Kita mit Tag der offenen Tür eingeweiht

St. Martin in neuem Glanz

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Flitzen für den guten Zweck: Die St.Martinskinder sammelten beim Sponsorenlauf Geld für Markisen und Sonnensegel.

Dieburg   - Knapp drei Jahre nachdem das Außengelände gerodet wurde, um dem Neubau Platz zu machen, hat Generalvikar Dietmar Giebelmann am Samstag die nagelneue Kindertagesstätte St. Martin eingeweiht. Bei einem Fest wurde sie der Öffentlichkeit vorgestellt. Von Ursula Friedrich 

„Lasset die Kinder zu mir kommen“: Diese Aufforderung von Jesus an seine Jünger ist der katholischen Pfarrgemeinde bis heute ein Leitmotiv. Sie bekennt sich auf christlichen Fundament zu gesellschaftlicher Verantwortung, die bei den Kleinsten beginnt – gleich welchen Glaubens. Drei katholische Kindertagesstätten bieten bis zu 290 Betreuungsplätze. Eine Einrichtung des Trios wurde zum Sorgenkind, als die Bausubstanz der Kita St. Martin bröckelte und der Betrieb ab 2003 nur noch mit Ausnahmegenehmigung gestattet wurde. Die mutige Entscheidung der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, auf dem Gelände neu zu bauen, mündete am Samstag in ein großes Fest. Generalvikar Dietmar Giebelmann weihte die nagelneue Kita ein.

„Ein solches Projekt sucht seinesgleichen“, erinnerte Pfarrer Alexander Vogl an die schwierige Zeit, als der Betrieb im alten Kindergarten weiterlief, während ein Steinwurf weiter die Handwerker mit ihren Baumaschinen die neue Kita errichteten. 2,8 Millionen Euro wurden seitens der Stadt investiert. Eltern spendeten und mobilisierten weitere Sponsoren. Und weil immer noch Geld für den Außenbereich fehlte, ermöglichte Generalvikar Giebelmann auf dem kurzen Dienstweg einen Förderbetrag von 45.000 Euro aus der Diozöse.

Neues Außengelände mit Markisen schützen

Nach der Weihe halfen die St. Martins-Kinder aus eigener Kraft mit, noch einmal Geld zusammenzutragen. Denn: Das neue Außengelände soll mit Markisen und Segeln vor zuviel Sonne geschützt werden. Hochmotiviert starteten die Knirpse zum Sponsorenlauf – eine sportliche Herausforderung, die gar den Pfarrer trotz feinem Schuhwerks zu ein paar Runden inspirierte.

Mit dem Neubau hat die Pfarrgemeinde ihr Angebot an Kindergarten- und Krippenplätzen aufgestockt. Die einst dreizügige Einrichtung St. Martin bietet nun fünf Gruppen – zwei davon bereits für die Kleinsten ab zwölf Monaten. 15 pädagogische Fachkräfte sowie weitere Mitarbeiter im Wirtschaftsdienst und Praktikanten arbeiten hier. Betreuungszeiten von 7.30 bis 16 Uhr tragen den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung, wenn beide Elternteile berufstätig sind.

Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning sagte: „Das Dieburger Betreuungsangebot sucht im Kreis seinesgleichen!“ Auch wenn es keine kommunale Einrichtung gebe, bezuschusse die Stadt Kinderbetreuung mit vier Millionen Euro jährlich. Das christlich-pädagogische Engagement der katholischen Kirche in Dieburg gehe auf das Wirken Bischof Kettelers vor über 150 Jahren zurück, erinnerte Generalvikar Giebelmann im Gespräch mit dem DA. Das Bistum will dieses Engagement noch weiter ausbauen. Giebelmann nannte hier die U3-Betreuung und noch mehr Ganztagsplätze.

Um das große Engagement der Kitaleiterin in St. Martin rankt sich eine kleine Episode. Zu Christiane Bubachs großem Bedauern konnten in ihrer Kindheit nur ihre beiden Geschwister den St. Josefskindergarten besuchen: „Ich durfte nicht hin und habe mir damals geschworen: Wenn ich groß bin, werde ich Erzieherin.“

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