Kindersitzung des KVD zeigt die ganze Bandbreite des talentierten närrischen Nachwuchses

Süße Monster und heiße Hip-Hopper

Die „Priga-Jungs & Friends“ demonstrierten, dass sie auch Rhythmus im Blut haben.

Dieburg - Tradition und Innovation in einem kurzweiligen und temperamentvollen Mix mit viel Esprit – die Kinder des Karnevalvereins Dieburg (KVD) zauberten am Sonntag eine Äla-Show der ersten Güteklasse auf die Bühne. Rund 500 Zuschauer in der Römerhalle waren begeistert von der Premiere der Kindersitzung, die einen bunten Reigen aus Redebeiträgen, Gesang und Tanzdarbietungen bot. Von Matthias Grimm 

Unglaublich, wie klar und sicher der neue Sitzungspräsident Joris Fries das Publikum und die Aktiven durch das Programm führte. Trotz seiner gerade einmal zwölf Jahre zeigte er sich extrem souverän. Doch kommt dies nicht von ungefähr – schließlich verfügt er als ehemaliger Büttenredner in der Kindersitzung bereits über viel Bühnenerfahrung. Ein Höhepunkt der Sitzung ist alljährlich die Proklamation des neuen Dieburger Kinderprinzenpaars durch KVD-Präsident Friedel Enders. Die Spannung ist groß, wenn die Hoheiten nach der Pause mit ihrer Gefolgschaft durch das Spalier der Zuschauer in die Römerhalle einziehen. In dieser Kampagne übernehmen die Regentschaft über den Äla-Nachwuchs: Prinz Julius I. „Caesar‘che vun de Kolpingsdiener Klampfe spielender Schlawiner“ (Julius Gärtner) und Prinzessin Denise I. „Violinche vun tata-tatü Kinnergarde‘s Reitgenie“ (Denise Weyrauch). Prinz Julius ist Kindergardist, Messdiener und Mitglied der Kolpingjugend. Als Hobby spielt er gerne Gitarre. Auch Prinzessin Denise ist bei der Kinderprinzengarde aktiv, spielt gerne Violine und geht gerne zum Reiten. Für ihre Regierungserklärung gab es viel Applaus, kein Wunder, denn „schlechte Lehrer fliegen raus!“

Die neuen „Tollitäten“ konnten noch einige Tipps ihrer Vorgänger Hendrik Hiemenz und Lia Zimprich mit auf den Weg nehmen. Diese blickten freudig zurück auf ihre Amtszeit: „Wir tauchten Dibborsch in ein Bonbonmeer“ und „bekommen vom Äla nicht genug.“ In ein Meer von Witzen und lustigen Geschichten tauchten auch die anderen Büttenredner. Als „Geizknoche“ titulierte Merle Keller die Gattung „Eltern“, mit denen sie sich im Kampf um „mehr Knete für die Shopping-Fete“ befindet: „Hab ich erst mal Taschengeld, werd ich zum Superheld.“

Als Mädchenhelden rockten Luka Mai und Finn Keller die Bühne. Und auch die Flirtkönige plagen Finanzprobleme: „Ist das Konto erst mal leer, siehst du kein Mädchen mehr.“ Nachdem sie „das Labor in die Luft gesprengt“ hatten, präsentierten die Apothekenhelfer Katharina und Lukas Richter eine „Supermedizin“ als „Wundermittel“: „Unser Fassnacht mit Äla!“

Blumenverzierte Hawaii-Tänzerinnen zelebrierten den Hula-Hula auf der Römerhallenbühne und entführten die Zuschauer in südliche Gefilde.

Ganz großes Kino sind die Tänze der Kinder- und Jugendballetts des KVD. Mit viel Tempo setzt die kleine Garde traditionelle Marschmusik in einem flotten Gardetanz um. Und auch die große Garde überzeugte mit präziser Choreografie und Bühnenpräsenz das Publikum. Beide Gardetänze wurden von der Kommandantur der Kinder- und Jugendgarde einstudiert. Anmutig zu modernen Takten zauberten die „Ägypterinnen“ (Leitung: Simone Hermann und Birgit Lorenz) orientalischen Glanz in die Römerhalle.

Rocky Balboa von den Kindersingers macht sich hier fit für die Fastnacht.

Eine Klasse für sich war die Darbietung der „Sweet Monsters“ (Leitung: Carina Winter, Nathalie Josten, Evelyn Pfeiffer). Es ist überhaupt nicht zum Gruseln, wenn die kleinen Monster über die Bühne wuseln. Bunt und lebendig wie ihre Kostüme versprühten die kleinen „Hawaii-Tänzerinnen“ (Leitung: Nicole Schmitt und Nadja Allmann) den Flair der Südsee, während die „Funk“-Formation (Leitung: Dagmar Ruißinger, und Tanja Siebart) das pulsierende Leben des „Big Apples“ New York tänzerisch gekonnt aufs närrische Parkett legte.

Mit einer Hip-Hop-Show der gehobenen Qualität trieben die „Priga-Jungs & Friends“ (Leitung: Maverick Stemmler, Jessica Stemmler, Michele Enders) die Stimmung im Saal nach oben und bewiesen mit ihrem „Dance Battle“, dass auch die Jungs des KVD viel Rhythmus in den Beinen haben. Die jungen Sängerinnen und Sänger interpretierten die neuen Fastnachtsschlager des KVD mit Pep und Schwung. Miro Rodrigues sang den Song „Worauf warten wir“, Franka Neumann und Luzia Ruißinger intonierten unter dem Beifall des Publikums den Schlager „Fastnacht iss schäij“.

Die Kindersingers (Leitung: Sabrina Brand, Nina Grimm, Manuela Paul) zeigten sich in ihrer Bühnenshow „Fit für die Fastnacht“, ob als „Rocky Balboa“ oder im bunten Kleidchen – die kleinen Fastnachter ließen es vor dem Finale mit allen Bühnenaktiven richtig krachen. Mit lautem Äla statt mit Helau, machen die jungen Narren viel Radau. Noch einmal steigt der KVD-Nachwuchs zur zweiten Kindersitzung am Sonntag um 14.33 Uhr in der Römerhalle in die Bütt.

Fotos zur Kindersitzung des Karnevalvereins Dieburg

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