Der 51-Jährige Schornsteinfeger tritt als Unabhängiger zur Bürgermeisterwahl an

Erik Marx geht ins Rennen

Erik Marx bewirbt sich als unabhängiger Kandidat fürs Bürgermeisteramt. - Foto: Hager

Dieburg - „Wenn’s Glück dir aufs Dach steigt“, titelte der DA in seiner Silvesterausgabe 2015. Im Mittelpunkt stand der Dieburger Erik Marx in schwarzer Kluft und seine Rolle als traditioneller Glücksbringer. Von Lisa Hager

Für kommendes Jahr muss er sich vor allem selbst Glück bringen, denn der 51-jährige Dieburger tritt als unabhängiger Kandidat zur Bürgermeisterwahl im März an. Jetzt ist er soweit, dass er sich der Öffentlichkeit stellt. „Das muss ja auch alles mit der Familie abgesprochen sein“, sagt Marx, der seit 22 Jahren verheiratet ist und drei Kinder im Alter von 21, 17 und 15 Jahren hat.

Er ist nie in einer Partei gewesen und hat auch nicht vor, jemals in eine einzutreten, beantwortet er im Gespräch mit dem DA eine entsprechende Frage. Den Hintergrund versteht er natürlich sofort: Schließlich ist Dr. Werner Thomas, der als unabhängiger Kandidat 2005 den Amtsinhaber Peter Christ (CDU) überraschend schlug, später in die CDU eingetreten. Aber Fraktionszwang und Parteigehorsam steht der geborene Mannheimer Marx, der seit seinem elften Lebensjahr in Dieburg lebt, skeptisch gegenüber. „Meine eigene Meinung könnte ich dem nicht unterwerfen“, sagt er. Marx, der außer als Schornsteinfeger – sein Bezirk liegt in der Innenstadt von Darmstadt – vor allem als Vorsitzender des 900 Mitglieder starken Feuerwehrvereins bekannt ist, möchte mit Teamgeist in Dieburg einiges in Schwung bringen.

„Vieles geht mir zu langsam voran, wird zerredet“, sagt er. Als Beispiel nennt er den unhaltbaren Zustand, dass es die Stadt nicht fertig bringt, den städtischen Sportplatz soweit herzurichten, dass er auch benutzt werden kann. Stattdessen träume man lediglich von einem großen neuen Sportzentrum, das in weiter Ferne liege. „Das eine schließt das andere nicht aus, aber wir dürfen vor lauter Planen doch nicht die Realität vergessen. Fürs Sportabzeichen müssen wir nach Münster gehen“, sagt er, „das kann doch nicht sein in einer ehemaligen Kreisstadt.“

Die Mittelpunktsfunktion Dieburgs möchte er wieder stärken, denn die „Nachbarkommunen laufen uns mittlerweile den Rang ab“. Es sei nicht so, dass in Dieburg vieles schlecht gemacht werde, „es könnte vieles aber anders und besser gemacht werden.“ Vor allem die mangelnde Effektivität und Koordination vieler Verwaltungsvorgänge bemängelt der selbstständige Handwerker. Als Beispiel nennt er die Baustellensituation, unter der Dieburg seit Jahren zu leiden habe. „Das dauert alles viel zu lange und ist für Anwohner, Geschäftsleute und Verkehrsteilnehmer unzumutbar.“ Seine Devise sei aber immer gewesen, nicht nur meckern, sondern selbst mitanpacken. „Und das tue ich mit meiner Kandidatur“, sagt er.

Er selbst ist seit seiner Jugend immer aktiv fürs Gemeinwesen unterwegs gewesen – nicht nur in der Feuerwehr, sondern auch in anderen Vereinen wie bei den Männersängern, später als Vater im Elternbeirat der Marienschule. Er sei ein „Teamplayer“ und versuche, die Menschen, mit denen er in Beruf oder Vereinsleben zu tun habe, mitzunehmen, sie in die Verantwortung einzubinden. „Deshalb müssen die Bürger vor Entscheidungen der Stadtverordneten auch besser informiert und nach ihrer Meinung befragt werden“, so Marx. Wichtige Beschlüsse müssten transparenter gemacht werden und für die Bürger nachvollziehbar sein.

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