Dieburger Delegation wird in San Casciano (Toskana) sehr gastfreundlich empfangen

Erste zarte Bande geknüpft

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Das Schloss von San Casciano: „Ein bisschen größer wie das Dieburger“, konstatierte Bürgermeister Dr. Werner Thomas neidlos.

Dieburg/San Casciano - Glück gehabt: Bürgermeister heißt auf Italienisch „borgimastro“ – die Verwaltungsspitzen brauchen also keinen VHS-Schnellkurs, um ins Gespräch zu kommen. Von Lisa Hager 

Der sogenannte „Carneval“ von San Casciano, zu dem eine Dieburger Delegation anreiste, entpuppte sich als eher ernste Veranstaltung mit historischem Hintergrund.

Allerdings lebt eine Städtepartnerschaft von dem Austauch auf der unteren Ebene, zwischen Jugendlichen und Bürgern. Das wurde jetzt auch im Haupt- und Finanzausschuss deutlich, vor dem Bürgermeister Dr. Werner Thomas vom Besuch in San Casciano (Toskana) berichtete. Fazit: Die Italiener werden demnächst zu einem Gegenbesuch eingeladen. San Casciano in Val di Pesa im Chianti (Provinz Florenz) wirkt mit seinen 17 000 Einwohnern in 20 Ortsteilen eher kleinstädtisch-ländlich. Die Gegend ist geprägt vom Weinanbau. Die Familie Antinori, die zu den wohlhabendsten Italiens gehört, hat unter einem Berg ein 120 Millionen Euro teures Weinkellersystem angelegt. Wie beeindruckend die Anlage ist, schilderte der Bürgermeister in Wort und Bild. Die als „Carneval“ bezeichnete Veranstaltung entpuppte sich zwar schon als Umzug in Kostümen, hatte aber mit der Dieburger Fastnacht wenig gemein. „In historischen Kostümen ziehen die Bürger der verschiedenen Stadtteile durch die Straßen und stellen Ritterkämpfe und andere Szenen nach“, so Thomas.

Insgesamt steht das Parlament der Anbahnung einer neuen Städtepartnerschaft positiv gegenüber. Und der Ausschuss sprach nach der Präsentation von Bürgermeister Dr. Werner Thomas die Empfehlung aus, die zarten Bande enger zu knüpfen, wie es Sebastian Stöveken (Grüne) formulierte. „Man sollte erst mal offen dafür sein“, meinte Ferdinand Böhm (SPD), dessen Fraktion die Kontakaufnahme mit einer der italienischen Kommunen in der Partnerprovinz des Landkreises Darmstadt-Dieburg schon immer befürwortetete. Diese Gegend zwischen Siena und Florenz sei nicht nur nur landschaftlich und kulturell sehr attraktiv. „Man kann dort auch ausgezeichnet essen und trinken“, fügte er noch als weiteren Anziehungspunkt verschmitzt hinzu.

„Das alles macht nur Sinn, wenn die Partnerschaft aus der Bevölkerung heraus getragen wird, es Jugendaustausch und private Beziehungen gibt“, goss Stadtverordnetervorsteher Dr. Harald Schöning, der neben Thomas und Erstem Stadtrat Wolfgang Schupp auch zur Delegation gehörte, etwas Wasser in den toskanischen Wein. Jetzt soll es erst einmal eine Gegeneinladung der Italiener zum Schlossgartenfest geben.

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