CDU-Fraktion bringt altbekanntes Thema aufs Tapet

Windelcontainer im Gespräch

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So könnte er aussehen, der Windelcontainer für Dieburg.

Dieburg - Es ist keine neue Idee, die da die CDU ausgepackt hat – allerdings soll eine separate Entsorgung von Windeln nach dem Containermodell wesentlich kostengünstiger ausfallen als die frühere Variante über die Windelsäcke. Von Lisa Hager 

Einstimmig haben die Stadtverordneten diesem Prüfantrag der Christdemokraten zugestimmt. Auch wenn die SPD kritisierte, dass ein ähnlicher Antrag der Sozialdemokraten, gebetsmühlenartig jedes Jahr bei den Haushaltsberatungen gestellt, stets von der Mehrheit abgelehnt worden sei. Die separaten Säcke zur Entsorgung von Windeln gab es früher schon mal in Dieburg. Damit sollten Familien mit kleinen Kindern und inkontinenten Angehörigen entlastet werden. Im Rahmen der Sparzwänge wurde diese freiwillige soziale Leistung 2009 gestrichen. Jetzt soll es eine andere Form dieses Angebots geben und alle Kräfte ziehen an einem Strang.

CDU-Fraktionsvorsitzender Renee Exner stellte die frühere freiwillige Leistung Windelsack, die die Stadt zuletzt 55.000 Euro im Jahr gekostet habe, den jetzigen Kosten für einen Container gegenüber. Ein Gefäß von fünf Kubikmetern, das zu Zweidritteln in den Boden eingelassen werde und geruchsneutral sei, koste 5000 Euro. Dazu käme der Einbau (knapp 1000 Euro). Für die Entsorgung des Abfalls – auf die Zahl der Windelkinder und Bedürftigen hochgerechnet schlügen laut Exners Rechnung mit rund 2700 Euro pro Jahr zu Buche. Pro Kind oder zu pflegendem Angehörigen würden etwa 400 Kilo beziehungsweise 2 000 Stück Windeln pro Jahr anfallen. Bedienen ließen sich diese Container über Chips oder Schlüssel, die interessierte Familien für einen Jahresnutzungsbetrag zur Verfügung gestellt bekämen. Die Stadt Flörsheim beispielsweise verlangt dafür 24 Euro jährlich. „Das ist nicht nur eine Unterstützung junger Familien, sondern trägt auch zur positiven Außendarstellung einer Stadt bei“, so Exner.

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Bevor es zum einstimmigen Votum kam, wies SPD-Stadtverordneter Markus Resch darauf hin, dass dies einen ureigenste Initiative seiner Fraktion gewesen sei. „Wir haben jedes Jahr wieder die Einstellung von 5000 Euro für diesen Zweck im Haushalt gefordert und genauso regelmäßig wurde dies von der CDU abgelehnt“, sagte er. Deshalb erstaune ihn jedieser Vorstoß. Er regte an, die Modalitäten des Konzepts noch einmal zu überdenken, Denn niemand kontrolliere die Einwürfe und „auch Schlüssel können wandern“.

Der Magistrat ist mit diesem Beschluss aufgefordert, den Bedarf in Dieburg zu prüfen und nach Aufstellplätzen zu suchen. Sollte eine positive Rückmeldung aus der Bevölkerung kommen, werden im Haushalt 2016 Mittel für einen oder mehrere Windelcontainer eingeplant.

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