Nach Unfällen: Sicherer Schulweg für die Kinder

Drei Schulleiter, ein Appell

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Vorbildlich verhalten sich diese Schüler, die Zebrastreifen und Sprunginsel am Römerkreisel nutzen, um über die Straße „Hinter der Schießmauer“ zu kommen. Viele überqueren die Straße aber weiter westlich und ohne schützende Querungshilfe.

Dieburg - Der Schulweg soll sicherer werden. Das fordern die Leiter von Goethe-, Marien- und Gutenbergschule. Auch mit Blick auf die baldige Neugestaltung des Quartiers will man, dass gehandelt wird. Von Jens Dörr 

Im Herbst 2013 kam es in der Kolpingstraße – neben der Konrad-Adenauer-Straße an der Post sowie der parallelen Friedrich-Ebert-Straße eine von drei Straßen, die von der Dieburger Innenstadt und der Straße „An der Schießmauer“ zur Goetheschule führen – zu einem schweren Unfall. Ein Schüler wurde von einem Auto erfasst und trug mehrere Knochenbrüche davon. Darüber berichtete auch unsere Zeitung, ebenso über ein folgendes Vor-Ort-Treffen im Dezember 2013, an dem unter anderem Goetheschulelternbeirats-Mitglied Günter Hüttig, Bürgermeister Dr. Werner Thomas, Schulleiter Christof Maruschka, Parlamentarier Sebastian Stöveken (Grüne) sowie Vertreter der Ordnungsbehörde teilnahmen. Bereits damals wurden mögliche Maßnahmen für einen sichereren Schulweg erörtert – auch mit Blick auf die baldige Neugestaltung des Quartiers, wo in Goethestraße, Kolpingstraße, Friedrich-Ebert-Straße und Konrad-Adenauer-Straße die Kanäle saniert werden müssen. Vor wenigen Wochen ereignete sich wieder ein Unfall – nun haben die Schulleiter von Goetheschule, Marienschule und Gutenbergschule in einem Schreiben an Bürgermeister und Magistrat nochmals auf das Thema aufmerksam gemacht.

Der Unfall ereignete sich Ende Februar, betraf nach Schilderung der Mutter einen Marienschüler, der auf dem Weg zur Grundschule war, die Straße „Hinter der Schießmauer“ überqueren wollte, bemerkte, dass es für ihn angesichts eines nahenden Autos zu knapp würde. Der Schüler wollte stehenbleiben, knickte aber um und stolperte gen Fahrbahn. Dort erfasste ihn das Auto – vermutlich mit dem Außenspiegel -– am Schulranzen, so dass er auf die Fahrbahn geworfen wurde. Außer dem Schreck blieben schlimmere Folgen aus.

Mit Zahlen untermauert

Für die drei Schulen – auch die weiter entfernten Marien- und Gutenbergschule betrachten das Quartier rund um die Goetheschule sowie die Schießmauer als den „erweiterten Schulweg“ – ist die Zeit zum Handeln gekommen. „Muss denn erst etwas ganz Schlimmes passieren, ehe sich die Lage verbessert?“, fragt der stellvertretende Goetheschulelternbeirat Hüttig. In seinen Augen steht und fällt die Sicherheit nahe der Goetheschule insbesondere mit der Situation an der Schießmauer. Hier laufen und radeln etliche Kinder, die von oder zur Goetheschule durch die Kolpingstraße kommen, um beispielsweise neben der Römerhalle gen Zentturmstraße, Innenstadt oder Bahnhof zu gelangen.

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Das untermauern Goetheschulelternbeirat sowie die Arbeitsgruppe „Verkehrssicherheit Schulweg“ dieser Schule mit Zahlen, die sie im vergangenen Jahr an entsprechender Stelle selbst erhoben haben: Demnach queren zu Zeiten des Schulbeginns und des Schulendes pro Stunde zwischen 100 und 200 Fußgänger und Radfahrer – meist Schüler – die Straße. Das sind deutlich mehr, als den Zebrastreifen mit Sprunginsel am Römerkreisel einige Meter weiter östlich nutzen. An beiden Stellen fahren an Schultagen zwischen 7 und 8 Uhr beziehungsweise 12.30 und 13.30 Uhr stündlich zwischen 400 und 500 Autos vorbei.

Da die Schüler den Umweg bis zum Zebrastreifen am Kreisel offenkundig nicht nutzen, fordert Hüttig im Zuge der Quartiersanierung, weiter westlich – nahe der Einmündung Kolpingstraße – eine Sprunginsel mit Zebrastreifen anzulegen. „Das ist im Endausbau unser Ziel“, formuliert er es deutlich. Vor zwei Wochen hat hierzu auch die Fraktion der Grünen einen Prüfantrag gestellt, der Hüttig aber nicht weit genug geht. „Die Einrichtung einer 30er-Zone an der Schießmauer reicht nicht“, sagt er. Es helfe nur die klare, rechtlich verbindliche Querungshilfe mittels Zebrastreifen und Sprunginsel, die nicht zu klein sein dürfe, damit auch ein Fahrrad dort halten könne. Die Hoffnung der Eltern und Schulen ruht nun darauf, dass derlei noch in die Planungen aufgenommen und realisiert werde. Eine Querungshilfe nahe der Einmündung Kolpingstraße sei für den Schulweg wichtiger als jene am Römerkreisel.

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