Hunderte bejubeln Dieburgs neue Tollitäten: 

Prinzessin Sabine I. und Prinz Thilo I. regieren die Stadt

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Endlich ist es soweit: Prinzessin Sabine I. (Sabine Enders), Grand Knallköpp de Baronees’ Äla Fanfar’ de la Schmeerkees und Prinz Thilo I. (Thilo Falk), Öl-Baron vum Sprit-Zapfhahn aus dem Äla-Fetzer-Clan, winken ihrem närrischen Volk zu.

Dieburg - Sie sind das 67. Prinzenpaar der Stadt: Seit gestern regieren Prinzessin Sabine I. (Sabine Enders), Grand Knallköpp de Baronees’ Äla Fanfar’ de la Schmeerkees und Prinz Thilo I. (Thilo Falk), Öl-Baron vom Sprit-Zapfhahn aus dem Äla-Fetzer-Clan, über das Narrenvolk Dieburgs. Von Lisa Hager

Im zivilen Alltag trennen das neue Dieburger Prinzenpaar 2163 Meter Luftlinie – die Strecke wurde mit der neuen KVD-Drohne amtlich vermessen. Bis Aschermittwoch werden es wohl nur einige Zentimeter sein, die sie Abstand halten: Bis dahin schreiten Sabine I. und Thilo I. gemeinsam durchs hoheitliche Leben. Dabei können sie auf ihre gemeinsame Schuhgröße von 82 zurückgreifen, wie Jürgen Schaarvogel bei der Begrüßung am Bahnhof sagte. Er verstand es routiniert, die Spannung auf den Siedepunkt zu bringen, bis sich unter lautem Jubel die Bahnhofstüren öffneten.

KVD-Präsident Friedel Enders ging bei der festlichen Proklamation auf der Treppe von Schloss Fechenbach dann etwas näher ins Detail. Weil der Prinz sowieso nicht fliegen könne, habe man gleich hinten das „e“ weggelassen, sagte er. Nicht ohne Grund aber würde sich sein Nachname auf „Schalk“ reimen. Kurioserweise ist der Prinz mit einer geborenen Falck verheiratet – allerdings mit einem zusätzlichen „c“.

Als Fastnachter haut er bei den Äla-Fetzern ordentlich auf seine „Deiwelsgeije“. Für Temperament in seinen Genen sorgt außerdem viel „Super-Sprit“, weshalb er auch eine Tankstelle in Kleinheubach betreibe. Um die Gesundheit des Blaubluts habe man im KVD-Vorstand allerdings fürchten müssen. Er spiele ja nicht nur bei der Hassia Fußball, sondern sei vor zwei, drei Wochen auch noch zum Skifahren aufgebrochen. „Was hämer gezittert, ihr glaubt es mir nicht, dass der sich bis heit soi Haxe nit bricht“, plauderte der Präsident aus dem Nähkästchen. Es sei aber alles gut gegangen, der Prinz stehe sicher auf seinen zwei Beinen. Diese stärkt er zudem des öfteren mit deftigen Fleischgerichten in der „Stoawäijer Stubb“.

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Fastnachtsumzug durch Dieburg

An die Prinzessin muss sich Enders nicht erst lange gewöhnen, denn „des sag ich eich aa, sie haaßt vorne unn hinne gonz genaa wie moi Fraa.“ Allerdings stammt die süße Hoheit aus einem anderen „Ennersche Reich“. Enders heißen in Dieburg bekanntlich „viele Leit, sagt ner Schmeerkees zu ihr, waaß jeder Bescheid“, reimte Enders.

Mit ihrer Mama verbindet die Prinzessin viel, zum Beispiel auch das Schwärmen für die Eintracht. Der Drang zur Fastnacht lässt sich auch daran ablesen, dass ihr Eintracht-Fan-Club „Äla-Adler“ heißt. Gemeinsam mit ihrem Freund aus Groß-Zimmern musiziert sie im Dieburger Fanfarenzug. „Wenn sie die Fanfare lässt erklinge, dudd ehrn Freund die Trummelstöck schwinge, während Mama Martina steht vorne dran, unn gibt den Takt als Stabführerin an.“

Die Prinzessin ist im Zivilberuf Krankenschwester und nebenamtlich Mitglied bei einer der ältesten Fastnachtsfußgruppen, den „Knallköpp“. Und das Grinsen des Gruppenchefs werde jetzt immer breiter, stellte der KVD-Chef fest, „ob ihr es glaubt oder nicht, das ist der Bernd Schneider“. Sowohl die „Knallköpp“ als auch die „Äla-Fetzer“ haben an diesen tollen Tagen 2016 jetzt noch einen Grund mehr feiern.

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Kinderumzug in Dieburg

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