Hanne Pantke graviert seit 20 Jahren das KVD-Leuchtmittel

„Holzisch“ geht durch ihre Hände

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Graviert kunstvoll Gläser, Vasen sowie Schalen - und auch die „Holzisch Latern“ (Foto): die Dieburgerin Hanne Pantke.

Dieburg - Wenn der Karnevalverein Dieburg heute im Rahmen des „Närrischen Empfangs“ in der Römerhalle wieder einmal die „Holzisch Latern“ überreicht, dann steckt auch die Arbeit von Hanne Pantke in der höchsten KVD-Auszeichnung.

Seit 20 Jahren zählt das Gravieren von Glas zu den Hobbys der Dieburgerin, die sich indes bei Weitem nicht nur der „Holzisch“ widmet. Für den KVD bearbeitet sie die alljährlich eine neue Laterne, die unter anderem mit einer individuellen Nummer - diesmal der 34 - und natürlichem dem „Bajazz“ versehen wird. Meist gen Adventszeit beauftragt Deutschlands größter Karnevalverein den künstlerischen Eingriff bei Pantke. Zu einer Zeit, in der sie schaustellerisch Hochkonjunktur hat: Denn die Dieburgerin, die sich vor zwei Jahrzehnten ihre erste Gravurmaschine besorgte, ist auch fast ebenso lange schon auf Hobbykünstler- und Kreativmärkten zu finden.

Ihr Geld verdient Pantke in erster Linie als Kinderkrankenschwester, ist aber auch von den Schwimmkursen des Dieburger „Swim Teams“ – das bis Juni 2014 dem SV Blau-Gelb angehörte und seither dem Wassersportverein – ein in der Stadt durchaus bekanntes Gesicht. Ihre künstlerische Leidenschaft, die sie unter anderem auf Ausstellungen in Eppertshausen und Darmstadt führt, natürlich auch auf dem Hobby- und Kreativmarkt des hiesigen Turnvereins, ist hingegen wohl weniger Dieburgern geläufig. Dabei wird aus Pantkes Fähigkeit eine Zierde auf durchaus vielen Gegenständen, die in allen Haushalten zu finden sein dürften: Neben den Laternen für den KVD hat sie auch jene der Nachtwächter, die die historischen Rundgänge des Heimatvereins in der Adventszeit anführen, graviert; Gleiches gilt für Präsente des Turnvereins, etwa Glasvasen mit dem TVD-Logo, die der Verein bei seinen Ehrungen überreicht.

Kindersitzung 2015 des KV Dieburg

Kindersitzung 2015 des KV Dieburg

Aus der einen Gravurmaschine von Mitte der 90er Jahre sind inzwischen mehrere geworden - „damit ich nicht ständig die Diamantenstifte wechseln muss“, wie Pantke erklärt. Die Gravurstifte bestehen aus Stahl, an ihren Spitzen sorgt Diamantenstaub dafür, dass die Glasfläche schraffiert wird. „Diese Fläche erscheint dann weiß, weil auf ihr das Licht gebrochen wird“, so die Freizeitkünstlerin.

Damit ein Bild später Gläser, Schalen und Vasen zu ganz besonderen Stücken machen kann, legt sie zunächst eine Vorlage ins zu gravierende Stück hinein. Der Kreativität sind dann kaum noch Grenzen gesetzt. Nur mit einem negativen Begleitumstand musste Hanne Pantke bei ihrem nicht ganz gewöhnlichen Hobby eine Zeitlang kämpfen: „Da das Glas ja aus gebranntem Quarzsand besteht, hatte ich beim Gravieren immer Probleme mit den Nebenhöhlen gehabt.“

jd

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