Geschenk der Bundeskanzlerin für CDU-Gründungsmitglied Johannes Steinmetz

Ein Päckchen von Angela

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Der 90-jährige Johannes Steinmetz (links vorne) gehört zu den Gründungsmitgliedern der CDU Dieburg. Im Festsaal von Schloss Fechenbach feierte man am Samstag das 70-jährige Bestehen des Stadtverbandes.

Dieburg - Ein Päckchen, direkt von der Kanzlerin aus Berlin - das bekommen in der Regel nur wenige. Der Dieburger Johannes Steinmetz ist einer von ihnen. Vor 70 Jahren trat der 90-Jährige nicht nur in die CDU Dieburg ein, sondern gehörte auch zu ihren Gründungsmitgliedern. Von Michael Just 

Am Samstagnachmittag bei der akademischen Geburtstagsfeier der Dieburger Christdemokraten zu ihrem großen Jubiläum im Festsaal des Schloss Fechenbach, wurde Steinmetz von der CDU-Bundestagsabgeordneten Patricia Lips sowie Thorsten Winkler, Vorsitzender des Stadtverbandes, geehrt. Die Festrede auf 70 Jahre Christdemokratie hielt Thomas Metz, Staatssekretär im hessischen Justizministerium. Ein weiteres Grußwort formulierte Manfred Pentz, Generalsekretär der CDU Hessen. Landrat Klaus Peter Schellhaas überbrachte ein kleines Bäumchen zum Jubiläum.

Fast alle Redner der CDU beriefen sich auf das „C“ im Parteinamen. „Die Würde des Menschen und dessen Freiheit ist etwas Christliches“, sagte Metz, der auch ein Blick in die Zukunft warf. Die wichtigsten Herausforderungen umriss er mit den Stichworten Flüchtlinge, wirtschaftliche Dynamik der Bundesrepublik, demographischer Wandel und Zukunft Europas, die aus jetziger Sicht zur Schicksalsfrage deutscher Politik werde könne.

CDU hat Stadt entscheidend geprägt

Winkler erinnerte daran, dass die CDU die Stadt entscheidend geprägt habe. Davon zeugten Bürgermeisternamen wie Steinmetz, Schmitt, Aelken, Christ oder nun Thomas. Auch zehn Parteivorsitzende und sieben Fraktionsführer gehörten in 70 Jahren dazu. Winklers Dank ging an alle Engagierten. Dazu warf er die Frage auf, wer aufgrund des Mitgliederschwunds in allen Parteien künftig jene Arbeitslast trägen werde. Denen, die Politiker pauschal kritisieren, legte er nahe, sich eine Partei zu suchen und sich zu engagieren: „Statt zu meckern wäre es besser, Verantwortung zu übernehmen.“

Das tat in der Vergangenheit auch Johannes Steinmetz: 20 Jahre saß er im Parlament und in den Ausschüssen. „Mir war stets wichtig, die Sache mit Vernunft und aus christlicher Sicht anzugehen“, sagt er. Wert legt er darauf, dass seine Familie 20 Jahre lang auch den Küsterdienst in der Wallfahrtskirche inne hatte.

Am 1. November 1945 war Steinmetz mit gerademal 114 Pfund Gewicht aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. Kurz vor Weihnachten half der 21-Jährige mit, die CDU Dieburg zu gründen. Sein einwandfreier Leumund und keine NS-Vergangenheit machten das bei den amerikanischen Besatzern möglich. Die Gründungsversammlung fand am 20. Dezember 1945 im Café Mayer statt. Wie Steinmetz kurz am Mikrofon sagte, wurden 29 Anwesende verzeichnet. „27 sind sofort Mitglied geworden, zwei verschafften sich bei ihren Frauen erst noch Gewissheit, dass sie das dürfen“, so der 90-Jährige rückblickend mit Humor. Kurze Zeit später seien aber auch sie Mitglieder geworden.

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