Gemeinsam statt einsam im Auto

Fahrgemeinschaften für mehr Umweltbewusstsein

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Zwei Fahrradfahrer engagieren sich für weniger Verkehr im Landkreis: Bürgermeister Dr. Werner Thomas und Martin Patri, Koordinator der Initiative „2proAuto“.

Dieburg - Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Auch im Bereich Mobilität ist es längst angekommen – doch überfüllte Straßen im Landkreis und schlecht ausgelastete Autos sind trotzdem Alltag. Von Konstanze Löw 

Für eine umweltfreundliche und mobile Region engagiert sich jetzt die Stadt Dieburg als Partner der Initiative „2proAuto“. Das Verkehrsbild in Deutschland wird von schlecht ausgelasteten Autos dominiert – im Durchschnitt sitzen in jedem Auto nur 1,2 Personen. „Dieser Trend macht natürlich auch vor dem Landkreis Darmstadt-Dieburg nicht halt“, erklärt Martin Patri, Koordinator der Initiative „2proAuto“. Er und seine Kollegen haben sich auf die Fahne geschrieben, die Ressource „freier Sitzplatz“ sinnvoll zu nutzen und den Individualverkehr auf vier Rädern zu reduzieren.

Nun beteiligt sich auch die Stadt Dieburg daran, zusammen mit der vor vier Monaten gestarteten Initiative „2proAuto“ ein Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit in Sachen Mobilität zu schaffen. „Wir freuen uns, dass wir von der Stadt Dieburg unterstützt werden. Jeder von uns kennt jemanden, der täglich alleine mit  dem  Auto  fährt.  Mit der Zusammenarbeit bietet sich die  Chance,  diese Autofahrer zu erreichen und zu animieren, ihre freien Sitzplätze anzubieten“, hofft Martin Patri. Im Detail sieht die Zusammenarbeit so aus, dass auf der Internetseite der Stadt ein Live-Fahrplan von angebotenen Fahrten im Landkreis einsehbar ist. Dieser wird über das vor sechs Jahren am Dieburger FH-Campus gegründete Mitfahrnetzwerk „Flinc“ organisiert und zeigt etliche Touren beispielsweise von Frankfurt nach Dieburg  oder  etwa  von  der Gersprenzstadt nach Rödermark.

Mitfahrer auf Kurzstrecken zusammenbringen

Das Prinzip: Wer eine Strecke mitfahren möchte, meldet sich beim Fahrer, die Strecke wird gemeinsam in einem Auto zurückgelegt und der Mitfahrer beteiligt sich an den Spritkosten. Nach dem gleichen Prinzip gingen bundesweite Mitfahrgelegenheiten für Langstrecken vor, „2proAuto“ habe sich jedoch vor allem auf die Vernetzung von Mitfahrern für Kurzstrecken konzentriert, so Patri. Im Fokus stünden beispielsweise Arbeitswege, die Fahrt zum Sport oder zum Kumpel, der nur wenige Kilometer entfernt wohnt. „Wir wollen Mitfahrer zusammenbringen und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass viele Plätze in den Autos frei sind. Muss ich tatsächlich immer alleine in meinem großen Kombi zur Arbeit oder zum Sport fahren?“, hinterfragt Fahrrad-Fan Patri kritisch.

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Obwohl Bürgermeister Dr. Werner Thomas bekanntlich mehr mit dem Rad als mit dem Auto unterwegs ist, begrüßt er die Zusammenarbeit: „Auch wenn ich persönlich das Fahrrad oder für größere Strecken öffentliche Verkehrsmittel bevorzuge, unterstütze ich dieses Projekt. Es hat das Potenzial, die Verkehrsbelastung deutlich zu reduzieren und die Parkplatznot zu lindern“, so der Bürgermeister. 

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