Ahmadiyya-Gemeinde pflanzt Blütenkirsche an der Erlesmühle

Farbenfrohes Zeichen für den Frieden

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Dieburg wird nicht nur ein Stück schöner, sondern auch friedlicher. Unter dem Motto „Frieden für alle, Hass für keinen“ hat die Ahmadiyya-Gemeine einen Baum an der Erlesmühle gegenüber des Landratsamtes gepflanzt.

Dieburg - Zeichen für Frieden gibt es einige: Weiße Tauben und das Peace-Zeichen sind dabei wohl die gängigsten. Doch auch Bäume können zum Symbol für ein friedliches Miteinander werden. Von Konstanze Löw

Seit gestern soll die farbenfrohe Blütenkirsche bei der Erlesmühle nicht nur Naturfreunde entzücken, sondern in erster Linie Frieden symbolisieren. Gestiftet wurde der Baum von der muslimischen Ahmadiyya Gmeinde, die seit 1986 in Dieburg zu Hause ist. Die Gemeinde ist seit fast 100 Jahren aktiv, hat etwa 40.000 Mitglieder und Deutschland und führt immer wieder verschiedene Aktionen für ein respektvolles Mit- und Füreinander durch. Neben Baumpflanzungen stehen Spielenachmittage in Altenheimen in der Region oder das Aufkehren der liegengebliebenen Raketen und Böller nach der Silvesternacht auf dem Plan. Auch auf dem Marktplatz sorgen die engagierten Gemeindemitglieder an Neujahr für Sauberkeit.

Zusammen mit Dirk George vom Betriebshof und Erstem Stadtrat Wolfgang Schupp pflanzen die Aktiven nach vergangenen Baumspenden am Wolfgangsee und dem Schlossgarten den dritten Baum für Dieburg. Nach Sumpfeichen ist diesmal die Wahl auf eine rosafarbene Blütenkirsche gefallen. Die Verbindung von Bäumen und Religion veranschaulichen die Verantwortlichen durch einen Blick in den Koran: „Darin steht geschrieben, dass ein gutes Wort wie ein guter Baum ist“, erklärt Rafique Khawaja von der Ahmadiyya-Zentrale in Frankfurt. „Wir wollen ein Zeichen für ein friedliches und respektvolles Miteinander setzten“, erklärt Khawaja den Hintergrund der Spende. Wichtig war dem Vorsitzenden außerdem zu betonen, dass die Gemeinde sich klar von Terroristen, die den Glauben radikal ausleben und den Islam missbrauchen, distanziert.

„Wir sind eine offene und tolerante Gemeinde, die solche Kriminelle verurteilt“, so Khawaja. Erster Stadtrat Wolfgang Schupp zeigte sich begeistert von dem Engagement der islamischen Sondergemeinschaft. „Zu einem friedvollen Miteinander gehört die Toleranz anderer Religionen und kein Hass“, so Schupp. Das Motto der Gemeinde „Frieden für alle, Hass für keinen“ lasse sich als Motto auch auf Dieburg übertragen.

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