Stella Deetjen nimmt „Holzisch Latern“ entgegen

Eine schicksalshafte Berührung

+
Stella Deetjen, Gründerin der Hilfsorganisation „Back to Life“ von KVD-Präsident Friedel Enders die „Holzisch“ entgegen.

Dieburg - So still wie am Rosenmontag des Jahres 2015 war es wohl noch bei keiner Verleihung der „Holzisch Latern“: Im Saal der Römerhalle hätte man eine Zugplakette fallen hören können, als die Dokumentation über die Arbeit der Preisträgerin Stella Deetjen lief. Von Lisa Hager

Sichtlich ge- und berührt ließ der Film über ein bitterarmes Himalayadorf die geladenen Gäste des Närrischen Empfangs zurück. Und die Worte der sympathischen Frau mit den blonden Rasta-Locken beeindruckten das Publikum noch mehr. Ihre Hilfsorganisation „Back to Life“ hat sie als 22-Jährige vor 20 Jahren nach einer schicksalhaften Begegnung mit einem leprakranken Mann in Benares am Ganges gegründet. Inzwischen managt der in Bad Homburg eingetragene Verein sieben große Projekte für rund 50 000 Menschen in Indien und Nepal. Ziel ist es, Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Über Kleinkredite beispielsweise, die so genannte „Spargruppen“ in den Dörfern vergeben, können sich Einheimische ein kleines Geschäft aufbauen oder Saatgut kaufen, um sich weiter zu versorgen. Für 20 Euro im Monat kann man einem Kind den Schulbesuch ermöglichen.

Sozialverband: So viel Arme in Deutschland wie noch nie

Sozialverband: So viel Arme in Deutschland wie noch nie

„Unsere Arbeit ist sehr von Humor geprägt“, zog die Preisträgerin eine Parallele zur Fastnachtsfreude. „Ich habe mit den Leprakranken oft mehr gelacht als mit meinen westlichen Freunden“, sagte sie. Der Name des Vereins „Back to Life“ stammt auch aus diesen Erfahrungen. „Das habe ich von ihnen immer wieder gehört, dass sie sich nur eins wünschten: zurück ins Leben."

Kommentare