Schleppende Sanierung an der Gustav-Heinemann-Schule

Nach den Ferien wird´s besser

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Schuldezernent Christel Fleischmann (zweiter von rechts) und Holger Gehbauer vom Da-Di-Werk (beim Vortrag mit Mikrofon) reichten den teils in Protesthaltung gekommenen Zuhörern mit der Ankündigung der schnellstmöglichen GHS-Sanierung die Hand.

Dieburg - Protest gegen die lange Phase des Vertröstens wurde jetzt bei einem Infoabend zur Sanierung der Gustav-Heinemann-Schule laut. Jetzt will der Landkreis Tempo machen und verspricht eine „Fertigstellung so rasch wie möglich“. Von Jens Dörr

„Wann können wir wieder unsere Fachräume nutzen?“ „Wann können wir wieder auf unseren Fußballplatz?“ Unter anderem diesen Fragen – von Schülern der Gustav-Heinemann-Schule (GHS) selbst präsentiert – und vielen weiteren von Eltern stellten sich mit Blick auf die nun schon seit acht Jahren dauernde Sanierung am Dienstagabend in der Gutenberghalle insbesondere Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann und Holger Gehbauer vom Da-Di-Werk, dem Eigenbetrieb für Gebäude- und Umweltmanagement des Landkreises. Konkrete Daten zur Fertigstellung der gesamten Sanierung nannten beide nicht, streckten mit ihren Ankündigungen aber die Hand gen teils aufgebrachte Eltern aus.

Fleischmann begann seine Einleitung vor den 200 Zuhörern, die teils in Protesthaltung gekommen waren, wovon Trillerpfeifen um die Hälse von Schülern und Schilder mit Aussagen à la „Schluss mit dem Gelaber! Wir wollen Ergebnisse!“ zeugten, mit einem Eingeständnis: Für die Zahl der Schulsanierungen im Landkreis gebe es beim Da-Di-Werk eine zu geringe Zahl an Projektleitern. „Wir haben ein personelles Problem“, sagte Fleischmann. Wo sich jeder Projektleiter um maximal drei Projekte kümmern solle, habe man teils bis zu sieben zugemutet. „Deshalb haben wir eine Reihe von Schulbaumaßnahmen zwar nicht abgebrochen, aber andere Maßnahmen vorgezogen.“

Planen kostet Zeit, Bauen kostet Zeit

Weshalb die vielfältigen Arbeiten in der GHS als Schule für „Praktisch Bildbare“ (Kinder und Jugendliche mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen) die Geduld von Schulleitung, Lehrern, Eltern und Schülern so arg strapazierten, begründeten Fleischmann und Gehbauer nicht nur damit. Man habe in immer neuen Planungsrunden immer weitere Sanierungwünsche aufgenommen, wodurch das Projekt immer umfangreicher geworden sei. „So kommt eins zum anderen“, meinte Gehbauer. Denn: „Planen kostet Zeit, Bauen kostet Zeit.“ Und: „Manchmal muss man in Etappen bauen.“

Dass gut Ding Weile haben wolle, untermauerte er beispielsweise mit der Sanierung der Münsterer Aue-Schule (zehn Jahre) und der Groß-Zimmerner Albert-Schweitzer-Schule. Zuhörer brachten in diesem Zusammenhang das Argument ein, dass es sich dabei um deutlich größere Schulen handele als die GHS mit ihren 100 Kindern und Jugendlichen. Diese hätten überdies viel stärkeren Förderbedarf durch ihre Schule als „normale“ Kinder. Mit Spannung zur Kenntnis genommen und teils auch mit Applaus bedacht wurde unterdessen Gehbauers Ausblick: „Es ist nicht gut gelaufen. Wir haben daraus gelernt“, sagte er zunächst, ehe die Öffentlichkeit auch darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass man aus Unzufriedenheit vor einiger Zeit das mit der GHS-Sanierung beauftragte Architekturbüro gewechselt habe. Der Plan: „Außerhalb der Ferien ist das Ihre Schule, da lassen wir Sie in Ruhe.“ In den Ferien – vor allem im Sommer, wolle man „von morgens früh bis abends spät“ an mehreren Stellen gleichzeitig arbeiten. Das, so der bereits gegenüber unserer Zeitung geäußerte Vorwurf von Schulleiterin Helma Hirth, sei in der Vergangenheit nicht der Fall gewesen.

Gehbauers Versprechen: „Die Fertigstellung wird so rasch wie möglich sein.“ Schon nach den Sommerferien könnten die Schüler einige Fachräume wie den Wahrnehmungsraum nutzen, das Therapiebad allerdings noch nicht, kündigte Fleischmann an und beantwortete damit eine der eingangs gestellten Fragen. Dann ging er auch auf den Fußballplatz ein, auf dem Baumaterialien den Kick verhindern: „Er wird nach den Sommerferien freigeräumt sein.“

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