Er bleibt aber weiterhin Protokoller

Enders kandidiert nicht mehr für KVD-Spitze

+
Friedel Enders in der Bütt. Weshalb er 2017 nicht mehr als KVD-Präsident antritt, verrät er nicht. Er bleibe aber Protokoller auf den Sitzungen und werde sich weiter im Verein einbringen.

Dieburg - Inzwischen hat sich die Nachricht bei den Mitgliedern des Karnevalvereins Dieburg (KVD) etwas setzen können: Von Jens Dörr 

Präsident Friedel Enders tritt bei den Vorstandswahlen im kommenden Jahr nicht mehr für die Spitzenposition in Deutschlands größtem Karnevalverein und im mit 1800 Mitgliedern zweitgrößten Dieburger Verein (hinter dem Turnverein mit etwa 2200 Mitgliedern) an. Zu den genauen Gründen schweigt Enders aber weiterhin. Beim KVD werden die Personen für die Vorstandsämter alle drei Jahre gewählt. Im kommenden Jahr wird Enders zwölf Jahre im Amt und dann vier Perioden erster Mann der organisierten Dieburger Narretei gewesen sein. Dass er 2017 nicht mehr für das Amt des Präsidenten kandidieren werde, hatte Enders bereits bei der Jahreshauptversammlung im Juni kundgetan. „Hier müssen jüngere Kräfte ran“, wurde der 62-Jährige im Anschluss in einer Mitteilung des KVD zitiert.

Dennoch war offensichtlich, dass nicht Amtsdauer und persönliches Alter allein den Ausschlag für Enders’ Entscheidung gaben. Näher auf die Gründe will Enders aber auch jetzt nicht eingehen. „Das ist meine Entscheidung, die Gründe behalte ich für mich“, sagt er. Wer oder was ihn in jüngerer Vergangenheit offenbar verärgert hat, mag er öffentlich nicht kundtun. Nun gehe es darum, einen Nachfolger für die höchste Position im Verein zu finden. „Der gesamte Geschäftsführende Vorstand ist in die Suche eingebunden“, so Enders. Präsentiert werde den Mitgliedern das Ergebnis jedoch erst auf der nächsten Jahreshauptversammlung selbst, die voraussichtlich um Juni 2017 stattfindet.

Das derzeitige KVD-Geschäftsjahr endet im Mai nächsten Jahres. Vorab benennen wolle man die vom Vorstand dann ausgewählte Person nicht, da es auch sein könne, dass direkt auf der Mitgliederversammlung noch ein weiterer Anwärter für das Präsidentenamt vorgeschlagen werde. Viel wahrscheinlicher ist bei einer solch anspruchsvollen Funktion allerdings, dass es auf jene Person hinausläuft, die die jetzigen KVD-Oberen dafür vorab gewinnen können.

Keinen Einfluss habe seine Entscheidung, als Präsident aufzuhören, auf seinen Part als Protokoller auf den KVD-Sitzungen in der Römerhalle, sagt Enders derweil. „Da ändert sich vorerst nichts dran“, kündigt er an. Das Protokoll sei nicht an das Präsidentenamt gekoppelt. Seit nun schon 17 Kampagnen eröffnet Enders (nach dem Elferrats-Einmarsch und dem Tanz des Jugendballetts) die Sitzungen mit geschliffenen, kritischen, nachdenklichen und lustigen Worten. Ehe er als Präsident auf Wolfgang Dörr (heute KVD-Ehrenpräsident und Pressesprecher) folgte, hatte Enders bereits mehrere Jahre lang als Protokoller mitgewirkt.

Auch nach seinem Amtsende Mitte des kommenden Jahres werde er sich im KVD einbringen, verspricht Enders. Aus der zweiten Reihe heraus wolle er etwa die Reform bei der Bestellung und Vergabe der Sitzungskarten (lief gerade an, wir berichteten) begleiten.

Mit Blick auf den Fastnachtszug 2017 teilt Enders unterdessen mit, dass dieser auf seiner gewohnten Route laufen soll. Bis Ende Februar soll der Kreiselbau an der evangelischen Kirche abgeschlossen sein. Der Fastnachtsdienstag, an dem in Dieburg traditionell der große Umzug mit 111 Nummern, mehr als 3 000 Teilnehmern und zehntausenden Zuschauern stattfindet, ist 2017 relativ spät, am 28. Februar. „Laut Auskunft der städtischen Verantwortlichen soll der Kreisel bis Fastnacht 2017 fertig sein“, so Enders. „Voraussetzung ist, dass kein extremer Wintereinbruch kommt, der die Arbeiten wochenlang verzögert.“ Für diesen Fall habe man aber einen Plan B mit einer Umleitung in der Hinterhand.

Ausweichen muss der KVD mit dem närrischen Umzug wegen der Straßenbauarbeiten 2017 auf alle Fälle im Burgweg, wo sich der närrische Lindwurm aufstellt. Stattdessen sollen sich die Gruppen diesmal entlang der Alten Mainzer Landstraße und auch in den Frongrund abknickend formieren. Die Alte Mainzer Landstraße könne man fürs Aufstellen nicht bis an ihren westlichsten Punkt am Wolfgangsee nutzen, da die Kreuzung mit der Berliner Straße für den Verkehr geöffnet bleiben müsse. Insofern wird sich ein Teil der Gruppen am Frongrund einstimmen, bis es endlich losgeht.

Kommentare