Lebenshilfe stellt Domizil nach Umbau vor

Leidenschaft und viel Herz

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Getanzte Leidenschaft: Die Gruppe Alla Hopp mit ihrer Darbietung „Titanic“.

Dieburg - Fast drei Jahre lang herrschte im Domizil der Lebenshilfe Baustellencharakter. So lange musste der Verein für Menschen mit Behinderung auch auf ein Fest verzichten. Von Ursula Friedrich 

Am Sonntag gab es doppelt Anlass zu feiern: Der Umbau und die Renovierung des alten Katasteramtes in der Aschaffenburger Straße 18 sind abgeschlossen. Hier, wo die Lebenshilfe seit 2008 ihren Sitz hat, öffneten sich Hof und Haustür fürs Sommerfest. Sieben der insgesamt 19 Gruppen des Fachbereichs „Freizeit und Bildung“ hatten so eine Chance, auf der Bühne im Hof einen schönen Beitrag zum Programm zu leisten. „Eine Zitterarie“, sagte Berthold Hemer, Vorsitzender des Vereins Lebenshilfe, mit Blick auf den bewölkten Himmel, doch just zum Fest hatte Petrus den Regen eingestellt. Überall nahmen Gäste und Besucher Platz, genossen Kuchen, Gegrilltes und süffige Säfte aus der Cocktailbar. Das Helferteam führte Interessenten nur allzu gerne durch das Haus, das der Verein 2008 zunächst als Mieter bezog. 2012 gelang es, die historische Immobilie anzukaufen, die sowohl die Geschäftsstelle des Vereins, als auch die Fachdienste mit ihrem Beratungsservice und Gruppenräume für eine Vielzahl von Aktivitäten beherbergt.

380 000 Euro verschlangen der Umbau und die Sanierung des Hauptsitzes der Lebenshilfe, erklärte Christina Ortwein-Kartmann, eine von zwei Geschäftsführerinnen. „Wir wurden großzügig mit 200.000 Euro von der Aktion Mensch unterstützt“, sagte sie dankbar – insbesondere der Einbau eines behindertengerechten Aufzugs war kostenintensiv.

„Das Haus ist toll geworden“

Das Haus wird mannigfaltig genutzt. Für Freizeit- und Bildungsangebote, Verwaltung und Organisation, Beratung und Familienunterstützung. 550 Quadratmeter stehen für Büros, Beratungsräume, zum gemeinsamen Kochen, Tanzen und Turnen und andere Aktivitäten zur Verfügung. Am Tag der offenen Tür gab es hier eine kostenlose Touch-life-Massage oder Kostproben aus der Arbeit des LEA-Leseklubs.

Landrat Klaus Peter Schellhaas kommentierte bei seinem Rundgang die Arbeit des Vereins Lebenshilfe als große Leistung, deren besonderer Charakter jedoch sei, „dass alles immer mit großer Leidenschaft und viel Herz geschieht.“ Im Hof wurde eine Rollenrutsche genutzt, gebastelt, getanzt und geschlemmt. Am Cocktailstand beurteilten die Barkeeper Tanja Arnold und Norman Kipp das Resultat des Umbaus knapp, aber begeistert: „Das Haus ist toll geworden!“

Das neuste Projekt der Lebenshilfe heißt: inklusive Wohngemeinschaft. Gesucht wird nun ein Wohnobjekt in Groß-Umstadt, Babenhausen oder Dieburg, um eine Wohngemeinschaft behinderter und nichtbehinderter Menschen zu gründen. Menschen mit Behinderung wird eine Unterstützung in dieser Wohnform geboten. Der gesunde Mitbewohner hat die Möglichkeit mit seinen Assistenzleistungen einen Teil seiner Miete zu finanzieren. Gesucht wird ein geeignetes Haus sowie Menschen, die in einer inklusiven WG leben möchten.

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