Brunnen fürs Museum

„Fontana romana“ im Bau

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Bildhauer Richard Löbig zeigt den Sandstein zum Brunnenmodell. Demnächst wird er einen Gipsabguss anfertigen.

Dieburg - Eine Art „Fontana di Trevi“ wird es sicher nicht werden, aber römische Reminiszenzen soll das neueste Projekt des Vereins der Freunde und Förderer des Museums Schloss Fechenbach schon bekommen. Allerdings natürlich – der Dieburger Geschichte entsprechend – historische. Von Lisa Hager 

Der Dieburger Restaurator und Bildhauer Richard Löbig – er hat die Jupitersäulen-Nachbildung am Römerkreisel gestaltet – ist schon dabei, das Modell in die Realität umzusetzen. Aus rotem Main-Sandstein aus Miltenberg wird der Brunnen gestaltet. „Aus dem oberen Becken ergießt sich das Wasser wie in einem Vorhang ins untere Becken, das ebenerdig aufliegt“, beschreibt Löbig das 1:1-Modell, das in seiner Werkstatt in der Fabrikstraße steht. Der Brunnen wird rund drei Meter breit und etwa 2,50 Meter hoch.

Demnächst fertigt Löbig ein Tonmodell an, von dem er einen Gipsabguss herstellen wird. Dann kann man sich die Wirkung des künftigen Brunnens, der den Bereich zwischen Schloss und jetzigem Parkplatz aufwerten soll, besser vorstellen. „Er ist einem römischen Brunnen nachempfunden“, sagt Löbig. Das Haupt werden drei Gesichter bilden, die römischen Theatermasken nachempfunden sind. Fertig wird die Anlage wohl erst im kommenden Jahr werden. Die Stadt wird mit der Vorbereitung der sogenannten „Brunnenstube“ und des Schachts, dem Wasseranschluss (Pumpe, Rohre) finanziell für die Technik sorgen. Diese Arbeiten übernehmen Mitarbeiter des Bauhofs. Sie haben schon beim Römerkreisel für den fachmännischen Aufbau gesorgt.

Die Kosten des Brunnens – außer dem Anteil, den die Stadt übernimmt – schätzt der Förderverein auf 30.000 Euro. „Wir haben dafür über Jahre angespart“, sagt die Vorsitzende Christine Klostermann. Auch das Umfeld des Brunnens wolle man danach noch mit Bänken und Anpflanzungen ausstatten. Dafür sind Sponsoren natürlich hoch willkommen. „Wir wollen, dass das Ensemble ein Ort zum Ausruhen und Nachdenken wird“, sagt Klostermann. „Gerade auch für Besucher, die aus dem Museum kommen und das Gesehene noch mal Revue passieren lassen.“

Mehr Werbung nötig?

Nach zehn Jahren Förderverein ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Rund 80.000 Euro haben die Museumsfreunde bislang der Einrichtung für Aktionen, Anschaffungen und Ausstellungen zur Verfügung gestellt. Das Geld kommt aus Mitgliedsbeiträgen – er ist mit 60 Euro im Jahr sehr moderat – , Spenden und Erlösen aus Veranstaltungen.

Was halten die engagierten Museumsfreunde von der derzeitigen Vermarktungsstrategie des für acht Millionen Euro an- und umgebauten Museums? „Man könnte es wesentlich besser vermarkten“, meinen Vorsitzende Christine Klostermann und ihr Stellvertreter Klaus Rüth übereinstimmend. Von auswärtigen Besuchern hören sie immer wieder, wie toll sie das Museum finden. „Die sind erstaunt, dass es so was bei uns gibt“, sagt Rüth. „Seitens der Stadt müsste aber mehr Werbung gemacht werden“, ist er überzeugt. Beispielsweise würde an den Ortseingängen kein einziges Schild auf diese touristische Attraktion Dieburgs aufmerksam machen.

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