OWK-Initiative kümmert sich seit 37 Jahren ums Kapellchen

Für Wendelinus sorgt ein großes Helferteam

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Den Heiligen Wendelin (Mitte) freut´s: Eine Initiative im OWK Dieburg sorgt dafür, dass es ihm und seiner Kapelle gut geht und Dieburger Firmen helfen unentgeltlich mit. Auf unserem Foto von links: Norbert Tüshaus, Margot Reis, Franz Kirschstein, Franz Zoth, Pfarrer Alexander Vogl, Michael Hutter sowie , Ilse und Horst Ludwig.

Dieburg - Die OWK-Wanderer aus dem Osten Dieburg, deren Bushaltestelle an der Wendelinus-Kapelle lag, konnten es nicht mehr mit ansehen. „Hier muss unbedingt etwas geschehen“, waren sie sich vor 37 Jahren einig. Von Lisa Hager 

Zumal damals im Gespräch war, im Zuge der Neugestaltung der Straßenkreuzung die sanierungsbedürftige Kapelle ganz abzureißen. So begann die Geschichte der Initiative St. Wendelin im Odenwaldklub Dieburg.

Dazu wurde 1979 auch das erste Wendelinusfest aus der Taufe gehoben, der Erlös floss in die Erneuerung des Fußbodens und der Dachrinnen. Aber das war erst der Anfang. Die Erlöse der folgenden Wendelinusfeste machten noch mehr möglich. Eine neue Eingangstür wurde eingebaut, die Kapelle von innen renoviert. 1981 wurde die Kuppel vergoldet, Holzteile erneuert, eine Blitzschutzeinrichtung angebracht. Im Folgejahr kam die Hauptfigur, der Heilige Wendelin selbst, an die Reihe: Er wurde von Restauratoren wieder auf Hochglanz gebracht. Danach wurde der alte Brunnen freigelegt, eine neuer aus Bruch- und Sandstein errichtet.

Erleuchtung kommt 1989

1989 kam die Erleuchtung – mit dem Anschluss an die städtische Straßenbeleuchtung. In den Folgejahren wurden die vier Säulen einschließlich der Querhölzer und Geländerstäbe erneuert. Auch am Glockenturm wurde einiges ausgetauscht, der Dachaufbau in Kupfer gefasst, die Kapelle von außen komplett renoviert, einschließlich der Malerarbeiten nach historischer Farbgebung.

1997 sanierten die OWKler den Altar- und Innenraum, das Regenwasser wurde erstmals der Kanalisation zugeführt.

Im neuen Jahrtausend folgten die Sandstrahlung der Steine, das Ausfüllen der Fugen, alle Holzteile wurden gestrichen, der Brunnenbereich neu bepflanzt. Dach- und Firstziegel wurden ausgebessert. Und als vorläufig letzte Aktion in diesem Jahr wurden die Querhölzer und Geländerstäbe noch einmal erneuert, alle Holzteile neu gestrichen.

Zu den Frauen und Männer der ersten Stunde gehören unter anderem Ilse und Horst Ludwig, Anna und Rolf Krimm, Margot Reis und Waldemar Bauer. Bis heute sind diese OWKler aktiv, wenn es am Kapellchen etwas zu tun gibt. Den Überblick über die Renovierungsarbeiten und seine 20-köpfige Projektgruppe behält Norbert Tüshaus, der die Maßnahmen koordiniert.

Dieburger Firmen spenden unentgeltlich

Immer wieder stellen auch Dieburger Firmen unentgeltlich Kenntnisse, Material und Arbeitsstunden zur Verfügung. Die Firma Fäth beispielsweise hilft unter anderem mit einem Farbenkenner oder stellt ein Gerüst, wenn es nötig ist. Für „Gotteslohn“ in Sachen Kapellchen aktiv ist auch die Dachdeckerfirma Hutter, die dann Dachgerüst und Mitarbeiter stellt. Und Franz Kirschstein von der gleichnamigen Schlosserei hat beispielsweise das Türschloss, das den Heiligen schützt, wieder gängig gemacht.

„Es wäre schön, wenn es für alle unsere Kirchen und Kapellen so ein engagiertes Team gäbe“, sagte Pfarrer Alexander Vogl mit Blick auf diese einmalige Initiative rund um St. Wendelinus.

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