Premiere am Fastnachtshimmel

Erste Damensitzung in Römerhalle ein voller Erfolg

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Prinzessin sein – wenn auch nur für eine Nacht: Das erlebten diese Damen in der Römerhalle.

Dieburg - Ballkleid an, Krönchen auf, Party machen! In dieser Reihenfolge stürmten 400 Prinzessinnen am Freitagabend die Römerhalle, um, bisweilen undamenhaft frivol, eine Party der Superlative zu feiern. Dieburgs erste Mädelssitzung schlug ein wie eine Granate. Von Ursula Friedrich 

Unter dem Motto „Prinzessin für eine Nacht“ feierten die Gefolgsdamen eines neuen Gestirns am Fastnachtshimmel bis in die Puppen. Anja Schlipf, Bettina Oberhuber und Patrick Liste verbindet die Liebe zur Fastnacht - und der Mut, konservative Konzepte über Bord zu werfen. Im Sommer war die Idee zur närrischen Mädelssitzung geboren, sechs Monate später zündete das Dreigestirn eine Rakete.

Narhallamarsch, Büttenreden und Schunkellieder hatten abgedankt. Stattdessen war das über vierstündige Programm gespickt mit „heißen“ Nummern, die das in Tüll gewandete Publikum von den Stühlen riss. Bereits die Ausstellung luststeigernder Spielzeuge im Foyer ließ durchblicken, dass hüllenlos, ohne Tabus gefeiert würde. Mit Patrick Himmels Schlagerpotpourri legte das Narrenschiff ab. Man tanzte, klatschte und sang im Chor mit dem stimmbegnadeten Schwiegermuttertraum.

In dichter Folge wirbelten ein Männerballett, der tortensüchtige Travestiestar Olga Orange (Thomas Rau) und Groß-Umstadts „Rote Teufel“ über die Bühnenbretter. Trotz anfänglicher Indizien blieben Textilien an Ort und Stelle. Unter die Gürtellinie ging es nur verbal, etwa wenn Moderator Patrick Liste, der sich in Sketchen mit Anja Schlipf den Ball zuwarf, aus dem Nähkästchen plauderte. In einem rosafarbenen Tülltraum brillierte er als perfekte Conchita-Wurst-Kopie.

Archivbilder

Fastnachtsumzug durch Dieburg

Bettina Oberhuber, sportliches Element des närrischen Dreigestirns, hatte für die Show eigens ein Projektensemble tanzbegeisterter Männer (Betty´s Boys) rekrutiert. Kurzum: Der Aufwand war immens und ob es 2017 eine Neuauflage gibt, ist ungewiss. „Wir wollten eine Alternative zu den üblichen Sitzungen bieten, abgestimmt auf die ,Jungen Wilden´“, so Anja Schlipf. Das Konzept ging auf. Nach zwei Tagen waren die Tickets ausverkauft. Die Mädels boten ein spektakuläres Publikum, das ohne die heimischen „Prinzen“ als Ballast am Bein, sogar noch besser feiern kann.

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