Dieburger sind zufrieden mit der neuen „gudd Stubb“

In der Römerhalle läuft es rund

+
Stammmieter der Römerhalle ist der Karnevalverein Dieburg, insbesondere mit seinen acht großen Sitzungen.

Dieburg - Die Römerhalle hat 2015 ein solides Jahr hingelegt. In der städtischen Immobilie, die im September 2011 eröffnet wurde, dabei auf die Ludwigshall’ folgte und seither wichtigste Dieburger Versammlungs- und Eventstätte ist, fanden in etwa so viele Veranstaltungen statt wie 2014. Für das Jahr 2016 wurden für die Römerhalle im Haushalt Ausgaben in Höhe von 500 000 Euro angesetzt – 100 000 Euro mehr als für 2015. Von Jens Dörr 

„Dies resultiert aus dem erhöhten Ansatz für die Abschreibung“, klärt Ulrike Posselt von der Stadtkommunikation auf. Die Abschreibung habe sich in den ersten Jahren noch gesteigert, da auch der Wert der Halle durch die endgültige Abrechnung und Nachrüstungen weiter gestiegen sei.

„Vergleicht man aber den Haushaltsansatz 2016 mit dem Rechnungsergebnis 2014, so kommt man lediglich auf einen erhöhten Ansatz von gut 40 000 Euro, also fast eine normale Teuerung“, rechnet Posselt vor. Sie betont dabei, dass es sich bei der halben Million für Dieburgs „gudd Stubb“ noch um einen Ansatz handele, der nicht grundsätzlich ausgeschöpft werden müsse. Sorgsame Verwaltungen gestalten Ansätze meist mit einem gewissen Puffer, weil nicht alle Entwicklungen immer absehbar sind und schon Monate vor dem neuen Haushaltsjahr gerechnet wird. Der Dieburger Haushaltsansatz für 2016 sei Posselt zufolge „bereits im Vorjahressommer entwickelt worden“.

Wasserschaden musste behoben werden

Eine der unerwarteten Ereignisse in der Römerhalle war vor wenigen Wochen ein Wasserschaden entstanden, weil laut Posselt eine Abwasserrinne nicht richtig angeschlossen gewesen sei. Die städtische Pressesprecherin stellt aber klar, dass Gerüchte falsch seien, „dass generell der Kanal nicht richtig an die Halle angeschlossen sei“. Dies sei im Übrigen ebenso Quatsch wie Gerüchte, der Karnevalverein und Römerhallen-Pächter Tobias Niestatek hätten bei der Buchung des großen Saals Vergünstigungen erhalten. „Das ist völlig falsch“, stellt Posselt klar. Sie verspricht, dass in Sachen Wasser, das ins Mauerwerk eindrang, mittlerweile „fast alles behoben“ sei. So seien die betroffenen Stellen getrocknet und das Parkett wieder in Ordnung gebracht worden. Nur noch einige Schönheitskorrekturen müssten durchgeführt werden.

Nichts geht ohne das richtige Personal

Maßgeblich mit dem Vorankommen der Römerhalle im Zusammenhang stehen neben den baulichen und technischen Voraussetzungen besonders im großen, durch eine mobile Wand trennbaren Saal mit seiner Bühne, aber auch in den kleineren Räumen im Obergeschoss jene Personen, die sich für die Stadt Dieburg tagtäglich auf verschiedene Weise um das Objekt kümmern. Zur halben Million Etatansatz 2016 zählen dabei 76 000 Euro an Personalkosten. Posselt erläutert, wie diese sich zusammensetzen: „Es handelt sich um anteilige Kosten für die Mitarbeiter im Kulturamt, die Mitarbeiter zum Beispiel der Finanz- und Personalabteilung sowie Kosten für den Hausmeister, für Ton- und Lichttechniker, für die Hallenaufsicht et cetera.“ Es gebe in Dieburg „niemanden bei der Stadt, der ausschließlich für die Römerhalle arbeitet.“ Zähle man alle Anteile der Mitarbeiter zusammen, komme man jedoch auf eine Vollzeitstelle. Eine Art Hallenmanager, wie er von einzelnen Parlamentsfraktionen immer mal wieder - auch im jüngsten Kommunalwahlkampf - gefordert wird, wurde bislang meist mit Kosten von rund 60 000 Euro pro Jahr beziffert. Eine Einstellung steht hier aber weiter nicht auf der Agenda.

50 Prozent der Buchungen betreffen den großen Saal

Mit Blick auf die Nutzung verzeichnete die Stadt im vergangenen Jahr rund 60 Buchungen der Römerhalle (plus acht Eigenveranstaltungen der Stadt), wobei in 30 Fällen der gesamte große Saal gemietet wurde. Hinter einer einzelnen Buchung verbirgt sich teils aber auch eine Mehrtagesveranstaltung, etwa die zweitägige Energie- und Baumesse. Die Zahl der Tage, an denen die Römerhalle genutzt wurde, ist nicht nur deshalb deutlich größer: Keine Statistik führt die Stadt nämlich über die noch reger in Anspruch genommenen kleineren Räumlichkeiten im Obergeschoss, wo von Talkrunden über Schulungen bis hin zu Chorproben eine vielfältige Nutzung stattfindet.

Archivbilder

Römerhalle feierlich eröffnet

„Die Römerhalle wird von Seiten der Veranstalter und Gäste sehr gut angenommen“, resümiert Posselt. Lediglich die Nachfrage der Unterhaltungsagenturen habe sich reduziert, da beim Publikum wenig Bedarf vorliege. Statt auf kulturelle Events werde man bei der Vermarktung den Schwerpunkt künftig eher auf Schulungen, Prüfungen, Informationsveranstaltungen und Messen legen. Insgesamt sei man „von Seiten des Kulturamtes mit der Entwicklung und Akzeptanz der Halle sehr zufrieden“.

Kommentare