Fachwerk ist i-Tüpfelchen

Neubau in der Zuckerstraße 19 fehlt noch der letzte Schliff

Dieburg - Ein ganzes Stückchen weiter als das benachbarte Eckhaus ragt es hinein in die Zuckerstraße, das Haus mit der Nummer 19. In nur wenigen Monaten wurde die Baulücke, die nach einem Brand im Februar 2011 hier klaffte, geschlossen. Von Laura Hombach 

Noch präsentiert sich der Neubau in der Zuckerstraße 19 in karger Mauerstein-Optik...

Statt wie zuvor auf letzte Reste des Mauerwerks, Schutzfolie und Unkraut fällt der Blick von Eisdielenbesuchern und Passanten nun auf frisches Mauerwerk. Doch der Blick auf die noch unverhüllten Mauersteine hat bei so manchem Dieburger in den letzten Wochen Zweifel aufkommen lassen, ob aus dem eher nüchternen Gebäude noch ein neues Schmuckstück für Dieburgs Zuckerstraße werden wird. Das Steinmetzhaus, das bis zum verheerenden Brand 2011 an dieser Stelle gestanden hatte, zählte zu einem von Dieburgs ältesten Fachwerkhäusern. Das Haus selbst war nicht zu retten. Der Bauherr des Neubaus, ein Unternehmer aus Münster, ist indes zur Wiederherstellung der Originalfassade verpflichtet. Doch gerade daran, dass die kargen Mauersteine bald vom schmucken Kontrast zwischen dunklen Holzbalken und hellem Verputz geziert werden, zweifelte in den letzten Wochen mancher Beobachter. Sie fürchteten, dass der Bauherr statt schmucker Fassadengestaltung Fachwerk-lose Tatsachen schaffen könnte.

Doch wenn es auf den ersten Blick auch schwer fallen mag, sich Fachwerk an die Stelle des kahlen Rohbaus zu denken, gibt es von Seiten der Kreisdenkmalpflege Entwarnung. Die Behörde, die von Anfang an an den Planungen für den Wiederaufbau beteiligt war, wacht auch darüber, dass sich der Bauherr an die vereinbarte Wiederherstellung der Originalfassade hält. „Wir können bestätigen, dass von Seiten unseres Denkmalschutzes die Wiederherstellung der Fachwerkfassade am Gebäude vorgesehen ist“, teilt Kreis-Pressesprecher Frank Horneff auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Wiederhergestellt werden soll die Front des Fachwerkhauses dabei unter Verwendung - soweit möglich - der alten Fassade, die nach dem Brand abgetragen und im städtischen Bauhof eingelagert wurde. Beruhigen könnte Zweifler indes vielleicht auch ein Vergleich des Neubaus mit dem einstigen Original: Wie beim ehemaligen Steinmetzhaus ist der Neubau im Obergeschoss asymmetrisch gestaltet. Und, auch das Steinmetzhaus hatte etliche Zentimeter Vorsprung gegenüber dem benachbarten Eckhaus. Der jetzige Baustand lässt mithin noch Raum für die Fachwerk-Fassadengestaltung und die berechtigte Hoffnung, dass sich die Dieburger in der Zuckerstraße 19 bald wieder an einem Schmuckstück erfreuen können.

Rubriklistenbild: © Archiv Stadt Dieburg

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