Liebe, Lust und das Prinzip Leckmuschel

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Chor „ConFuego“ begeistert mit seinem neuen Programm in der Römerhalle. Der Chor mit seinem Dirigenten Dirk Schneider hatte sich für das Publikum ein vielfältiges Programm mit vielen humorvollen Ideen und einer abwechslungsreichen Liedauswahl ausgedacht. 

Dieburg - Wie funktioniert eigentlich die Liebe? Welche Fehler kann man machen und wie schafft man es, dass sie ein Leben lang hält? Diesen und anderen Fragen widmete sich das Konzert „Liebe und so’n Quatsch“ des a cappella Chors „ConFuego“ am Samstagabend in der voll besetzten Römerhalle. Von Julia Glaser 

Obendrein wurde den Gästen auch „praktische Lebenshilfe“ in Sachen Liebe versprochen. Zu Beginn übergab der 1. Vorsitzende des Chors, Michael Weber, einen 2 000- Euro-Scheck an die Heidrun-Seibert-Stiftung, der Erlös eines Benefizkonzerts. Der Betrag kommt unter anderem dem Projekt „Flieder Engel“ im Klinikum Darmstadt zugute, das sich für eine bessere Betreuung von Krebspatienten einsetzt.

Mit viel Charme und Schwung führten die Sängerinnen und Sänger im Anschluss durch das Programm. In Videoclips verfolgten die Zuschauer die Beziehung von Maja und Willi, einem frischverliebten Paar. Ihr Wechselbad der Gefühle inklusive Eifersucht und Bindungsangst begleitete der Chor mit seiner abwechslungsreichen Liedauswahl.

Nat King Coles Romantik-Klassiker „When I fall in Love“, der „Mashup Tinder & Counting Stars“ oder Robbie Williams „Let me entertain you“ waren einige der Höhepunkte der ersten Hälfte des Programms, das für die „Liebe“ stand, während der zweite Teil dann den „Quatsch“ behandelte. Viel zu lachen hatte das Publikum bei „Gänseblümchen“ der Gruppe Ganz Schön Feist, in dem es um die mehr oder minder vorhandene Wirksamkeit von Meditationstechniken geht. Majas und Willis Beziehung hat leider keine Zukunft: Nach einem Streit geht Willi fremd, woraufhin Maja der Beziehung, wie mit den neuen Medien üblich, per „Facebook“ ganz einfach über das Ändern des Beziehungsstatus in „getrennt“ ein Ende setzt.

Nach der Pause ging es mit der live zugeschalteten Koryphäe in Liebesdingen Dr. Mett Lovegood weiter. Er erklärte seine „LMP-Methode“, Liebe, Miteinander, Partnerschaft, die auf dem Leckmuschel-Prinzip basiert: Die Muschel hat die Form eines Herzens, ist klebrig wie die Liebe und  hält eine halbe Ewigkeit.

Zwischen den mehr oder minder hilfreichen Ratschlägen des Doktors bewiesen die Sängerinnen und Sänger ihr Können und ihr ausgeprägtes Rhythmusgefühl mit Liedern wie „In my Life“ von den Beatles, Rammsteins „Mein Herz brennt“ oder Roger Ciceros „In diesem Moment“. Dem Thema Bindungsangst widmete man sich mit dem gleichnamigen Lied der Gruppe Basta. Auch hier gab es viel zu Schmunzeln für das Publikum, das direkt zum Mitsingen eingeteilt wurde.

Dass die Ratschläge von Dr. Lovegood „natürlich völliger Käse“ seien, erklärte Chorleiter Dirk Schneider kurz vor dem Ende des Konzertabends. Einen drastischen Weg, Beziehungsprobleme zu lösen, zeigte er danach im Lied „Ja Schatz“ von Bodo Wartke auf: mit der Axt. Natürlich nahm die Sache auch hier ein gutes Ende und das Konzert schloss mit dem lebens- und liebesbejahenden „So soll es bleiben“ der Gruppe „Ich + Ich“.

Zum Dank an den Chor gab es Standing Ovations, der sich wiederum mit mehreren Zugaben beim Publikum bedankte. Als kleinen Scherz und Mitbringsel für zu Hause erhielt jeder Zuhörer  am Ausgang noch eine Leckmuschel.

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