Verschwisterung von Dieburg und Aubergenville

Deutsch-französisches Rendezvous am Trapezteich

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Der Trapezteichbrunnen steht bei den Feiern im Mittelpunkt.

Dieburg - 40 Jahre ist es jetzt her, dass die damaligen Bürgermeister Nelly Rodi (Aubergenville) und Ludwig Steinmetz (Dieburg) ihre Unterschriften unter die Verschwisterungsurkunde setzten.

Was sich für nachfolgende Generationen als Selbstverständlichkeit darstellt, war damals ein gehöriger Schritt, den man auf das jeweilige Gegenüber der anderen Rheinseite zuging. Mehrere kriegerische Auseinandersetzungen und generelle gegenseitige Abneigung über viele Jahrzehnte waren Anfang der Siebziger Jahre noch tief in vielen Köpfen verankert.

Auch der durch Abschluss des als Elysée-Vertrages in die Geschichte eingegangene deutsch-französische Freundschaftsvertrag aus dem Jahr 1963 führte nicht schlagartig zu veränderten Denkweisen. Insofern war es positiv, dass sich Politiker beider Seiten mit Hilfe einer entsprechenden europäischen Institution auf die Suche nach einem Partner machten. Was damals auf politischer Ebene begann, führte über vier Jahrzehnte hunderte von Menschen zusammen. Begegnungen auf schulischer, sportlicher, kultureller oder kirchlicher Ebene ließen viele Freundschaften von langer Dauer entstehen. Die Aubergenviller Maikönigin gehört inzwischen genauso zum Fastnachtsumzug, wie das Prinzenpaar zum Maifest. Das klingt aus heutiger Sicht selbstverständlich, war für Adenauer und de Gaulle lediglich eine Art Zukunftsvision, die sie mit dem damaligen historischen Schritt bewirken wollten. Auf jeden Fall ist dies ein Grund zum Feiern – und damit geht es schon heute los: Bis zum Samstag wird auf dem Marktplatz ein französischer Markt abgehalten, am Freitag wird zum „Dîner en blanc“ geladen.

Französische Generalkonsulin vor Schloss Fechenbach

Am Samstag startet um 11 Uhr der offizielle Teil. In einer akademischen Feier wird neben den Bürgermeistern beider Städte auch die französische Generalkonsulin vor dem Schloss Fechenbach unweit des 1980 von Nelly Rodi gepflanzten Verschwisterungsbaumes eine Rede halten. Wer möchte, kann sich anschließend einer Stadtführung anschließen, die zum Schlossgarten führt. Dort warten Sängerlust und Freie Sängervereinigung mit dem traditionellen Trapezteichfest darauf, die Verschwisterungsfreunde und alle weiteren Gäste in bewährter Manier zu bewirten. Das Programm umfasst diverse Tanzdarbietungen – hier wird der Karnevalverein ebenso vertreten sein wie eine Gruppe aus der tschechischen Partnerstadt Mladà Boleslav –, ein Verschwisterungsquiz, einen Geschicklichkeitsparcours in Pétanque (Boule) und Fahrten mit dem Schlossgartenexpress. Hans Peter Murmann wird die Szenerie mit seinen berühmten Schafen aus der Perspektive des Malers begleiten. Abgerundet wird der Festtag durch ein Bouleturnier für Jedermann und den Auftritt von „Bee Flat“ (ab 20 Uhr) unterbrochen vom Feuerwerk überm Trapezteich gegen 22.30 Uhr.

Am Sonntag, 14. Juni, kann man einen deutsch-französischen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche besuchen und an der „Hoffnungstour“ für Radler über verschiedene Distanzen teilnehmen. Start dafür ist um 9 Uhr am Marktplatz (dort sind auch noch Anmeldungen möglich). Am Trapezteich wird ab 10 Uhr bis in den späten Nachmittag entspannt gefeiert mit Chören, dem Musikverein, Karaoke und Spielen von TV und Jugendfeuerwehr. Am rauschenden Trapezteichbrunnen werden dann die französischen Freunde auch wieder verabschiedet.

eha

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