Stadtbibliothek im ehemaligen Schlecker-Markt eröffnet

Schöner, größer, aber auch teurer

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Vor rund 150 Gästen eröffnete Bürgermeister Dr. Werner Thomas (links) offiziell die neue Dieburger Stadtbibliothek.

Dieburg - Vor rund 150 Besuchern hat Bürgermeister Werner Thomas am Samstagvormittag offiziell die neue Dieburger Stadtbibliothek in der Innenstadt eröffnet. Von Jens Dörr

Im ehemaligen Schlecker-Markt sprachen zur Eröffnung auch Büchereileiterin Annette Rüth, Harald Schöning (CDU, für die Stadtverordneten) und Alexander Budjan (Leiter der Hessischen Fachstelle für öffentliche Bibliotheken) zu den Gästen. Thomas verkündete eine weitere frohe Botschaft: Das Land Hessen fördert das aus der Goethestraße ins Zentrum umgezogene Bücherparadies einmalig mit 70.000 Euro.

„Der neue Raum ist eine Wucht“, stellte Thomas beim Blick von der Treppe fest. Er skizzierte noch einmal in Kürze, dass am Anfang der Wunsch des Bibliotheken-Teams nach mehr Platz gestanden hatte, ehe sich die Verwaltung - unterstützt von der Lokalpolitik - auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten machte. Dabei sei wegen der Bücherlasten neben der Größe der Immobilie auch Aspekten wie der Baustatik Aufmerksamkeit gewidmet worden, so Thomas. Mehrere mögliche Standorte wurden begutachtet, in der Innenstadt auch Räumlichkeiten im Erdgeschoss der „Schlosspark-Galerie“. Die Wahl fiel schließlich jedoch auf den Ex-Schlecker-Markt, der noch früher als Kino gedient hatte.

Deutlich verlängerte Öffnungszeiten

Thomas hob unter anderem die nun deutlich verlängerten Öffnungszeiten hervor. Rüth dankte speziell einigen städtischen Mitarbeitern: „Der Betriebshof hat unheimlich viel gemacht.“ 40.000 Medien transportierte er von der Goethe- in die Zuckerstraße. Auch Schöning war „froh, dass wir diesen Standort gefunden haben. Es ist ein schöner Raum, aber auch ein Anziehungspunkt.“

Auch weitere Lokalpolitiker sahen abseits der offiziellen Reden den finanziellen Mehraufwand Dieburgs nicht nur als Förderung des Bildungsangebots, sondern auch als Stärkung der Fußgängerzone mit Beseitigung eines mehrere Jahre währenden Leerstands. In seiner Rede verschwieg unterdessen Schöning nicht: „Die neue Bücherei ist deutlich schöner, aber auch deutlich teurer.“

Im Haushaltsentwurf für 2015 sind Ausgaben in Höhe von 266.000 Euro veranschlagt - rund 100.000 Euro mehr als 2014. Über den Haushalt berät das Stadtparlament in Kürze. Dabei gilt es als wahrscheinlich, dass der tatsächlich im Haushalt geplante Betrag niedriger als die 266.000 Euro ausfällt, da in dieser Kalkulation noch nicht davon ausgegangen worden war, das man einen bestimmten Teil der Arbeit mit ehren- statt hauptamtlichen Mitarbeitern würde stemmen können. Die auf einen CDU-Vorschlag zurückgehende Suche nach ehrenamtlichen Kräften war wesentlich erfolgreicher als erwartet verlaufen.

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