Fest der Gustav-Heinemann-Schule

Viele Stürme überstanden

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Bunte Nase, weißer Kittel: Auch die Clown-Doktoren bereicherten das Schulfest der Gustav-Heinemann-Schule.

Dieburg - Schule bedeutet nicht nur pauken und zuhören. Beim Schulfest der Gustav-Heinemann-Schule (GHS), an der Kinder und Jugendliche mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen unterrichtet werden, wurde das eindrucksvoll bewiesen. Disko, Hüpfburg und viel Musik warteten auf die zahlreichen Besucher. Von Michael Just 

„Eigentlich bin ich mit einer Kapitänsmütze unterwegs, da der Schulchor ein Lied über die Seefahrt gesungen hat. Dann haben mir aber die Clowns eine rote Nase aufgesetzt“, erzählt Helma Hirth, die Schulleiterin der Gustav-Heinemann-Schule. Die gute Stimmung am Wochenende war auf das Schulfest zurückzuführen, das für viel Spaß und Geselligkeit bei den 105 Schülern mit Förderbedarf in geistiger Entwicklung sowie deren Familien sorgte. Es gab reichlich zu essen und zu trinken, Disco und Hüpfburg, Vorführungen, eine Button-Maschine oder die Möglichkeit, auf einem Parcours die neuen Schulfahrzeuge auszuprobieren. Mit der Verpflichtung der Clown-Doktoren vereinte der Fördervein erneut ein großes Lob auf sich.

Dem Stück des Schulchors „Unsere Schule hat keine Segel“ maß die Schulleiterin große Bedeutung bei. Die umgemünzte Version lobte, dass die GHS, ganz ohne Segel und Anker, schon so manchen Sturm bewältigte. Zum anderen wies der Auftritt auf die anstehende Kooperation mit der Gutenbergschule hin. Hier will man zukünftig musikalisch viele Dinge gemeinsam angehen.

In einem anderen Bereich wird die Entwicklung der GHS noch deutlicher sichtbar: In den nächste Monaten wird man von 105 auf 120 Schüler wachsen. Das verlangt die Umgestaltung eines Therapie- zum Klassenraums. „Seit 30 Jahren wächst unsere Schule in kleinen Schritten“, weiß Hirth. Die Gründe dafür vermutet die Schulleiterin darin, das der medizinische Fortschritt Krankgeborenen ein längeres Leben ermöglicht. Zum anderen werde das gute Förderangebot der GHS verstärkt nachgefragt. Damit schwimmt die Schule ohne Absicht fast ein wenig gegen den Trend der Inklusion, die nach integrierten Konzepten für behinderte und nicht behinderte Schüler sucht. „Die Entwicklung ist da, auch wenn sie auf diese Weise nicht ganz in unserem Sinne ist“, so Hirth.

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