Flüchtlinge versorgen Sportler mit Wasser

Dieburger Stadtlauf: 671 Finisher und viele Zuschauer

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Dass der Dieburger Stadtlauf neben seiner sportlichen Bedeutung vor allem Spaß macht, zeigen diese Bilder: Die Fastnachtsgruppe „Brebeldippe“ lief mit blauen Perücken im Vier-Kilometer-Lauf mit. Und gar kein Halten mehr gab es beim Bambini-Lauf mit 79 Teilnehmern (rechts). Viele weitere Bilder zum 17. Dieburger Stadtlauf finden Sie im Internet.

Dieburg - Mit 671 Finishern unter der Beobachtung von besonders vielen Zuschauern ging der 17. Dieburger Stadtlauf am Samstag bei perfekten Bedingungen ins Ziel. Mancher Läufer wunderte sich über die „zu schnelle“ Zeit. Von Jens Dörr 

Dem 17. Dieburger Stadtlauf ist sowohl eine Hitzeschlacht wie im Vorjahr als auch der wenige Stunden vor dem Rennen noch präsente Regen erspart geblieben. Entsprechend liefen bei der Veranstaltung des Turnvereins am späten Samstagnachmittag nicht nur 671 „Finisher“ diverser Altersklassen und Läufe über die Ziellinie auf dem Marktplatz. Auch feuerten die Teilnehmer gerade rund um Start- und Zielbereich diesmal auffallend viele Zuschauer an. Die waren zum Auftakt bei den Läufen der Bambini (450 Meter), der U10 und der U12 (zwei Kilometer) besonders zahlreich mit von der Partie – aber nicht nur. Auch der kombinierte U14/U16-Lauf (zwei Kilometer), der Jedermann/U18/U20-Lauf über vier Kilometer und der Zehn-Kilometer-Hauptlauf fanden unter den Augen von so viel Publikum statt, wie der Stadtlauf in den meisten Jahren seit der Premiere 1999 nicht gesehen hat.

Dies hing unter anderem mit dem optimalen Wetter, dem Zeitpunkt deutlich vor den Sommerferien und der stattlichen Starterzahl zusammen, die per se schon mehrere hundert Zuschauer garantiert. Am meisten Teilnehmer – 205 – verzeichnete wie in jedem Jahr der Zehn-Kilometer-Lauf. Dass dabei reihenweise die Bestzeiten purzelten und die meisten schneller als im Vorjahr im Ziel waren, hatte den Grund, dass aus verkehrstechnischen Gründen die (diesmal eigentlich kürzere) Zwei-Kilometer-Runde um einen Schlenker reduziert wurde. So kam Vorjahressieger Damy Alamo Sambata, in Dieburg lebender äthiopischer Flüchtling, nach den 33:56 Minuten im Vorjahr diesmal schon nach 31:43 Minuten ins Ziel. Allerdings stahl ihm Sieger Jiri Miler aus Dieburgs tschechischer Partnerstadt Mladá Boleslav (30:44 Minuten) überraschend die Show (Topergebnisse aller Läufe in der Ausgabe am Donnerstag).

Dass der ein oder andere vorab nicht auf dem Schirm gehabt hatte, dass das Zehn-Kilometer-Rennen durch die verkürzte Distanz nicht fähig für einen Eintrag in die persönliche Bestenliste war, blieb im Großen und Ganzen der einzige Kritikpunkt.

Bilder zum 17. Dieburger Stadtlauf

Persönlich und auch in Online-Kommentaren erntete das Organisationsteam um TVD-Mann Mirko Theiß viel Lob für die Durchführung und die attraktive Kulisse. Als „ziemlich verwinkelt“ charakterisierte der Dieburger Läufer Otto Sauer einmal mehr die kurvige Innenstadt-Route. Manfred Hahn, seit Jahrzehnten Dauerläufer des VfL Münster, witzelte: „Man weiß gar nicht, wo man lang laufen soll.“ Dass dem freilich nicht so war und jeder den richtigen Weg nahm, dafür sorgten Dutzende Streckenposten.

Weitere Helfer versorgten die Läufer während und nach den Rennen mit Getränken. Unter ihnen war auch eine Gruppe von Flüchtlingen, die unter anderem im Kloster untergebracht sind. Zusammen mit den Familien Kriebel und Sürder hatten sie in der Weißturmstraße einen Verpflegungsstand errichtet. Das Wasser hatte die Caritas gesponsert. Neben dem Gesamtzweiten Sambata lief ein weiterer Flüchtling selbst mit. Auch unabhängig von der Veranstaltung kommen mehr und mehr Flüchtlinge in Bewegung: „Ich gucke ein bisschen, dass sie im Sport unterkommen“, sagte Heribert Sürder. So spielen einige bereits Fußball in Teams von SC Hassia und SV DJK Viktoria und auch der TV freut sich über die ersten neuen Läufer.

Dass das Laufen sowohl Fünf- als auch 65-Jährige zu begeistern vermag, dafür lieferte der Stadtlauf einmal mehr neue Beweise. Wer den Spaß der Kinder auf ihrem Weg durch die Innenstadt beobachtete, der nahm es auch nicht so genau, wenn mal zwei, drei Sekunden vor dem eigentlichen Stadtsignal losgerannt wurde. Wie etwa beim U14/16-Rennen: „Bei den Olympischen Spielen wärt ihr jetzt zurückgeschossen worden“, rief den davon stürmenden Jugendlichen Stadtlauf-Moderator Matti Merker hinterher.

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