Erster Hof-Flohmarkt der Nachbarschaftshilfe

Rumtopf, Spiele und Pfeffermühle

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Sabine Wiessner, Yvonne Steckenreuter, Madeleine und Fabienne luden an ihren Flohmarktstand ein.

Dieburg - Rumtopf, Motorradhelm, Pfeffermühle oder Aktionthriller: Beim ersten Hof-Flohmarkt der Nachbarschaftshilfe durfte am Samstag kräftig gestöbert werden. Mitten in der Ferienzeit sorgte der Verein mit seiner neuen Aktion für Trubel. Stöbern, finden, feilschen, wie beim klassischen Flohmarkt waren Schnäppchensucher auf Beutezug. Von Ursula Friedrich

Doch hinter den Aktivitäten der Nachbarschaftshilfe steckt meist ein bisschen mehr. Der Tauschring mit rund 70 Mitgliedsfamilien und Einzelpersonen im ganzen Landkreis Darmstadt-Dieburg nimmt gesellschaftliche und soziale Aufgaben wahr. Schließlich ist die Grundidee des Vereins, einander mit unterschiedlichsten Dienstleistungen und Tauschgeschäften zu helfen. So war der erste Hof-Flohmarkt auch ein Instrument, um neue Kontakte zu knüpfen – zum Nachbarn vis-à-vis, zu bis dato wenig bekannten Vereinsmitgliedern, zu Laufkundschaft und Angereisten (sogar aus Offenbach kam ein früher Kunde). Und natürlich war die Idee, mehr Mitstreiter ins Nachbarschaftsboot zu holen.

„Wir wollen in nächster Zeit präsenter sein und auf uns aufmerksam machen“, brachte es Cornelia Krebs auf den Punkt. Die Schaafheimerin ist seit dem Frühjahr Vorsitzende des Tauschrings. Ihr Stellvertreter Lars Wiessner öffnete seinen Hof am Samstag für den Floh- und Trödelmarkt. Ehefrau Sabine schnitt Kuchen auf und bereicherte die Veranstaltung um eine weitere Facette: Der angrenzende Garten wurde zur Cafeteria. „Dieser Hof-Flohmarkt hat eine ganz eigene Atmosphäre“, schwärmte Karsten Heinrich, der ebenfalls in Keller und auf dem Dachboden gestöbert hatte, um einen Stand zu bestücken. „Schön wäre, wenn jeder zweite Hof öffnen würde, und man von einem zum anderen bummeln könnte.“ Die Premiere des Hof-Flohmarkts fiel bescheidener aus. Zwei Höfe machten mit. Wohl auch ein Phänomen der Urlaubszeit, meinte Heinrich.

Bilder: Ferienspiele in Dieburg

„Wir können im kommenden Jahr den ganzen Hof räumen“, forderte Christine Ortwein-Kartmann andere auf, auch mitzumachen. Die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Dieburg lud mit zwei weiteren Mitstreitern zum Stöbern im Hof des Stammsitzes in der Aschaffenburger Straße ein. „Eine tolle Idee“, so ihre Bilanz, „auf diese Weise machen wir auf uns aufmerksam und bauen Barrieren ab.“ In einer Zeit, wo immer mehr Singlehaushalte und städtische Anonymität das gesellschaftliche Miteinander konterkarieren, setzt man auf gute Nachbarschaft. Und dabei ist das Sortiment auf den Warentischen eigentlich sekundär.

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