Von St. Martin zu St. Josef

Ehepaar Christiane und Holger Bubach wechselt Kita

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Zum Abschied gab es für die beliebte Kita-Leiterin Christiane Bubach jede Menge Röschen von den Kindern.

Dieburg - Nach 29 Jahren verlässt Christiane Bubach die katholische Kita St. Martin. Mit ihr geht auch ihr Mann Holger. Von Stefan Scharkopf

Dass Männer als Erzieher in Kindergärten arbeiten, ist alles andere als alltäglich. Dass ein Ehepaar in der selben Einrichtung als Erzieher tätig und die Frau auch die Leiterin ist, hat gar Seltenheitswert. So war es bis vor Kurzem in der katholischen Kita St. Martin. Christiane Bubach arbeitete 29 Jahre in der Einrichtung, davon etwa zwei Drittel als Leiterin. Ihr Mann Holger begann vor etwa siebeneinhalb Jahren und war die letzten zweieinhalb Stellvertreter seiner Frau, auch wenn es den Posten im üblichen Sinne so nicht gibt. „Ich würde es als konstruktive Erziehungspartnerschaft bezeichnen“, beschrieb Holger Bubach die Zusammenarbeit des Paares am Arbeitsplatz. Zwar sei die Kita natürlich auch ein Thema zuhause, doch könnten beide freilich auch abschalten. Er hat sich dem Karate-Sport verschrieben, sie ist aktives Mitglied in mehreren Vereinen.

Doch jetzt ist Schluss an der Pater-Delp-Straße. Das Ehepaar, das selber keine Kinder hat, hat die Einrichtung verlassen und wechselt in die Kita St. Josef. Dort wird Christiane Bubach aber keine Leiterin mehr sein. „Ich möchte einfach wieder in meinem erlernten Beruf als Erzieherin arbeiten, ohne mich um Verwaltungsaufgaben kümmern zu müssen“, sagt sie. Dem Träger der Einrichtung bleibt sie treu; auch St. Josef ist eine katholische Einrichtung.

Bei der Verabschiedung in der Kita unterstrichen die Kolleginnen und der Vorsitzende des Elternbeirats, Frank Haus, die Leistungen und die Einsatzbereitschaft von Christiane Bubach. „Du hast deine Urlaubspläne über den Haufen geworfen, um den Betrieb am Laufen zu halten, als hier neu gebaut wurde und es Schwierigkeiten gab“, sagte Haus, „und du hast immer unbändige Freude bei der Betreuung der Kinder gehabt.“ Das habe man den Kleinen angemerkt. Ihr Mann Holger sei ihr Rückhalt gewesen.

Vor etwa zwei Jahren wurde der alte Kindergarten durch einen Neubau ersetzt und vergrößert. Der alte Bau aus den sechziger Jahren entsprach nicht mehr den heutigen Standards. Die Bauphase war eine stressige Zeit für Christiane Bubach, wie sie bekannte und habe bei ihr auch Spuren hinterlassen. „Die Kommunikation mit den Beteiligten war schwierig“, wie sie im Gespräch meinte; näher darauf eingehen wollte sie aber nicht.

Wie hat sie ihre Zeit in St. Martin erlebt, was ist anders geworden über all´ die Jahre? „Die Familiensituation hat sich drastisch verändert“, sagt Christiane Bubach, „wir brauchen mehr Erzieher als früher. Die Verhaltensauffälligkeiten haben zugenommen, auch für Eltern ist die Erziehung des Nachwuchses nicht mehr so einfach, vor allem dann, wenn beide arbeiten müssen.“ Es gebe auch mehr Sprachauffälligkeiten und motorische Defizite bei den Kleinen.

„Für einige Eltern ist es schwerer geworden, Verantwortung zu übernehmen und Grenzen zu setzen“, ergänzt Holger Bubach, „Kinder müssen auch mal ein liebevolles Nein hören.“

Dennoch ist für Christiane Bubach klar: „Es gab natürlich Höhen und Tiefen in all´ den Jahren, doch es war eine schöne und gute Zeit.“ Nach einer Phase in der Reha wird die 52-Jährige gegen Ende des Jahres ihren neuen Posten bei St. Josef antreten.

Die Kita St. Martin bietet Platz für fünf Gruppen, darunter zwei für je zehn Krippenkinder. Bis eine neue Leiterin gefunden ist, hat Daniela Tischbiereck die kommissarische Leitung.

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