Karnevalverein hat im dritten Anlauf erstmals Glück

„Laafe, winke, Äla kreische“

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Das (Ex-)Prinzenpaar Sabine I. und Thilo I. (Sabine Enders und Thilo Falk), das im Februar witterungsbedingt auf den großen Dieburger Umzug verzichten musste, erhielt mit dem Miniumzug am Freitagabend eine gesonderte Ehrung.

Dieburg - Die Premiere 2014 vermasselte der Regen, im vergangenen Jahr trübten die Terroranschläge von Paris die Feierlaune. In diesem Jahr lief alles glatt – und es blieb sogar trocken. Von Jens Dörr

Die „Äla-Meile“ des Karnevalvereins, auf der sich in Dieburgs Innenstadt binnen nicht exakt vermessener 333 Meter mehrere Kneipen zur gebührenden Einleitung der neuen Fastnachtskampagne befinden, ist an sich zwar nichts ganz Neues mehr. Zum dritten Mal nach 2014 und 2015 starteten Dieburgs Narren auf diese Weise in die neue Saison. Und doch war diesmal einiges anders – und besser.

Denn der KVD hatte erstmals Glück mit den äußeren Umständen. Die Premiere 2014 vermasselte der Regen, obgleich man schon damals spürte, mit dem neuen Format – anstelle eines „Äla-Uffweck-Owends“ – einen guten Griff gemacht haben könnte. Die Eröffnung am Fastnachtsbrunnen fiel vor zwei Jahren wegen der Schauer aber noch in eher kleinem Rahmen aus. Im vergangenen Jahr kam es einen Tag vor der „Äla-Meile“ zu den Terroranschlägen in Paris. Vielen Fastnachtern – selbst der damaligen Prinzessin – verging da nachvollziehbar die Lust auf einen ausgelassenen Abend bei Schlagern und Schunkelei.

Diesmal schient Petrus mit Dauerregen bis in den Nachmittag hinein erneut einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen. Schon am Vormittag prognostizierte KVD-Präsident Friedel Enders allerdings auf der Feier zum 111-jährigen Bestehen des Dieburger Amtsgerichts (wir berichteten), spätestens ab 17 Uhr werde alles trocken bleiben. Was auch so war – und wettertechnisch den Weg zur bisher besten „Äla-Meile“ ebnete.

Für die hatte sich der KVD mit einem der Eröffnung vorangestellten Miniumzug unter dem Motto „Laafe, winke, Äla kreische“ etwas Neues einfallen lassen. „Das ist ein Gag“, meinte Enders. „Wir wollten mal gucken, ob unsere Gruppen das noch können“, fügte er augenzwinkernd hinzu und spielte damit auf den wegen des Sturms und Regens ausgefallenen Umzug im Februar an. Zudem habe man „dem Prinzenpaar noch einmal die Ehre erweisen“ wollen. „Regen hatten die beiden in diesem Jahr genug“, sagte Enders. Tatsächlich mussten Prinz Thilo I. (Thilo Falk) und Prinzessin Sabine I. (Sabine Enders) nicht nur schlucken, dass der große Umzug am Fastnachtsdienstag ersatzlos gestrichen wurde; auch beim „Tag der Sachsen“, zu dem sie als Dieburger Tollitäten mit dem Landkreis reisen durften, gehörte der Regenschirm zum Standard. Daran erinnerten die beiden auch in ihrer Prinzenrede nach dem kleinen Umzug.

Der führte von der Römerhalle aus durch die Zentturmstraße, die Weißturmstraße und die Schlossergasse um den Marktplatz herum zum Vorplatz der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul. Dort sorgte die Pfarrgemeinde für ein mächtiges Flutlicht und Wolfgang Dörr, Jürgen Schaarvogel sowie Friedel Enders führten von einem Anhänger der Schlepperschrauber herab durch den offiziellen Teil.

Bilder: „3. Äla-Meile“ in Dieburg

Am Umzug nahmen etwa 300 Menschen teil, was Enders als ordentliche Zahl einstufte. Unter ihnen waren Vertreter aus etwa 20 Fußgruppen, dazu das (Ex-)Prinzenpaar, das Gunkespaar, das Kinderprinzenpaar, die stark vertretene Prinzengarde, die Katholische Kirchenmusik Klein-Zimmern, der Dieburger Musikverein St. Peter und Paul sowie der Fanfarenzug Ronneburg. Die Ronneburger sollten später noch für ihre 44-malige Teilnahme am Dieburger Umzug geehrt werden.

Die Teilnehmer des Miniumzugs riefen ihr „Äla“ auf ihrem Kurztrip zwar meist ins Leere, da nur zu Beginn der Strecke sowie am „Hopfensack“ kleine Gruppen von Zuschauern warteten. Dennoch meinte Enders vis-à-vis der Kirche: „Vielleicht behalten wir das bei.“ Als Reaktion erntete er freundlichen Applaus der Narren, die am Ende ihrer kleinen Runde von etwa 100 weiteren Fastnachtern empfangen worden waren. Rund 400 Menschen schunkelten sich so am frühen Abend warm, ehe sie sich in die Kneipen zerstreuten, wo zu späterer Stunde noch weitere Kostümierte hinzu stießen. Im „Headquarters“ sorgten Die Jungen Gersprenztaler für den richtigen Ton, im „M22“ Heiko Elger und Co. (Gunkes Rockt!).

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