Land Hessen bezuschusst die Sanierung / Wichtig fürs VW-Logistikzentrum

Geld fürs Stammgleis

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Das Industriestammgleis an der Lagerstraße: Für den Standort des VW-Logistikzentrums ist es lebenswichtig.

Dieburg - Die Stadt Dieburg hat ein eigenes Industriestammgleis – und muss natürlich auch den Unterhalt bezahlen. Da jetzt die Sanierung des Gleisbettes anstand, wurde ein Förderantrag ans Land gestellt – und positiv beschieden.

„Die Förderung mit 280.000 Euro für das Industriestammgleis Dieburg hilft auch, überhöhten Lkw-Verkehr zu vermeiden“, so Landtagsabgeordneter Manfred Pentz (CDU), der die frohe Botschaft per Pressemitteilung überbrachte. Dieburg ist der erster Nutznießer des neuen Förderprogramms des Landes für den Schienengüterverkehr. Die Stadt erhält jetzt über dieses Programm rund 280.000 Euro zur Erneuerung ihres Industriestammgleises, das das VW-Logistikzentrum ans Bahnnetz anschließt. „Dies entspricht fast der Hälfte der Gesamtkosten“, so Pentz. Zur Zeit verkehren etwa 65 Waggons wöchentlich zwischen Dieburg und dem VW-Werk in Baunatal. Das Gleis wird täglich gebraucht. Das Unternehmen erwartet in den nächsten Jahren einen Anstieg der Transporte um fünf Prozent. Die VW-Original-Teile-Logistik (OTLG) baut derzeit eine neue Lagerhalle am Standort.

„Die Förderung für das Industriestammgleis vermeidet nicht nur einen überhöhten Lkw-Verkehr in der Stadt, sondern sichert zudem zusätzlich etwa 450 Arbeitsplätze“, sagte Pentz. Die Landeszuwendung wird verwendet für den Austausch von Schienen, Schwellen und Schotter, den Ersatz der Weichen, die Asphaltierung eines Bahnübergangs und die Modernisierung der Signalanlage. Die Arbeiten finden im November statt. Mit dem Programm fördert das Land Maßnahmen zum Erhalt, zur Reaktivierung, zur Erweiterung und zur Neueinrichtung von Industriestammgleisen und Gleisanschlüssen, sofern es dafür keine Förderung des Bundes gibt. „Es ist wichtig, in Zukunft den Schienenverkehr als umweltfreundliche Alternative zum Straßenverkehr zu stärken“, sagt Pentz.

Bürgermeister Dr. Werner Thomas ist natürlich sehr angetan von dieser zweckgebundenen Finanzsspritze des Landes. Er sieht diese Unterstützung auch als „einen gewissen Ausgleich zu der Kröte, die wir beim KFA schlucken müssen“, sagt er auf Anfrage. Über den neustrukturierten Kommunalen Finanzausgleich (KFA) wird Dieburg im kommenden Jahr um die 224.000 Euro weniger erhalten als nach altem Muster zu erwarten war.

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