Haushalt 2017 eingebracht

Dieburg soll bis 2021 schuldenfrei sein

Dieburg - Mit dem Anspruch, die Stadt Dieburg bis 2021 schuldenfrei zu machen, ist Bürgermeister Dr. Werner Thomas einst zum Wahlkampf angetreten. Und er scheint seinem Ziel näher zu kommen: Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt laufend und liegt in diesem Jahr bei 257 Euro. Der am Donnerstagabend von ihm eingebrachte Haushaltsentwurf 2017 ist ausgeglichen und verzichtet sowohl auf Gebührenerhöhungen als auf eine Neuverschuldung. Von Lisa Hager 

Seit 2010 sinkt der Schuldenstand kontinuierlich: Lag er damals bei 7,9 Millionen Euro, sind es in diesem Jahr nur noch 3,9 Millionen. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist im gleichen Zeitraum von 539 auf 257 Euro gesunken. Für 2018 ist ein Wert von 207 Euro geplant. „Wenn wir so weiter machen, könnten wir 2021 tatsächlich schuldenfrei sein“, so Thomas am Donnerstagabend bei der Einbringung des Haushalts, den er als „solide und zukunftsfähig“ bezeichnete.

Thomas betonte, seinem Nachfolger auch ein gut bestelltes Feld hinterlassen zu wollen – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, die den gesamten Haushalt bestimme. „Wir sehen keine Erhöhung von Steuern und Abgaben vor, viele freiwillige Leistungen erbringen wir trotzdem, wir haben eine sehr gute Quote bei der U 3- und Ü 3-Betreuung und kommen ohne Neuverschuldung aus“, skizzierte er die positiven Fakten. Außerdem werde man an der Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete weiter arbeiten und die Straßensanierung fortsetzen. „Mit einer anständigen Schwarzen Null“, so Thomas, schließe der Haushalt 2017 mit einem kleinen Überschuss von rund 100 000 Euro ab. Den knapp 40 Millionen an Erträgen (davon sind 31,1 Millionen Steuern und Gebühren) stünden 36,8 Millionen Euro an Aufwendungen gegenüber – allein davon sind fast 17 Millionen Euro an Steuern, die wiederum die Stadt zu zahlen habe.

Mit seiner prognostizierten Gewerbesteuereinnahme von 17,5 Millionen Euro (im Vorjahr waren es noch 15,5 Millionen Euro) liegt Dieburg übrigens an erster Stelle der Landkreiskommunen, gefolgt von Groß-Bieberau, Bickenbach, Weiterstadt und Roßdorf. Daran könne man sehen, dass man nicht an der Autobahn liegen und kein Mega-Einkaufszentrum haben müsse, um auf diesem Gebiet erfolgreich zu sein, meinte der Verwaltungschef. Für Investitionen – dazu gehören im Übrigen auch zinslose Darlehen, die zurückgezahlt werden müssten – seien im Etat 8,8 Millionen Euro vorgesehen. Diese Summe beinhaltet allerdings 4,5 Millionen an Haushaltsausgaberesten aus den Vorjahren – das sind Gelder, die in die Etats zwar eingestellt, aber nie ausgegeben wurden.

Bund der Steuerzahler prangert öffentliche Verschwendung an

Außer für die Erweiterung der Kindertagesstätte St. Josef – derzeit behilft man sich dort mit einer Containerlösung – seien keine Neuinvestitionen vorgesehen. Zudem verzichte man weiterhin auf die Erhebung einer Straßenbeitragssatzung. Die finanzielle Solidität Dieburgs habe auch seine Nachteile, sagte Thomas: „Wir zahlen dadurch hohe Abgaben und Umlagen.“ Im Landkreis gehöre man zu den wenigen Geberkommunen, die in den kommunalen Finanzausgleich zahlen müssten. Bei der Kreisumlage sei man für 2017 von keiner Erhöhung ausgegangen, so Thomas. Es gebe Signale, dass die Höhe beibehalten werde. Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning hat ähnliches vernommen. „Der Landrat hat mir auch versprochen, dass es dabei bleibt“, informierte er.

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