48 Plätze in Räumen des St. Rochus Krankenhauses

Flüchtlingskinder im Schwesternwohnheim

Dieburg - Vor einigen Monaten wurde bekannt, dass das Klinikum Darmstadt, zu dem das St. Rochus Krankenhaus inzwischen gehört, eine leerstehende Station für die medizinische Behandlung von Flüchtlingen wieder eröffnet hat. Von Lisa Hager

Seit Jahren ist das früher vom Bistum Mainz betriebene Krankenhaus in wirtschaftlicher Schieflage. Seit Oktober vergangenen Jahres hat das Klinikum fürs Rochus ein sogenanntes Schutzschirmverfahren eingeleitet, was so viel wie Insolvenz in Eigenveranwortung bedeutet. Unterm Schutzschirm können dann Maßnahmen ergriffen werden, die eine Zahlungsunfähigkeit vermeiden sollen. Kein Wunder also, dass sich die Stadt Darmstadt als Betreiber des Klinikums und damit des St. Rochus nach neuer Nutzung umschaut – und in der gegenwärtigen Lage ist es auch kein Wunder, dass das Belegung mit Flüchtlingen bedeutet.

Darmstadt will einen Teil des ehemaligen Schwesternwohnheims als Unterkunft für unbegleitete Minderjährige nutzen. Der Umbau ist bereits im Gange. Auf vier Etagen soll es jeweils eine Wohngruppe à zehn Jugendliche geben. Dazu kommen acht Notfallplätze. Jedes Zimmer des Wohnheims ist mit eigener Toilette und Nasszelle ausgestattet – also ideale Bedingungen.

Die Betreuung der Jugendlichen, die nach ihrer Flucht ohne Eltern oder erwachsene Begleiter hier ankommen, soll das St. Josephshaus (Klein-Zimmern) übernehmen. Der geschäftsführende Heimleiter Markus Pelz bestätigt diese Pläne auf Anfrage des DA. Man sei mit dem Jugendamt im Gespräch („Die Kooperationsabsicht ist da“). Allerdings sei noch nichts in trockenen Tüchern. „Es geht vor allem darum, das notwendige Betreuungspersonal zu finden“, sagt er. Zudem müssten noch die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden, die Frage geklärt werden, wer die für die Umbaumaßnahmen notwendigen Investitionen trage. Zum dritten fehle noch der entsprechende Vorstandsbeschluss seiner eigenen Einrichtung. „Aber mit einer Sicherheit von 80 Prozent werden wir das wohl machen, da wir die Erfahrung haben“, sagt Pelz.

Das St. Josephshaus betreut im Kettelerhaus in Dieburg bereits seit längerer Zeit eine Wohngruppe mit derzeit elf minderjährigen Flüchtlingen. Dazu kam im Dezember eine weitere Gruppe von 14 Jugendlichen im Kapuzinerkloster. Wenn sich die Beteiligten einigen, könnten im Frühsommer die ersten jugendlichen Flüchtlinge ins Wohnheim in der Kratzengasse einziehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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