schon jetzt stolz auf Dieburg sein könne, der Stadt mit der mit 212 Euro geringsten Pro-Kopf-Verschulung im Landkreis, zog sich als roter Faden durch die Rede Exners, der dann das Programm vorstellte.

Den Kreisrekord bei den Betreuungsplätzen für unter Dreijährige hält Dieburg mit 63 Prozent ebenfalls, vermerkte er. Und Dieburg hat die meisten Unternehmer pro Einwohner: 54 auf 1000 Bürger. „Damit all das Schöne und Gute auch in Zukunft erhalten bleibt und wir uns mit unserer Heimatstadt noch stärker entwickeln und positionieren können, dafür werden wir von der CDU einstehen“, sagte er. Dazu gehöre eine verantwortungsvolle, nachhaltige und generationengerechte Finanzpolitik. Man wolle weiterhin die Schuldenlast reduzieren, aber dabei die Einführung einer Straßenbeitragssatzung verhindern. „Andere versprechen das einfach“, verwies er auf bereits veröffentlichte Wahlprogramme anderer Parteien. „Das ist aber nicht seriös“, ergänzte er, „denn bei einem defizitären Haushalt bekommen wir sie einfach aufs Auge gedrückt.“ Die CDU werde aber alles dafür tun, dass man sie nicht einführen müsse. Zudem wolle man noch stärker auf kostenreduzierende Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden setzen. Mit Groß-Zimmern geschehe das ja bereits in der Bädergemeinschaft sehr erfolgreich.

Jugendarbeit der Vereine fördern

Großen Wert legt die CDU auf die Förderung der Vereine mit ihrer wichtigen Jugendarbeit. Bei der Integration der in Dieburg lebenden Flüchtlinge setze man sehr auf deren Unterstützung und werde das auch finanziell fördern. Im Fokus bleibt auch das neue Sportzentrum im Süden der Stadt, dafür seien im Haushalt 2016 erstmals drei Millionen Euro bereitgestellt. Zur Sicherheit werde man aber den alten Sportplatz am Schlossgarten funktionstüchtig erhalten. Die CDU will weitere wohnortnahe Verdienstmöglichkeiten durch Gewerbeansiedlungen schaffen. „Das zieht auch Neubürger an“, so Exner. Dabei müssten immer die Auswirkungen auf das bestehende Gewerbe im Auge behalten werden.

„Dieburg ist eine lebendige Stadt“, so der Spitzenkandidat. „Allerdings ist dabei wichtig, die Verkehrsbelastung auf ein vertretbares Maß zu begrenzen und stark frequentierte Bereiche zu entlasten.“ Bus- und Bahnverbindungen müssten ausgebaut, neuer Parkraum geschaffen werden – auch durch den Ankauf von Grundstücken. „Leider ist uns dafür ja das Ludwigshallengelände verloren gegangen, da sind wir überstimmt worden“, so Exner. Zumindest habe man erreicht, dass die Tiefgarage abends öffentlich genutzt werden könne. „Wir wollen den Bau von Entlastungsstraßen vorantreiben“, heißt es weiter im Programm. Die Anwohner der Aubergenviller Allee, der Berliner Straße beispielsweise seien stark betroffen. Der Dieburger Westen müsse außerdem an den ÖPNV angeschlossen werden.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Dieburg müsse zudem als Mittelzentrum weiter gestärkt werden, darin sei man schon auf einem guten Weg. Die kürzlich vollendete Sanierung des Kreishauses sei ein Beispiel dafür. Die CDU will die Stadt mit „Leuchtturmfunktion“ als starkes Zentrum für Aus- und Weiterbildung ausbauen. „Der Campus muss aber noch stärker ins städtische Leben integriert werden“, so Exner. Mit einer bürgernahen Verwaltung will man den Dieburgern auch mehr Mitspracherechte einräumen – Bürgerbeteiligung ist eines der großen Themen im Wahlprogramm der Christdemokraten. „Wir wollen die Dieburger vor allem bei großen Projekten noch mehr informieren und mitnehmen“, spielte er auf die Fiege-Erfahrung an. Auch bei der Frage, wie das Freibad künftig aussehen, wie es saniert werden soll, seien die Bürger gefragt.

„Und wir von der CDU wollen auch, dass sich die Bürger in dieser Stadt sicher fühlen - auch in Zukunft“, ging der Stadtverbandsvorsitzende auf ein weiteres Thema ein. Man unterstütze das herausragende Engagement der Freiwilligen Feuerwehr, Auch der freiwillige Polizeidienst soll erhalten werden, „Wir setzen uns auch für eine sichere Unterstützung von Flüchtlingen ohne Notunterkünfte, ohne Zelte ein und wollen sie aktiv bei der Integration unterstützen“, hieß es weiter. Insgesamt will die CDU die Anerkennungskultur für Ehrenamtliche in allen Bereichen fördern und ausbauen.

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