Zünftiges Oktoberfest des KVD

Hochstimmungan Gersprenz statt Isar

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Stimmung!!! Auf den Bänken wurde getanzt und geschunkelt.

Dieburg - Wer braucht die Wiesn noch? Dass die Hessen den Bayern in nichts nachstehen, auch wenn sie an der Gersprenz statt der Isar feiern, zeigt sich beim Oktoberfest des KVD. Von Laura-Marie Buxmann

„O’zapft is“ hieß es diesen Samstag um 19 Uhr in Dieburg: Im Zughaus des KVD wurde das bereits neunte Oktoberfest gebührend gefeiert. Mit karierter Oktoberfest-Dekoration und 1000 weißblauen Luftballons war die Decke der Wagenhalle geschmückt. Passend dazu gab es für die Gäste karierte Einlassbändchen. Schon vor dem offiziellem Einlass um 18 Uhr standen die ersten Feierlustigen vor dem Zelt und warteten darauf, das Fest beginnen zu lassen. Die 500 zur Verfügung stehenden Karten waren binnen zweier Stunden bereits im Vorververkauf weggegangen wie ofenfrische Brezen. Festwirtin Bettina Steinmetz sagte, dass der Verein gerne mehr Karten verkauft hätte, aber leider nicht mehr Leute für die Halle zugelassen seien. Sie begrüßte ganz besonders die jungen Gäste der Veranstaltung, die mittlerweile 70 Prozent der Oktoberfestbesucher stellen.

Der Karnevalverein freut sich, dass hier Jung und Alt in gemütlicher Atmosphäre zusammen feiern. Mit Ironie in der Stimme verkündete Pressesprecher Wolfgang Dörr, dass „zwischen Sperrmüll und guter Musik hier ein sehr gelungenes Oktoberfest stattfindet“. Aber auch die Tatsache, dass vor dem Zelt noch ein Haufen Sperrmüll stand, der nicht plangemäß abgeholt wurde, zog die gute Stimmung keineswegs runter. Alle Gäste waren bester Laune und feierten mit. Auch Armin Kaiser vom DA, der mithalf, war in Festlaune und sagte begeistert und augenzwinkernd: „Die Dieburger wissen einfach, wie man feiert, vor allem der Karnevalverein. Warum sollte man denn weit weg fahren, wenn man hier etwas noch Besseres haben kann? Unsere kleine Veranstaltung mit einem Zelt übertrifft doch das Original mit seinen zwölf Zelten. Hier herrscht eine Stimmung, die ist wirklich nicht zu übertreffen.“ Ähnlicher Meinung war auch Wolfgang Dörr, der einräumte, sich ganz wie auf dem Oktoberfest in München zu fühlen.

Oktoberfest beim Karnevalverein Dieburg: Bilder

Oktoberfest beim Karnevalverein Dieburg: Bilder

Für die musikalische Begleitung des Abends sorgte, wie bereits in den vorigen Jahren, die elfköpfige Band Die Wiesenfelder. Sie heizten den Gästen ordentlich ein und bewegten alle zum Mitschunkeln. Getanzt wurde nach Oktoberfestsitte auf Tischen und Bänken – alles klatschte ausgelassen mit. Und auch das Personal hinter den Theken bewegte sich fröhlich im Takt der Musik. Für das leibliche Wohl der Gäste war mit bayrischen Spezialitäten wie Weißwurst, Leberkäs‘ und Brezn, als auch reichlich Bier und Softdrinks bestens gesorgt. Ganze 25 Hektoliter des Gerstensafts rollten für das Event an.

Trachtenmode scheint sich inzwischen vollkommen etabliert zu haben: Kaum jemand war in einem anderen Outfit als Dirndl oder Lederhose unterwegs. Den Trend bestätigte auch Bettina Steinmetz, die die Entwicklung der Oktoberfest-Mode in den letzten neun Jahren miterlebt hat. „Am Anfang waren es noch sehr wenige, die in Tracht kamen, aber mittlerweile tragen sie alle, egal ob Jung oder Alt. Das hat sich von Jahr zu Jahr immer mehr gesteigert“, sagte sie. Die Trachtenmode war farbenfroh und in vielen Variationen mit von der Partie. Auffällig war, dass zahlreiche Mädels auch zur Lederhose griffen statt zum traditionellen Dirndl. Die guten alten Filzhüte wärmten aber auch so manchen Kopf.

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