Hoffnungsvolles Eine-Welt-Gefühl 

Kinderrechte-Tag in der Marienschule

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Zum Abschluss gab es für alle 250 Marienschüler beim Aktionstag ein Kinderrechte-Leporello für die Hosentasche.

Dieburg - Auf dem Schulhof an den Händen halten. Lauthals singen. Ein bisschen tanzen. Wenn 250 Kinder und Lehrer eine Menschenkette bilden und dabei die Hymne der Marienschule schmettern, möchte man glauben, dass die Welt in Ordnung kommen kann. Von Eva-Maria Lill 

Recht auf Bildung, Recht auf Heimat, Recht auf Chancen: An der Marienschule war am Freitag Kinderrechte-Tag. Sechs Lern- und Spielstationen auf dem Schulhof und passende Theorie im Unterricht sorgten für spannende Erfahrungen.

Hintergrund: 1989 legen die Vereinten Nationen 54 Kinderrechte fest. Sie gelten für alle Jungen und Mädchen weltweit – egal welcher Hautfarbe, welcher Religion, welchen Geschlechts. Viele kennen sie bis heute nicht, täglich werden sie millionenfach verletzt. Zahlreiche Institutionen organisieren regelmäßig Infotage zum Thema. Die Marienschüler ist das erste Mal dabei. Es ist ein Projekt, das im Schülerrat entwickelt und organisiert wurde. 18 Klassensprecher der Jahrgänge zwei bis vier und Lehrerin Susanne Ackermann planten mehrere Wochen fleißig die schillernd bunte Umsetzung. „Mir ist wichtig, dass sich die Schüler bei uns wohl fühlen. Dafür müssen sie ihre Freiheiten und Pflichten kennen“, sagt Ackermann.

Beeindruckt von Inklusions-Spielen

Die Idee kommt bei den Kindern an. Besonders beeindruckt zeigen sich Schüler der Klasse 2 b von den Inklusions-Spielen: einmal wie blind durch Hütchen schlängeln, einmal im Rollstuhl sitzen. „Für den Rest meines Lebens wollte ich das nicht machen. Das tut in den Armen weh und ist so wackelig“, beschreibt Ida das Rollstuhl-Erlebnis. „Aber trotzdem gut, dass es sowas gibt. Die Welt muss noch viel mehr tun, damit alle gleich leben können.“

In der Klasse haben die Schüler versucht, ihren Namen mit den Füßen zu schreiben. Nicht so einfach, findet Alea: „Ich hab’s versucht, aber das so so schief aus. Ich wusste zwar, was es heißen soll, hab aber grade so noch das E und das A erkannt.“ Welche Rechte den Kindern besonders wichtig sind? Alea zögert nicht: „Dass Behinderte nicht ausgegrenzt werden. Das ist so gemein. Das sind doch auch Menschen.“ Emma, Lilith, Ida und Wiktoria nicken zustimmend und ergänzen: „Außerdem soll es den Kindern im Krieg bald besser gehen.“

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