Feste Basis für Fortbestand

 St. Rochus: Geschäftsführer Frank Bletgen verabschiedet  

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Auf dem Abschiedsfoto von links: Gabriele Wennel (Mitarbeitervertretung) Kuratoriumsvorsitzender Dr. Werner Thomas, der verabschiedete Geschäftsführer Frank Bletgen, Pfarrer Alexander Vogl (Vorstand der St. Rochus Stiftung) Brigitte Katzenmeier (Hygienefachkraft und Qualitätsmanagement-Beauftragte), Belegarzt Dr. med. Nosratollar Evazi und Haustechniker Thomas Tämmler.

Dieburg - Durch den neuen Klinikverbund Südhessen hat das Klinikum Darmstadt auch die Leitung des St. Rochus Krankenhauses übernommen. So haben Vorstand und Kuratorium der St. Rochus Stiftung den bisherigen Geschäftsführer Frank Bletgen jetzt in Dieburg offiziell verabschiedet.

Pfarrer Alexander Vogl – in seiner Eigenschaft als Vorstand der St. Rochus Stiftung – und Bürgermeister Dr. Werner Thomas als Vorsitzender des Kuratoriums dankten dem scheidenden Geschäftsführer für sein Engagement und die geleistete Arbeit in der schwierigen Phase der Umstrukturierung und Reorganisation des Dieburger Krankenhauses.

Bletgen hatte die geschäftsführende Leitung des St. Rochus Krankenhauses im Februar 2014 mit der Maßgabe übernommen, das zuletzt finanziell in Schieflage geratene katholische Belegkrankenhaus wirtschaftlich überlebensfähig zu machen und das Haus für das geplante Bieterverfahren und den Verkauf vorzubereiten. Die Umwandlung des Krankenhauses in eine gemeinnützige GmbH, war dann mit einem Um- und Abbau der Mitarbeiterstrukturen und einer teilweisen Neuausrichtung des Krankenhauses verbunden. „Zusammen mit dem Erbe der etlichen vorausgegangenen Geschäftsführer sei das keine leichte Aufgabe gewesen, resümierte Pfarrer Vogl die schwierigen Startbedingungen von Bletgen. „Die Prämisse des Vorstandes, das Haus nicht zu schließen, sondern die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen so vorzubereiten, dass Interesse am Rochus besteht, war von Beginn an eine schwierige und gleichermaßen schmerzhafte Aufgabe auch für den neuen Geschäftsführer“, so Vogl. „Doch wir konnten uns von Beginn an aufeinander verlassen. Seine Voraussage: ‚Das ist zu schaffen‘, hat Herr Bletgen gehalten.“

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Von vornherein sei er sich sicher gewesen, dass das Rochus eine Zukunft habe. Aber nur durch das Vertrauen der Mitarbeiter seien so tiefgreifende und einschneidende Umstrukturierungen überhaupt umsetzbar gewesen, betonte Bletgen in seinen Abschiedsworten. Es sei vor allem ein sehr schmerzhafter Prozess für alle diejenigen langjährigen Mitarbeiter gewesen, die sich im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen beruflich stark verändern mussten. Über die Gründung einer Transfergesellschaft konnte den Betroffenen Unterstützung angeboten werden, um eine neue berufliche Perspektive zu finden. Das von Bletgen eingerichtete monatliche Runder-Tisch-Forum zwischen Mitarbeitern und Geschäftsführung sei zudem ein wichtiger Baustein gewesen, um Vertrauen für den Sanierungsprozess aufzubauen.

„Die Mitarbeiter haben hier ein offenes und vertrauensvolles Ohr für ihre Probleme und Fragen direkt bei der Geschäftsleitung erhalten. Das wurde von den Mitarbeitern nicht nur wahrgenommen, sondern auch honoriert“, hob Gabriele Wennel als Vertreterin der Mitarbeitervertretung hervor. „Es bestand zunächst große Skepsis, ob das Rochus überhaupt eine Zukunft hat“, blickte Bletgen zurück, doch die Bereitschaft auf Vieles zu verzichten, um das Rochus weiterzubringen, sei bei den Mitarbeitern enorm gewesen. Als auch „persönlich schmerzhaften Einschnitt“ bezeichnete der scheidende Geschäftsführer vor allem die nicht abwendbare Schließung der traditionsreichen geburtshilflichen Abteilung. Trotz intensiver Bemühungen seitens des St. Rochus Krankenhauses, intensiver Akquisebemühungen bei Gynäkologen und sehr engagierter Bürger sei es nicht gelungen, die Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung der Abteilung zu erfüllen.

Im Zuge des Ausbaus der Kooperation mit den Belegärzten am St. Rochus wurden intensive Gespräche zur Intensivierung und Weiterentwicklung der Zusammenarbeit geführt. Zudem konnten fünf neue Belegärzte gewonnen werden. Durch Gespräche mit den umliegenden niedergelassenen Ärzten und den zuständigen Rettungsdiensten sei die Notfallversorgung im St. Rochus wieder voll im Rahmen ihrer Möglichkeiten etabliert, so der scheidende Geschäftsführer. „Die wirtschaftliche Situation konnte entschärft und das finanzielle Defizit deutlich verringert werden“, teilte Pfarrer Vogl abschließend mit. Zusammen mit der deutlich verbesserten Belegung bestehe dank Bletgen nun eine Basis, auf der das St. Rochus Krankenhaus eine„gute medizinische Standortversorgung für Dieburg und Umgebung mit einer guten Vernetzung in den ambulanten Bereich leisten kann“, wie es Kuratoriumsvorsitzender Dr. Werner Thomas zusammenfasste.

eha

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