Fastnacht in Dieburg

Thomas Lewis, der neue Herr der Züge

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Er hat das Amt des Zugmarschalls übernommen.Insgesamt muss er 5 000 Teilnehmer koordineren.

Dieburg - Sie zählen zu den absoluten Höhepunkten der Dieburger Fastnacht und zu den lokalen wie regionalen Aushängeschildern des KVD, Deutschlands größtem Karnevalverein: die beiden schillernden, teilnehmerstarken und zuschauerträchtigen Umzüge. Von Jens Dörr

Der Kinderumzug steigt am morgigen Sonntag (8. Februar), der große Umzug wie immer am Fastnachtsdienstag (17. Februar). Die Fäden der beiden Großereignisse, die zusammen allein 5 000 Teilnehmer auf die Beine bringen, laufen seit Januar bei Thomas Lewis zusammen. Er folgt als Zugmarschall auf den langjährigen „Herrn der Züge“, Rainer Hackenberg, der am Sonntag verstarb.

Hackenberg, der noch im Oktober das Zuggruppen-Treffen im KVD-Zeughaus geleitet hatte, konnte die wichtige Aufgabe wenige Wochen später krankheitsbedingt nicht mehr erfüllen. Der Karnevalverein kam daher auf Lewis zu, der seit dem 6. Januar in der Verantwortung für die beiden närrischen Lindwürmer steht. Der Dieburger ist kein unerfahrener Fastnachter, tanzt zum Beispiel beim Heihupper-Männerballett auf den Sitzungen mit. Der Leiter des Dieburger Standorts eines Berliner Logistikunternehmens beweist beim KVD darüber hinaus schon seit mehreren Jahren planerisches Geschick: Seit 2008 teilt er den Elferrat für die Sitzungen ein. „Beim KVD hat man gesehen, dass ich organisieren kann“, sagt Lewis selbstbewusst und arbeitet in diesen Tagen mit Elan daran, dass Teilnehmer und Zuschauer der beiden Umzüge nicht merken, dass der neue Zugmarschall recht kurz vor den tollen Tagen gestartet ist.

Lewis sammelte in der jüngeren Vergangenheit allerdings bereits Erfahrung rund um die Organisation der Umzüge, unterstützte in den vergangenen drei Jahren Hackenbergs akribische Arbeit. Und versteht sich als Teamplayer: „Es gibt viele Gremien und Personen, mit denen ich vor und während der Umzüge zusammenarbeite“, stellt der neue Zugmarschall heraus. So könne er sich etwa auf die Dienste der Zugordner, zum Beispiel der Gondolf-Zwillinge, ebenso verlassen wie auf den Zuggruppen-Ausschuss, dem etwa Gudrun Leinweber und Astrid Stork angehören.

Dieser siebenköpfige Ausschuss, der den Dieburger Fastnachtsgruppen besonders mit Blick auf die Umzüge Gehör verschaffen soll, gehe auf eine Idee des verstorbenen Hans Klein zurück, erläutert Lewis. Bei Sicherheitsaspekten ist ihm unter anderem Bernd Schneider eine bedeutende Hilfe, während sich Gunter Fries um die Toiletten kümmert. Jochen Hammer organisiert alljährlich die Fahrer für die KVD-Wagen, so den Elferrats- und den Tollitäten-Wagen. In weiteren Angelegenheiten sind auch Thomas Albert und Hans-Günter Weißbäcker wichtige Unterstützer - was noch längst keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Umzug durch Dieburg 2014

Umzug durch Dieburg

Als großes Team also bringen Lewis und Co. in diesem Jahr die beiden Umzüge auf Dieburgs Straßen. Für den Kinderumzug sind 2 000 Teilnehmer in 51 Nummern angemeldet, für den großen Umzug 3000 Teilnehmer in 111 Gruppen. Drei vertraute Gruppen, die zu den „Stammläufern“ am Fastnachtsdienstag gehörten, pausieren in diesem Jahr. Mit der Gruppe „Die Jäschermaster“ gibt es einen Debütanten. Mit Blick aufs Lokalgeschehen werde in den Gruppen des großen Umzugs etwa die Schließung der Geburtshilfe am Krankenhaus St. Rochus sowie das schwierige Fahrwasser der Dieburger Schlossgartenfests thematisiert, verrät Lewis. Und nennt noch den – quantitativen – Spitzenreiter der diesjährigen Umzugsnarretei: Die Gutenbergschule stellt beim Kinderumzug mit 200 Teilnehmern die größte aller Gruppen.

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