Sanierungsbedarf und altersungerechte Wohnungen

Aktuelle Wohnentwicklung im Kreis Dieburg

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Dieburg - Sprichwörtlich weg „wie die warmen Semmeln“ gingen die Grundstücke im Neubaugebiet Campus. Inzwischen ist dort alles bebaut. Die Nachfrage ist dennoch ungebrochen. Von Lisa Hager 

Wie man generell im Landkreis wohnt, erläutert der vierte Band von „Statistik konkret“. Mehr als 200 Seiten geballtes Wissen rund um das Wohnen im Landkreis Darmstadt-Dieburg hat Landrat Klaus Peter Schellhaas den Kreistagsabgeordneten jetzt vorgelegt: Im vierten Band der Schriftenreihe „Darmstadt-Dieburg Statistik konkret - Herausforderungen für eine nachhaltige Kreisentwicklung“ geht es um die Wohnbedingungen der Menschen im Landkreis. „Für alle 23 Städte und Gemeinden unseres Landkreises gibt es in dem Band ein Profil, das den Wohngebäudebestand nach Alter, Typ und Größe sowie die Preise für Grundstücke, Wohnungen und Häuser darstellt und zudem auf die Struktur der Haushalte eingeht“, erläutert Schellhaas.

„Die Wohnbedingungen im Landkreis weisen einige Unterschiede zwischen den einzelnen Städten und Gemeinden auf“, so der Landrat. „Gemeinsam haben die Kommunen die starke Suburbanisierung in den 1960er bis 1980er Jahren, die Ortsstrukturen im gesamten Landkreis verändert hat“, erläutert Schellhaas weiter. „Ein sehr großer Teil des Wohngebäudebestandes im Landkreis wurde bereits vor 1979 erbaut. Das durchschnittliche Hausalter von 52 Jahren lasse erahnen, dass eine Vielzahl der Wohngebäude Sanierungsbedarf habe und heutigen Bedürfnissen nicht mehr entspreche.

Besondere Bedeutung hat nach Ansicht des Landrates die Verbindung des Themas Wohnen mit den Herausforderungen der demografischen Entwicklung: Zum Beispiel durch die veränderte Altersstruktur der Bevölkerung und eine steigende Zahl von Einpersonenhaushalten stehe auch die Wohnungswirtschaft vor tiefgreifenden Veränderungen der Nachfrage, so die Schlussfolgerung. Schellhaas: „Die sich verändernde Altersstruktur der Bevölkerung ist eine besonders große Herausforderung, da der Großteil der älteren Menschen nicht in an das Alter angepassten Wohnungen lebt.“

Dem demografischen Wandel entsprechend ist auch in Dieburg die Nachfrage nach seniorengerechten Wohnungen sehr groß. Das nächste Projekt, das auf diese veränderten Bedürfnisse eingeht, entsteht auf dem ehemaligen, 3 500 Quadratmeter großen Ludwigshallengelände. Die früheren Gebäude sind inzwischen komplett abgerissen. An ihrer Stelle sollen in diesem Jahr barrierefreie Wohnungen, Arztpraxen und Bürorräume sowie eine Tiefgarage entstehen.

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