Asylkreis bietet unterschiedlichste Möglichkeiten an

Flüchtlinge mit einer Patenschaft unterstützen

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Die Flyer und Fragebögen zum Paten-Projekt sind in der Stadtbibliothek (Bild) und im Rathaus zu finden.

Dieburg - Die Flüchtlinge beim Einleben zu unterstützen, das hat sich der Asylkreis Dieburg, zu dem inzwischen 58 Engagierte zählen, zur Aufgabe gemacht. Von Laura Hombach

Interessierten Bürgern, die sich ebenfalls für die Flüchtlinge einsetzen wollen, macht der Asylkreis nun das Angebot, als Paten aktiv zu werden. Pate kann dabei werden, wer Zeit in die Betreuung von Flüchtlingen investieren, aber auch wer einen Flüchtling gezielt mit einer Spende versorgen will, die er dringend benötigt. Erstere bezeichnet der Asylkreis als Kontaktpaten, zweitere als Paten für Praktisches und Nützliches.

Bei den Kontaktpaten reichen die Möglichkeiten zum Engagement dabei von der Begleitung zu Terminen, Fahrdiensten, Freizeitunternehmungen, bis etwa zur Unterstützung bei der Suche nach einer Arbeitsstelle. Die Patenschaft kann dabei für eine bestimmte Tätigkeit, für einen bestimmten Flüchtling oder auch für eine Familie übernommen werden. Selbstredend sind dabei auch Leute mit Fremdsprachenkenntnissen für Übersetzungstätigkeiten gern gesehen.

Um sich die verschiedensten Einsatzgebiete der Paten besser vorstellen zu können, hat ein speziell dafür gebildeter Paten-Arbeitskreis innerhalb des Asylkreises einen Fragebogen erarbeitet. Auf ihm können Interessenten ankreuzen, welche Tätigkeiten sie sich im Rahmen ihrer Patenschaft vorstellen könnten. Dabei kann der potenzielle Pate auch angeben, wie viel Zeit er investieren kann. Und auch diejenigen, die nur wenig Zeit haben, aber gerne aktiv werden möchten, sollten sich nicht scheuen, beim Patenprojekt des Asylkreises dabei zu sein.

„Es reicht schon eine Stunde im Monat“, erklärt Brigitte Bauß vom Paten-Arbeitskreis bei einem Pressetermin. „Schon die geringste Zeit ist mehr als nichts“, macht Bürgermeister Dr. Werner Thomas, der beim Termin ebenfalls anwesend ist, Mut zum Mitmachen. Das Schöne an dem Projekt sei, dass damit den Menschen, die helfen wollen, ein niederschwelliges Angebot gemacht werde. Interessenten sollten sich dabei auch nicht vor der Sprachbarriere scheuen. „Man verständigt sich mit Händen und Füßen und es endet dann meist in Gelächter“, schildert Carola Gräff vom Paten-Arbeitskreis ihre Erfahrungen.

Die Patenangebote werden zunächst in einer Datei zusammengefasst, auf die zugegriffen wird, wenn Anfragen von Flüchtlingen kommen. Vor dem Einsatz wird mit den potenziellen Paten noch einmal Rücksprache gehalten, ob es auch gerade passt, erklärt Bauß das Prozedere.

Wer die Flüchtlinge gerne gezielt unterstützen möchte, ohne sich dabei mit seiner Zeit einzubringen, dem bietet die Patenschaft für Praktisches und Nützliches die Möglichkeit zum konkreten Engagement. Hier geht es darum, mit seiner Patenschaft dafür zu sorgen, einem Flüchtling wichtige Gegenstände des täglichen Bedarfs zu finanzieren. Das kann ein Schulranzen sein oder etwa die Bereitschaft, eine Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel zu bezahlen. Ob der Pate seine Spende persönlich überreichen will und ob daraus ein engerer Kontakt entsteht, kann der Pate dabei selbst entscheiden.

Haben sich genügend Interessenten für die Patenschaften gefunden, soll ein erstes gemeinsames Treffen zu Information und Austausch angeboten werden. Zudem ist geplant, die Paten durch einen kleinen Newsletter auf dem Laufenden zu halten und regelmäßige Patentreffen zu organisieren.

Wer Pate werden möchte, findet die Flyer und Fragebögen des Asylkreises im Rathaus und der Stadtbibliothek. Die ausgefüllten Unterlagen - wer möchte, kann auch zunächst einmal nur den Flyer mit Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer versehen abgeben - können dort auch wieder abgegeben werden. Auch über die Homepage des Asylkreises www.dieburg.netzwerk-asyl.net ist die Kontaktaufnahme möglich.

Wer sich zunächst einmal zwanglos mit dem Asylkreis bekannt machen möchte, ist am Samstag, 12. Dezember, von 15 bis 18 Uhr zum Begegnungscafé in den Nordring 37A eingeladen. Bürger und Flüchtlinge kommen hier zum Kennenlernen zusammen. Kaffee und Tee werden gestellt, Kleinigkeiten zu Essen können die Besucher selbst mitbringen.

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