Beim Saftpressen durften die Kleinen des Kindernests alles selbst einmal ausprobieren

Alle Bäckchen glänzen rot

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Am meisten faszinierte die Kinder des Kindernests die große Äpfelschreddermaschine.

Dieburg - Es wimmelt und wuselt im Hof der Integrativen Kindertagesstätte Kindernest. Mit Gummistiefeln und Anorak bewaffnet, stapfen die Kinder durch die Fluten des Abwaschs, an der bedrohlich ratternden Schreddermaschine vorbei bis hin zur Saftpresse. Von Carolin L. Prosch 

Die Belohnung für die Mühen: ein Becher voll selbst gemachten Apfelsafts. Am Freitag ging es bunt zu im Kindernest. Trotz des anfänglich schlechten Wetters herrschte gute Laune. Kinder und Äpfel hatten gleichermaßen rote Bäckchen. Immer wieder wurde das Wort „Apfelsaft!“ gerufen, denn darum ging es ja, eigenen Apfelsaft herstellen. Bereits in der Woche davor waren die 45 Kinder unterwegs, um frische Äpfel auf dem Pfadfindergelände und auch in den eigenen Gärten zu sammeln. Die Früchte mussten natürlich erst einmal gewaschen werden, dabei wurde der ohnehin regennasse Hof noch einmal großzügig mit dem Gartenschlauch geflutet. Danach kam der eigentlich spannendste Teil des Vormittags: die Schreddermaschine. Das Ungetüm brachte Lars Wiessner, vom Apfelweinhof Dieburg mit.

„Da muss man mal rein gucken, das ist so krass da drin!“, hieß es von Seiten der Kinder, die mit Vergnügen die Äpfel in die Maschine warfen. Angst vor der laut ratternden Konstruktion hatten sie keine. Stattdessen wurde immer wieder erwähnt, wie „cool“ das Ganze ist. Beim Pressen selbst konnten die Kinder nicht viel helfen, das machte die mit Wasserdruck betriebene Presse ganz von selbst. Da mussten nur noch rasch genügend Behälter gefunden werden, um den Saft aufzufangen. Dafür konnten die Kinder dann aber endlich den fertigen Apfelsaft probieren, der mit seinem süß-sauren Geschmack den Saft aus dem Supermarkt um Längen schlug. Auf die Frage, ob es den Kindern schmeckte, gab es ein zufriedenes Nicken und ein einstimmiges „Ja!“.

Infos zu den Lohnkeltertagen gibt es unter www.apfelweinhof.de.

Pünktlich zur Verkostung ließ sich dann auch die Sonne blicken und trocknete die bunten Regenjacken schnell. Wiessner erklärte seine Motivation: Er wolle den Kindern zeigen, wie so etwas funktioniert. „Viele der Eltern haben Apfelbäume, wollen aber nicht selbst pressen.“ So gab es auch den Anreiz, die Kinder so von dem Saft zu begeistern, dass sie die Eltern dazu anhalten, es auch einmal auszuprobieren. Wiessner hat vor, noch öfters solche Aktionen durchzuführen, sehr zur Freude der Kinder. Auch bietet er auf seinem Hof Lohnkeltertage an, bei denen Obstbaumbesitzer ihre Früchte zum Keltern anliefern können.

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