Umfassende Schulsanierung steht fest

In der ADS soll´s 2016 losgehen

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Im nächsten Jahr soll die Planung jetzt aber endlich beginnen.

Dieburg - Landrat Schellhaas legt sich auf Termin für die umfassende Schulsanierung fest. Die Sanierung der Alfred-Delp-Schule ist in der Prioritätenliste des Schulbauprogramms immer weiter nach hinten gerutscht. Von Lisa Hager

Dieburg - Der Rotstift, den das Regierungspräsidium (RP) beim defizitären Kreishaushalt ansetzt, sorgt für Frust in der Alfred-Delp-Schule: Um 20 Millionen Euro hat die Genehmigungsbehörde das insgesamt 450 Millionen Euro schwere Schulbau- und Schulsanierungsprogramm gestutzt. Das RP – verlängerter Arm des Landes Hessen – hat die zusätzliche Aufnahme dieser Kreditsumme verweigert. In diesem Jahr dürfen nur 38 statt 58 Millionen für die Schulen ausgegeben werden. Damit ist das Oberstufengymnasium auf der Rangliste der zu sanierenden Schulen nach hinten gerutscht, auf der sie 2007 einmal ganz oben stand.

Was aber bedeutet das in Zeiträumen? Wie lange muss die Schule, die zu den Sorgenkindern der Betonskelettgebäuden gehört, noch warten? Genau das wollten Schulleiterin Ursula Krell und Stellvertreterin Anja Krapp von Landrat Klaus Peter Schellhaas wissen, der sich am Donnerstag in der Aula Fragen von Lehrern, Elternvertretern und Schülern stellte.

Allein am Schulzentrum seien schon 47 Millionen aus dem Programm investiert worden, so Schellhaas. 2007 aber hätte die Weltwirtschaftskrise allen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als Land und Bund das Sonderinvestitionsprogramm und das Kommunale Investitionsprogramm auflegten, seien Schulen leer ausgegangen, an denen die Sanierung schon geplant war. Diese Gelder durften nur in völlig neue Projekte fließen. Da sei die ADS schon nach hinten gerutscht. Und die vom Land verordnete Schuldenbremse habe ein Übriges getan, die Maßnahmen jetzt noch weiter zu verzögern.

Begonnen wird mit "Phase 0"

„Wenn uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt, starten wir 2016“, formulierte der Landrat die Zielvorgabe, auf die alle warteten. Dann werde mit „Phase 0“ begonnen, einer Bestandsaufnahme der Schäden, quasi ein Röntgenbild des Gebäudes erstellt. „Da wäre es klasse, wenn sich hier eine Arbeitsgruppe bilden würde, die sich in die Planungen einbringt“, warb er um Assistenz. Sanierung oder Neubau? Das sei die Frage, die sich dann stelle. Bei der ADS geht man von einem Sanierungsfall aus.

Lars Vogel erinnerte als Sprecher der Schüler an den erst 2006 errichteten, aber schon jetzt nicht mehr ausreichenden Naturwissenschaftlichen Trakt, die Container auf dem Parkplatz, die Klassenräume ersetzen müssen. „Immer mehr Schüler, so wie ich auch, kommen aus Bayern“, sagte er. Die Verkehrssituation sei eine Katastrophe, deshalb müsse dringend Parkraum geschaffen werden. An der Planung eines Parkdecks auf dem Gelände der alten Gutenbergschule werde festgehalten, so Schellhaas, was Bürgermeister Dr. Werner Thomas bestätigte. Vorziehen könne man das Parkdeck nicht, da das Gebäude wegen der Probleme am Neubau (siehe Artikel oben) noch nicht abgerissen werden könne. „Die Sanierung der ADS, die für 750 Schüler geplant ist, wird im laufenden Betrieb über die Bühne gebracht“, sagte Schellhaas. Das bedeute Lärm, Staub und andere Unannehmlichkeiten, man brauche auch Ausweichräume und Platz für Container.

Schüler der ADS feiern ihr Abitur

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Und wann werden die Schüler in ihr saniertes Gebäude einziehen können? „Das wird vor 2020 sein“, legte sich Schellhaas fest. „Wir können nicht bis 2020 warten, bis dahin fallen uns die Kisten auseinander“, hakte Lehrer Andreas Müller, zuständig für den IT-Bereich, nach. Auch da gab es eine Zusage: Noch 2015, so ist mit Schuldezernent Christel Fleischmann vereinbart, werden 80 PC ausgetauscht – die Investition steht im Kreishaushalt, der aber noch nicht genehmigt ist.

Bis dahin wird sich auch ein anderes Problem erledigt haben, das Kai Müller vom Personalrat ansprach. „In der Zwischendecke des Lehrerzimmers verschimmelt vermutlich eine Ratte. Der Raum ist wegen Gestanks nicht zu benutzen.“ Die Hausmeister seien intensiv auf der Suche nach der Ursache, versicherte Martina Löffler, Leiterin des Büros des Landrats, im Gespräch mit dem DA. In einem ähnlich gelagerten Fall seien sie auch fündig geworden.

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