Kleine KVD-Narren auf Hochtouren

Perfekte Sitzung im Kleinformat

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Süße Tinkerbell-Feen im zarten Alter von vier bis sechs Jahren schwebten über die Bühne der Römerhalle.

Dieburg - Die Nachwuchsnarren des KVD stehen den „Großen“ in nichts nach: Pfiffige Büttenreden und fetzige Tänze bestimmen das schwungvolle Programm der Dieburger Kindersitzung. Von Matthias Grimm

Tänze mit Esprit und Pfiff, Redebeiträge mit verbalem Schliff, Fastnachtsschlager und Stimmung im ausverkauften Saal – Äla-Herz was willst du mehr? Eine perfekte Kindersitzung höchster Qualität lieferten die Nachwuchs-Narren des KVD zur Premiere am Sonntag in der mit über 500 Besuchern ausverkauften Römerhalle ab, was den idealen Rahmen für die Inthronisation des neuen Kindeprinzenpaares bildete.

KVD-Präsident Friedel Enders lüftete das Geheimnis um die Kinder-Tollitäten (wir berichteten bereits) und übergab die Regentschaft über die jüngsten Narren an Kinderprinz Hendrik I. Uffwerf-As mit veel Elan vun dem Ringer-Hiemenz-Clan (Hendrik Hiemenz) und Prinzessin Lia I. Torwerf-Girl vun gäl unn grie Suffies flinke Tanzmarie (Lia Zimprich). Prinz Hendrik I. entstammt einer Dieburger Ringer-Dynastie und hebt selbst auf der Matte viele Gegner aus. Seine Prinzessin Lia I. ist Torjägerin beim Handballverein SG Grüngelb und gehört der Fastnachtsgruppe „Suffies“ an. Selbstbewusst traten die beiden vor ihr Narren-Volk und stellten ihr „Regierungsprogramm“ vor.

Programm voller karnevalistischer Sahnehäubchen

Vor und nach der Inthronisation hatte Sitzungspräsident Felix Herz das Vergnügen, das begeisterte Publikum durch ein Programm voller karnevalistischer Sahnehäubchen zu führen. Der 14-Jährige verabschiedet sich dieses Jahr von der Narrenbühne. Zum einen sei er nun aus dem Alter der Kindersitzung heraus und zum anderen „will ich wieder etwas mehr Fußball spielen, auf den ich jetzt gerade verzichten muss“ .

Nach dem Einmarsch des Elferrates stimmte die kleine Garde das Publikum auf das bevorstehende Äla-Feuerwerk mit einem schmissigen und perfekt vorgetragenen Gardetanz ein. Das Ex-Prinzenpaar Finn Keller und Celina Rebel resümierte die zurückliegende Amtszeit. Daheim herrschte der Ausnahmezustand: „Die ganz Hütt e Narrenhaus. Feiert Fastnacht mit Applaus.“

Die erste Rakete der Sitzung startete Merle Keller, die in bissigen Reimen über die Leiden eines Pagen des Kinderprinzenpaars sinnierte. Als „Page ohne Gage“ kam sie stets zu kurz: „Während die anderen fröhlich tanzten, durfte ich Konfetti stanzen.“

Einen frischen, dynamischen „Schulmädchentanz“ lieferte die Tanzgruppe von Simone Herrmann und Birgit Lorenz ab. Die „verrückten“ Mädels fegten im Takt aktueller Saxophon-Rhythmen über die Bühne, fesche Schuluniformen rundeten den gelungenen Auftritt ab.

Auch die Jungs der Garde (Leitung: Maverick Stemmler, Jessica Stemmler, Michele Enders) haben beim KVD das Tanzbein entdeckt – bei ihrem modernen Freestyle-Tanz im Halbdunkel kam Club-Atmosphäre in der Römerhalle auf.

Auf große Fahrt gingen die acht- bis zehnjährigen Matrosinnen von Carina Winter, Nathalie Josten und Evelyn Pfeiffer. Mit von der ausdrucksstarken Partie waren karibische Piraten, die kräftig die Säbel rasseln ließen.

Athletik und Präzision – auch die große Garde überzeugte auf ganzer Linie mit Fantasie und Bühnenpräsenz.

Atemberaubend war der Samba-Tanz der zehn- bis zwölfjährigen Mädchen (Leitung: Dagmar Ruißinger und Tanja Siebart). Herzerfrischend war es, wie sie kreativ zu sommerlichen Klängen über die Bühne wirbelten. Den Reigen der großartigen Tanzdarbietungen schloss die Gruppe der vier- bis sechsjährigen Mädchen (Leitung: Nicole Schmitt und Nadja Allmann). Als Tinkerbell-Feen bezauberten sie das Publikum. Grandios, was die Kleinen schon drauf haben.

Kindersitzung 2015 des KV Dieburg

Kindersitzung 2015 des KV Dieburg

Die Brüder Marius und Nils Wolfenstädter (14) gaben in ihrem Reimvortrag einen lustigen Einblick in die Welt der Pubertierenden. Während das Styling für Mädchen „exorbitant“ sei, würden „Männer nit lang babble. Die gehen ins Bad und rapple.“ Auch für die Wolfenstädter-Brüder ist bei der Kindersitzung nunmehr Schluss, „weil irgendwann mal Schluss sein muss“.

Als zwei „Unentschlossene“ traten Sarah und Jan Cezanne in die Bütt. Ob als „Darth Vader“ oder „Spiderman“ kostümiert, so recht konnten sich die Geschwister nicht entscheiden. Wahre Geschwisterliebe drückten auch Luka Mai und Joris Fries als „Geplagte Brüder“ aus: Sie würden „täglich gequält zumeist“ von ihrem „Brudergeist“. Lukas Richter vertrat ein recht tradiertes Männerbild: „Haushalt ist nun mal Frauensache.“ Doch Anne Bürger und Katharina Richter hielten in der „Fastnachtsfamilie“ dagegen: „Lieber Bruder, hör genau – für dich schafft keine Frau.“

Zwischen den pfiffig-frechen Redebeiträgen ging es auch musikalisch rund „in de Hall“: Die Mini-Äla-Fetzer heizten dem Publikum in bewährter Manier ein und die Kindersingers (Leitung: Sabrina Brandt, Nina Grimm, Manuela Paul) präsentierten im „Radio Äla-Welle“ eine prima Playback-Show in den verschiedensten Musikrichtungen.

„Atemlos“ war der Auftritt der fünfjährigen Emily Weihert, die das Publikum als Helene Fischer umgarnte. Ellen Neumann interpretierte den Fastnachtsschlager „Fassnacht feiern mit Äla“ ohne Fehl und Tadel, mit dem Äla-Hit „Steh auf, mach mit“ heizte Miro Rodrigues die Stimmung im Saal an.  Zum großen Finale ließen es alle Aktiven noch einmal auf der Bühne richtig krachen, ließen sich vom Publikum mit „Standing Ovations“ feiern und feierten sich zu recht selbst. Fazit: „Besonders schäi woar´s dieses Jahr – mit den Äla-Kindern wunderbar.“

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