Dieburger Damengarde feiert langjähriges Bestehen

40 Jahre sportliche Narretei

Die Damengarde bei einem Auftritt im Jahr 1987 – damals noch in er mittlerweile abgerissenen Ludwigshall’.(c)Repro: Dörr

Dieburg - Am ersten Juni- Wochenende feiert die Dieburger Prinzengarde ihr 66-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Fest. Auch die Damengarde kann auf viele Jahre voll sportlichem Einsatz zurückblicken. Von Jens Dörr

Das Fest soll zwischen dem Leer-Parkplatz und jener Durchfahrt neben der Metzgerei Schilling, an der einst das legendäre „Café Mayer“ stand, gefeiert werden. Über die Dieburger Kultlocation, die zum Jubiläum noch einmal aufleben soll, berichtete unsere Zeitung kürzlich auch in einem gesonderten Artikel. Erwähnung fanden dort auch die Schließung und der Abriss des Cafés im Jahr 1985. Eine der letzten Feten war in diesem Jahr der Damengarde der „Priga“ vorbehalten: Sie feierte dort ihr elfjähriges Bestehen. Mittlerweile gibt es auch sie schon mehr als vier Jahrzehnte – ein Grund, sich im Vorfeld der baldigen Festivitäten ihre Entstehung und Entwicklung noch einmal näher in Erinnerung zu rufen.

1974 war das erste „vollständige“ Jahr inklusive Fastnachtskampagne der Damengarde, die die Dieburgerin Birgit Enders (geborene Schaub) gründete. Exakt müsse man eigentlich den Sommer 1973 als Ursprung angeben, meint sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Spätestens dann, wenn das 44-jährige Bestehen der Damengarde gefeiert werden soll - wahlweise also 2017 oder 2018 – dürfte man sich mit dieser Frage noch einmal auseinandersetzen. Viel wichtiger aber ist, dass die holde Weiblichkeit der Garde seit mehr als vier Jahrzehnten nicht nur durch große Kameradschaft in den eigenen Reihen ein Vorbild liefert, sondern über die Tanzauftritte auf den Sitzungen des Karnevalvereins sportliche Akzente setzt.

Ab der Gründung sollte sich über die Zeit hinweg viel tun rund um die Tanzmariechen, wozu Enders einen immensen Beitrag leistete. Acht Jahre fungierte sie als Kommandeuse und führte den Gardetanz ein, der bis heute als Abschluss der Sitzungen nicht mehr wegzudenken ist. Auch neue, einheitliche Uniformen gab es. Vor allem aber: Neben dem Tupuka-Ballett und nach den beiden Tanzmariechen, die schon vor 1974 mit den Tanzgardisten aufgetreten waren (zuletzt neben Birgit Enders auch Birgit Buchberger), gab es ein weiteres Äla-sportliches Angebot. 18 aktive Tanzmariechen und drei Marketenderinnen stellten die Formation. Wer aus welchen Gründen auch immer nicht mehr aktiv sein konnte, blieb einfach passives Mitglied.

Da die Damengarde über die Jahre entsprechend anwuchs, erstellte man 1981 eine außerordentliche Satzung, die eine gewisse Eigenständigkeit brachte. Geregelt wurde in dieser Phase auch, dads Gardistinnen ab 25 Jahren damals nur noch passiv dabei sein sollten, weil ein Mangel an Tanzuniformen bestand. Zu den wichtigen Entwicklungen gehörte auch eine eigene Kasse, aus der man Ausflüge bezahlte. Eine wichtige Geldquelle war ein selbstgebasteltes „Männchen“, das aus blauen und weißen Holzperlen bestand. Hatte man dieses bei einem Zusammentreffen vergessen, kostete das eine Deutsche Mark. Das Männchen fungierte zugleich als Auszeichnung für besondere Gönner der Damengarde. Die „Männchenträger“ waren als Anerkennung für ihre Unterstützung auch bei der Elf-Jahres-Feier 1985 im „Café Mayer“ eingeladen gewesen.

Noch davor, 1982, übernahm Charlotte Riebisch das Kommando. Um der vielen Mädels Herr zu werden, gründete die Damengarde einen eigenen Vorstand. Er bestand aus Kommandeuse, Adjutantin (zu dieser Zeit Bernadette Pfeil), Rechnerin und zwei Beisitzern. In der Zeit, als Kern das Kommando hatte, begleitete sie Lucia Ottenritter, die auch den Tanz einstudierte, als Adjutantin. Am Ende von Kerns Kommandeusen-Zeit 1992 gab es auf Drängen der Männergarde eine Veränderung – die Eigenständigkeit der Damengarde wurde aufgelöst. Die Integration blieb derweil vor allem eine formale Änderung, den eigenen Kopf und die eigenen Ideen verloren die aktiven Fastnachterinnen der Garde dadurch nicht. Weiterhin gab es eine Kommandeuse und eine Adjutantin als Ansprechpartnerin im Vorstand der Prinzengarde. „Damengardeausschuss“ lautete damals der neue Name. Kommandeuse war zu dieser Zeit Beate May, ihre Adjutantin Tanja Dlouhy, für den Gardetanz zuständig war Jeanette Neumann.

Bilder: So feiern die Dieburger Narren auch ohne Umzug

1997 übernahm dann Tanja Dlouhy das Amt der Kommandeuse und Birgit Lorenz wurde Adjutantin. Den Gardetanz studierte Carina Winter ein, später dann Andrea Schmidt und Nicole Schmitt. Vor einigen Jahren wurde dann auch der Damengardeausschuss in der alten Form aufgelöst, es entstand die Tanzgarde des KVD, die zuerst von Simone Herrmann, dann von Ina Schumann repräsentiert wurde. Anschließend hießen die Repräsentantinnen Laura Hitzel und Katharina Albert. Danach fungierte Melanie Eisentraud als Trainerin, die regelrechte akrobatische Noten in den Gardetanz einbrachte. Anschließend coachten in der Kampagne 2011/12 Katharina Dück und Tina Hamacher die Tanzgarde der „Priga“, im Jahr darauf stand Norma-Jean Naumann Dück zur Seite. Bis 2015 trainierte Naumann die Formation solo weiter, vor einem Jahr übernahmen Kaja Euler und Franziska Franz. Der Tanz der vergangenen Kampagne trug erstmals ihre Handschrift – und das Casting für die Tänzerinnen (und männlichen Tänzer, die man mittlerweile wieder vereinzelt gewinnen konnte) des nächsten Jahres hat inzwischen wieder stattgefunden.

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