Ausbildungsinfotag an der Landrat-Gruber-Schule und der Alfred-Delp-Schule

Durchblick im Berufsdschungel

+
Ziehen an einem Strang: Vertreter aus Politik, Wirtschaft und der Schulaufsicht präsentieren das Programm für den Ausbildungsinfotag am kommenden Freitag in Dieburg.

Dieburg - Nach dem Schulabschluss legen viele Schüler ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Jahr im Ausland ein - meist aber nur, weil sie die Entscheidung über ihre berufliche Zukunft noch aufschieben wollen. Von Florian Rieger

Der 18. Ausbildungsinfotag am Freitag, 29. April, in Dieburg soll den Jugendlichen einen Überblick über die zahlreichen Berufsmöglichkeiten geben und sie bei ihrer Wahl unterstützen. Der Ausbildungsinfotag findet bereits zum 18. Mal statt. Gastgeber sind die Landrat-Gruber-Schule und die Alfred-Delp-Schule in Dieburg. Am Freitag, 29. April, präsentieren sich von 9 bis 13 Uhr rund 100 Firmen und Institutionen, deren Ziel es ist, für jeden Schulabgänger einen passenden Ausbildungsberuf zu finden und zu verdeutlichen, wie zukunftsfähig eine duale Ausbildung ist. Die Zielgruppe beginnt bereits bei der siebten Klasse. Gemeinsam stellen sie über 120 Ausbildungsberufe und 70 duale Studiengänge in Südhessen vor. Veranstaltet wird der Ausbildungsinfotag vom Landkreis Darmstadt-Dieburg, der Wissenschaftsstadt Darmstadt, dem Staatlichen Schulamt Darmstad-Dieburg sowie der hessischen Unternehmerverbände (VhU). Somit ziehen Politik, Wirtschaft und die Schulen an einem gemeinsamen Strang. Laut Gottlieb Hupfer von Hessenmetall haben sich in den letzten Jahren die Rollen vertauscht. „Vor 18 Jahren waren die Betriebe noch mit Auszubildenden überlaufen. Mittlerweile gibt es zum Beispiel für einen Ausbildungsplatz als Mechaniker nur noch einen oder zwei Bewerber. Jetzt ist es Aufgabe der Unternehmen, für sich zu werben“, so Hupfer. Und diese Plattform soll der Ausbildungsinfotag liefern.

Den Besuchern stehen sowohl Azubis, Ausbilder und Personalverantwortliche südhessischer Unternehmen, als auch Mitarbeiter von Verbänden, Kammern, Berufsschulen, der Agentur für Arbeit sowie dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft für persönliche Gespräche zur Verfügung. „Besonders wichtig ist der Austausch vor Ort. Gerade dass viele der Ansprechpartner ebenfalls Jugendliche in der selben Altersgruppe sind, macht die Beratung noch authentischer“, verdeutlicht Reinhold Stämmler von der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände.

Die Vielfalt an Möglichkeiten in der Berufslandschaft wirkt für die Schüler oft verwirrend und macht ihnen Angst, vielleicht eine falsche Entscheidung zu treffen. Außerdem herrsche laut Stämmler das Bild, dass man ohne Hochschulreife nichts wert sei. Dem sei absolut nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Gerade in Ausbildungsberufen sei derzeit die Nachfrage höher denn je und die Berufsaussichten für Auszubildende sehr gut.

„Wir erkennen, dass nach dem Schulabschluss immer häufiger ein FSJ oder ein Auslandsjahr eingeschoben wird, jedoch nicht bewusst, sondern um die Entscheidung für einen Beruf noch aufschieben zu können. Wir sehen das als Hilfeschrei“, so die stellvertretende Schulleiterin der Alfred-Delp-Schule, Anja Krapp. Ziel sei es daher auch, neben den Schülern auch deren Lehrer und Eltern so umfassend wie möglich zu informieren. Damit können sich die Jugendlichen in der Orientierungsphase letztlich begründet für einen geeigneten Berufsweg entscheiden – und zwar möglichst ohne nervtötende Warteschleifen, ohne Ausbildungswechsel und natürlich auch ohne einen Abbruch.

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

Um am Ausbildungsinfotag die Übersicht über das vielfältige Angebot zu bewahren, gibt es für die gut 2000 erwarteten Besucher einen Orientierungsplan über das weitläufige Gelände auf der Leer. Auf dem sind die Standorte der einzelnen Unternehmen und Institutionen aufgeführt. Zusätzlich wird in diesem Jahr auch die Sporthalle genutzt, wo rund 40 Unternehmen Platz finden. Auf dem Außengelände finden unter anderem Berufsfeuerwehr und Bundeswehr Platz, um ihre Fahrzeuge und Infostände entsprechend präsentieren zu können.

Zum Rahmenprogramm des Ausbildungsinfotags gehört neben der Wanderausstellung „Style at Work“, einer Modenschau, dem Auftritt der Schülerband sowie Tipps zu Vorstellungsgesprächen mit Personalexperten auch ein Beratungsraum mit dem Namen „Schule - und was dann?“. Dort bekommen die Schüler allgemeine Infos und Beratung zum nicht immer einfachen Übergang von der Schule in den Beruf. Informationen zum Ausbildungsinfotag in Dieburg findet man auch unter: www.uvsh.de/Ausbildungsinfotag.

Kommentare