Neue DA-Serie startet mit Andrea und Bernd Wolfenstädter

Erinnerungen an die alte Ludwigshall´

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Andrea und Bernd Wolfenstädter haben 1989 bei laufender Sitzung unter der Bühne der Ludwigshall die Ringe getauscht.

Dieburg - Der Ort des tosenden Älas und der trunkenen Fastnachtsfröhlichkeit droht, im Bauschutt unterzugehen: Die Ludwigshall´ wird abgerissen.

Die Geschichte des Anwesens, erstmals 1860 als „Hofreite am Zentthrum“ im Grundbuch eingetragen, später nur noch „Ludwigshall“ oder einfach nur „Hall“ genannt, ist ein wichtiges Stück Dieburg. Der DA will mithelfen, dass das Epizentrum der Dieburger Fastnacht nicht einfach so sang- und klanglos verschwindet. In einer neuen Serie lassen wir Dieburger erzählen, welche Erinnerungen sie mit der alten Ludwigshalle verbinden. Den Anfang macht heute Bernd Wolfenstädter. Hier ist seine Geschichte – und die Geschichte seiner Frau. „Meine Frau Andrea und ich haben an die altehrwürdige Ludwigshalle eine ganz besondere Erinnerung. Im Januar 1989 kannten wir uns gerade einmal zwei Monate. Als Büttenvortrag zu den Fastnachtssitzungen 1989 hatte ich das Thema der Ehefeind und nach meinem Vortrag an einem Freitagabend beschlossen wir kurzerhand uns zu verloben. Die Entscheidung war total spontan, aus dem Bauch heraus und kam aus vollem Herzen. Wenn ich heute daran zurückdenke, war es die beste Entscheidung meines Lebens.

Mit dem gegebenen Versprechen haben wir am Folgetag schnell unsere Eltern informiert (ihre Eltern kannte ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht), bei Heusslein auf die Schnelle Ringe gekauft (Andreas Ring musste passen, bei mir war es egal, der Ring war eh viel zu groß) und am Abend nach meinem Vortrag sind wir mit einem Sektkühler und zwei Gläsern unter die Bühne der Ludwigshalle gegangen.

Die Sitzung war in vollem Gange und man hörte von oben das Programm. Im Bühnenkeller – vor den Garderoben des Hofballetts auf der einen und dem Heizungskeller auf der anderen Seite – haben wir uns auf den Boden gesetzt. Zwischen Kostümen und Requisiten auf einem staubigen Boden haben wir dann am 22. Januar 1989 bei einem Glas Sekt die Ringe getauscht. Ein Erlebnis ohne großes Drumherum – einfach schön. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch ganz allein. Wer aber Dieburg kennt, weiß, wie schnell so eine Neuigkeit die Runde macht. Auch ohne Internet und ohne, dass wir das ins Web gestellt haben (Mark Zuckerberg war ja gerade mal fünf Jahre alt). Aus dem zweisamen Ringetausch wurde so nach der Sitzung ganz schnell eine rauschende Party unter der Bühne mit allen Bühnenaktiven nebst Kapelle und Instrumenten. Wir fragen uns noch heute, wie all die Menschen unter die kleine Bühne gepasst haben. Es war auf jeden Fall sehr, sehr kuschelig.“

  • Wenn Sie auch besondere Erinnerungen an die Hall haben, schreiben Sie oder mailen Sie uns doch! Auch historische Fotos sind zur Illustrierung sehr willkommen. Kontakt: Dieburger Anzeiger (Redaktion), Mühlgasse 3, Dieburg. E-Mail: red.dieburg@da-imnetz.de

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