UNESCO-Projekt

Goetheschule: Hier wird „Zukunft gebaut“

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Seit 2007 orientiert sich die Goetheschule am UNESCO-Leitgedanken. Jetzt ist sie in den Kreis der anerkannten Projektschulen aufgenommen. Schulleiter Christof Maruschka, Jana Henkel und Umut Mehmet Eke nahmen die Urkunde von Brigitte Wilhelm entgegen. 

Dieburg - Swagata, welkom, karibu, benvenuti. . . Willkommensgrüße in den Sprachen dieser Welt waren am Freitag auf einem Plakat neben dem Rednerpult in der Aula der Goetheschule zu lesen. Von Laura Hombach 

Sie kündeten von dem, worum es an diesem Tag ging: Um Weltoffenheit, Menschenrechte, Demokratie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung, globales Lernen und Solidarität.

Der Wertekodex der UNESCO-Projektschulen wird an der Goetheschule bereits seit 2007 von Lehrern und Schülern in gemeinsamen Projekten in die Tat umgesetzt. In Goethes Weltladen werden an der Schule fair gehandelte Produkte aus aller Welt angeboten. Schulpartnerschaften, anschauliches Geschichtserleben wie etwa eine Fahrt nach Verdun und viele andere Projekte tragen dazu bei, den Gedanken der UNESCO-Projektschulen mit Leben zu füllen.

Die Überreichung der Urkunde, mit der die Goetheschule in das Netzwerk der anerkannten UNESCO-Projektschulen aufgenommen wird, war am Freitag mithin die offizielle Bestätigung und Anerkennung dessen, was an der Goetheschule bereits Teil des Schullebens ist. Den Schülern solche Erfahrungen mit auf den Weg zu geben, sei ein wichtiger Beitrag, den Schule zum Erwachsenwerden leisten könne, erklärte Schulleiter Christof Maruschka in seiner Begrüßungsansprache.

Zahlreiche Vertreter aus Politik, von Schulbehörden und des UNESCO-Schulprojekt-Netzwerks waren zur Urkundenübergabe an die Schule gekommen. Und auch die Schulleiter anderer Dieburger Schulen, Goetheschullehrer und -schüler hatten sich zur Feierstunde versammelt.

Der Dank des Schulleiters ging an die Lehrer und Schüler für die Mitarbeit bei den zahlreichen UNESCO-Projekten und an die Senioren, die die Arbeit in Goethes Weltladen ehrenamtlich unterstützen. Zum fünfjährigen Bestehen des Weltladens war bereits vor der Feierstunde ein Ginko-Baum gepflanzt worden (siehe weiteren Artikel auf dieser Seite). Der Ginko-Baum stehe für etwas Wachsendes und Entstehendes und wolle gehegt und gepflegt werden, sagte Maruschka. Gleiches gelte auch für das UNESCO-Projekt, zog der Schulleiter eine Parallele. Er freue sich darauf, diese Aufgabe gemeinsam mit den Anwesenden anzugehen.

Zur offiziellen Aufnahme in die Reihe der anerkannten UNESCO-Projektschule gratulierten Landrat Klaus-Peter Schellhaas (SPD), Bundestagsabgeordneter Jens Zimmermann (SPD) und Landtagsabgeordneter Manfred Pentz (CDU). Schellhaas sagte mit Blick auf den für seine Aufgeschlossenheit bekannten Namensgeber der Schule: „Diese Weltoffenheit spürt man auch an der Goetheschule.“ Zwar sei es nicht möglich, in die Zukunft zu schauen, aber man könne Zukunft bauen und dafür Grundsteine legen. „Sie bauen hier Zukunft“, gratulierte der Landrat. In seiner Funktion als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Sparkasse Dieburg überreichte er 500 Euro als Beitrag zu dem bereits auf dem Schulhof gepflanzten Ginko-Baum.

Dr. Alexander Jehn vom Hessischen Kultusministerium erinnerte in einer Rede anlässlich der Feierstunde daran, wie wichtig es sei, Lernende zum Engagement zu motivieren. Mehrfach rief er die Schüler dazu auf, sich in ihrer Gemeinde und in der Politik zu engagieren. Er erinnerte an die Schrecken des Ersten Weltkriegs, an Faschismus, Nationalismus und den kalten Krieg. All das zeige, wie wichtig es sei, sich zu engagieren. Denn Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit, sie bedürfe der Demokraten.

Brigitte C. Wilhelm, Bundeskoordinator für das deutsche UNESCO-Projektschulnetzwerk, erinnerte vor Übergabe der Urkunde an den Grundgedanken der UNESCO. Dieser sei, dass die eine Welt, in der alle Menschen leben, von den Menschen gemeinsam gestaltet werde, erklärte Wilhelm. An den Projektschulen werde das von Schülern und Lehrern mitgestaltet. Den Schülern solle dabei vermittelt werden, dass es Sache jedes einzelnen sei, die Verantwortung für dieses Miteinander in der Welt zu übernehmen. Wilhelm freute sich, dass neben dem Schulleiter auch die stellvertretende Schulsprecherin Jana Henkel und Schülervertreter und Goethes Weltladen-Helfer Umut Mehmet Eke die Urkunde mit in Empfang nahmen. Schließlich sei es auch an den Schülern, den UNESCO-Gedanken umzusetzen, erklärte Wilhelm. Die Arbeit an einer UNESCO-Schule ende nicht mit der Übergabe der Urkunde, mahnte Wilhelm noch kurz bevor es dann zum Höhepunkt der Feierstunde kam. Ein Umstand, an den in der Goetheschule allerdings niemand erst erinnert werden muss. „UNESCO-Schule zu sein, ist mit Leistung verbunden. Das war in den letzten Jahren so und das wird auch in  Zukunft so sein“, hatte Maruschka bereits in seiner Begrüßungsansprache erklärt.

Und so konnten er und die beiden Schüler denn auch die Urkunde unbesorgt von Wilhelm in Empfang nehmen. Die damit einhergehenden Verpflichtungen zu erfüllen, diese Herausforderung nehmen Lehrer und Schüler der Goetheschule gerne an.

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