Künstlerin Sue Hénon ruft zur Schuhspende auf

Atelier Hénon und Museum planen Installation am Schloss

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Etliche Paare hat Sue Hénon schon: Die Malerin ruft die Dieburger zu einer ungewöhnlichen Kunstaktion auf. 

Dieburg - Frauen sagt man ja eine gewisse irrationale Haltung zum Schuh nach: Es müssen ja nicht gleich über 1 000 Paare sein, die sich in Regalen stapeln wie bei der früheren Präsidentengattin der Philippinen, Imelda Marcos. Von Lisa Hager 

Das ein oder andere überflüssige Paar Stilettos, Winterstiefel oder Flipflops findet sich aber wohl in jedem Haushalt. Künstlerin Sue Hénon bietet jetzt zusammen mit dem Museum Schloss Fechenbach allen Dieburgern die einmalige Gelegenheit, zeitgleich Platz im Schuhschränkchen zu schaffen, an einer Kunstaktion teilzunehmen und damit auch noch Gutes zu tun.

Zum Tag des offenen Kulturdenkmals am Sonntag, 13. September, will das Atelier Hénon eine Installation aus gespendeten Schuhen unter dem Titel „Walk this Way“ bauen. „Der Gedanke dahinter ist, dass Menschen, sozusagen vertreten durch ihre Schuhe, auf ein gemeinsames Ziel zugehen“, erläutert Sue Hénon. Vom Eingang in den Park bis zur Treppe des Schlosses Fechenbach soll sich dieser „Schuhweg“ in farbigen Wellen hinziehen. Die Installation steht im Zusammenhang mit dem Moto des Denkmaltages „Handwerk, Technik, Industrie“ und dem Schwerpunkt „Farbe“. Begleitet wird die Aktion von einer Ausstellung übers Schusterhandwerk.

Was Hénon ab sofort (bis 22. Juli) braucht, sind Tausende von Schuhen: Flip-Flops, Laufschuhe, Sportschuhe, Gummi- und Winterstiefel, Sandalen – jegliches Schuhwerk von Kinder, Frauen und Männern ist willkommen. Die Schuhe sollen gut erhalten, noch tragbar und unbedingt paarweise mit einem Gummiband gebündelt oder mit den Schnürsenkeln zusammengebunden sein. Nach Ablauf der Aktion werden die gesammelten Schuhe an eine gemeinnützige Organisation (beispielsweise DRK und Kolpingsfamilie) weitergeleitet. „Bei Regenwetter müssen wir das Projekt an einem anderen Tag umsetzen“, sagt Hénon.

Abgabeorte für die „Kunst-Schuhe“ sind am Marktplatz die Bücherinsel und das Mephisto, in der Zuckerstraße Kaufhaus Enders, Schuhhaus Enders, Schuhhaus Grimm und die Stadtbibliothek, in der Steinstraße das Atelier Hénon, die Kanzlei Rüth, Alle meine Kleider, Buch & Papier Plappert und im Nordring das Atelier für Schrift und Form (Helmut Schelter). Zudem sind Sammelstellen im Museum, in der Wallfahrtskirche und in der Stadtpfarrkirche eingerichtet. Die Schulen und Kindergärten sammeln selbstständig.

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