Christen gedenken Tod und Auferstehung Jesu

Ostern bringt Licht und Sonne

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„Ich möchte bitte auch ein Ei!“ Höflich meldet der kleine Junge mit ausgestrecktem Zeigefinger seinen Wunsch an. Die gestrige Ostereiersuche der katholischen Pfarrgemeinde auf dem Wallfahrtsplatz war eine solidarische Aktion: Die gefundenen Süßigkeiten wurden auf dem Außenaltar abgelegt und gerecht verteilt.

Dieburg - Ruhige Feiertage in Dieburg: Christen erinnern sich in Gottesdiensten und am Osterfeuer an den religiösen Ursprung des Fests. Von Michael Just und Lisa Hager

Als sich um 21 Uhr am Samstagabend die Dieburger Katholiken um das Osterfeuer und den Brunnen vor dem Rathaus versammeln, hat die Dunkelheit längst Einzug gehalten. Bewusst hat man für den Gottesdienst die Nacht gewählt: „Sie erinnert uns an die Not, die Verzweiflung und den Tod Christi. Aber auch an uns selbst, dass wir Menschen regelmäßig von Finsternis umgeben sind“, so Pfarrer Alexander Vogl. Mit Ostern komme nun das Licht und die Hoffnung, wofür sinnbildlich die Osterkerze stehe.

Auf dem Rathausplatz versammelten sich die Dieburger Katholiken mit Pfarrer Alexander Vogl (rechts) ums Osterfeuer. Foto: Just

Diakon Elmar Koob oblag es zum ersten Mal, deren Docht zu entzünden. Bevor die Gläubigen -– die Kerze in ihrer Mitte – feierlich in die Stadtkirche einzogen und den Gottesdienst fortsetzten, wies Vogl auf die Botschaft des Osterfeuers hin: „Christus ist das Licht und damit der Anfang und das Ende. Seit seiner Auferstehung gibt es keine dunkle Nacht mehr.“

Drei Stunden zuvor, um 18 Uhr, hatte die evangelische Kirchengemeinde Dieburg ebenfalls ihr Osterfeuer entzündet. Wie die letzten Jahre üblich tat man das auf einem freien Areal in der Aubergenviller Allee. In der Andacht, die vom Posaunenchor musikalisch unterstützt wurde, hielt Pfarrerin Dorothee Benner zu Beginn einen Stein in der Hand. „Jesus ging einen steinigen Weg. Er wurde bedroht, er schien eine Gefahr zu sein“, sagte sie. Gott sei aber immer an seiner Seite geblieben. Der Stein sei ein wichtiges Symbol: ,,Ein Stein verdeckte die Höhle, aus der das Licht kam und Moses stieß einen Felsen an, der dann zur Quelle wurde.“ Hier lässt sich für Dorothee Benner auch die Osterbotschaft ableiten: „Der Stein wird zum Licht. Wer den Weg mit Gott geht, wird auch in der härtesten Zeit nicht verlassen sein.“ Wie schwer diese Zeit manchmal sein kann, machte die Pfarrerin an dem Leid der Angehörigen des Flugzeugabsturzes und der vielen Flüchtlinge in der Welt deutlich.

Jeder, der zur Andacht kam, durfte sich zum Schluss über ein kleines Geschenk freuen: Es war eine Kerze in Ei-Form, die für Ostern 2015 steht. Viel Spaß beim Suchen leckerer Schokoeier hatten die Kinderder katholischen Pfarrgemeinde am gestrigen Ostermontag: Nach dem Gottesdienst herrschte reges Treiben auf dem Wallfahrtsplatz. Die Fundstücke wurden auf dem Außenaltar gesammelt und dann gerecht an alle verteilt.

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