CDU verliert, UWD legt zu

Dieburger Christdemokraten büßen fünf Prozent ein

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Marie, die bestimmt kleinste Jungwählerin des Tages, kam – gut behütet im Tragetuch an Papas Brust – gestern auch mit ins Wahllokal Pfarrzentrum St. Wolfgang. Für die großen Stimmzettel, die Wahlhelfer Wolfgang Reith übergab, hatte sie kein Auge.

Dieburg - In Dieburg hat die CDU bei den gestrigen Kommunalwahlen einen neuen Verlust hinnehmen müssen. Hatten die Christdemokraten schon 2011 rund sieben Prozent (im Vergleich zu 2006) eingebüßt, gingen jetzt noch einmal über drei Prozent an andere Parteien. Von Lisa Hager 

Die großen Gewinner sind die Unabhängigen Wähler. Das Trendergebnis der Kommunalwahlen stand gestern Abend gegen 20.15 Uhr fest: Bis dahin waren in zwölf Wahlbezirken – darunter drei Briefwahlbezirke – die Listenstimmen ausgezählt. Es ergibt folgendes Bild: Die CDU liegt demnach bei 33,3 Prozent (2011: 38,8 Prozent) und muss damit einen Verlust von 5,5 Prozent hinnehmen. Die SPD kann leicht zulegen: Sie verbessert sich von 23,6 Prozent (2011) auf jetzt 25,1 Prozent – ein Plus von 1,5 Prozent. Die Liberalen gewinnen mit jetzt 9,5 Prozent leicht (2011: 9,2 Prozent). Einen etwas schwereren Verlust müssen die Grünen laut Trendergebnis von gestern Abend hinnehmen: Hatten sie 2011 noch sensationelle 21,2 Prozent geholt (damals ein Zuwachs von 8,3 Prozent), verloren sie jetzt 1,8 Prozent. Der große Kommunalwahlsieger 2016 ist die UWD: Die Unabhängigen Wähler Dieburg legen von 7,8 Prozent auf jetzt 12,7 Prozent (plus 5,5 Prozent) – und das obwohl sie weder in der vergangenen Legislaturperiode noch im Wahlkampf besonders von sich reden gemacht hatten.

Das wird die UWD natürlich auch noch aus einem anderen Grund besonders freuen: War sie doch nach der Kommunalwahl 2011 mit drei Stadtverordneten ins Parlament eingezogen, um bald darauf einen Sitz zu verlieren. UWD-Parlamentarierin Susanne Albers hatte die Fraktion nach internen Querelen verlassen und war dann in die CDU eingetreten. Gestern wurden in den Wahlbezirken nur die Listenstimmen und die eindeutig ungültigen Stimmen ausgezählt. Heute geht es mit den kumulierten und panaschierten Stimmen weiter. Dadurch kann sich noch einiges verschieben. Mit einem vorläufigen amtlichen Endergebnis ist laut Gemeindewahlleiter Mirko Beckmann vermutlich am Dienstag zu rechnen. Mit wie vielen Sitzen die zur Kommunalwahl angetretenen Parteien und Gruppierungen laut vorläufigem amtlichen Endergebnis (siehe Ausgabe am Donnerstag) ins Parlament einziehen werden, ist noch unklar. Die Demokratie hat auf jeden Fall gewonnen: Die Wahlbeteiligung lag mit 51,4 Prozent sogar höher als 2011. Und das ohne das damalige Zugpferd namens Bürgermeisterwahl.

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