In nur vier Minuten bereit zum Einsatz

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Freiwillige Feuerwehr Dieburg zieht Bilanz und wählt ihr Leitungsteam neu. Ab in die Zukunft...der neue Feuerwehrausschuss mit Stadtbrandinspektor Sven Weyrauch an der Spitze (rechts im Bild) wird in den kommenden drei Jahren die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr leiten.

Dieburg - 136 Mal rückten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr im Vorjahr aus. 29 Brandeinsätze und 68 Hilfeleistungen schlagen in der Bilanz von Stadtbrandinspektor Sven Weyrauch zu Buche. Die 39 Fehlalarme sind allerdings ärgerlich. Von Ursula Friedrich 

Auf 2664 Personalstunden summiert sich der Einsatz der Feuerwehrmänner und -frauen im Vorjahr.

Immerhin: Weyrauch verzeichnete bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr im Stützpunkt „Am Altstädter See“ einen leichten Rückgang der Einsätze, denn im „Unwetterjahr 2013“ mussten die Kameraden 143 Mal ausrücken, in 2010 sogar 192 Mal. Das Tempo der Dieburger Einsatztruppe kann sich sehen lassen, „die durchschnittliche Ausrückzeit betrug vier Minuten“, bescheinigt Sven Weyrauch der Mannschaft.

Während andere Kommunen tagsüber um die Einsatzstärke ihrer Feuerwehren fürchten (viele Kameraden sind dann beruflich auswärts gebunden), herrscht in Dieburg kein Mangel. Mit rund einem Drittel der 74 Kameraden war Sven Weyrauch auch vor wenigen Tagen bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B 45 zur Stelle, bei dem eine Fahrzeuginsassin eingeklemmt war. Für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst habe sich der herbeieilende Notarzt in einem Schreiben nochmals bedankt, sagte Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Der oberste Dienstherr der Feuerwehr musste an diesem Abend durchaus Kritik mitnehmen.

Die Fahrzeugflotte der Feuerwehr kommt in die Jahre, die Erstzulassung zweier Tanklöschfahrzeuge (TLF) datiert noch in die 80er Jahre zurück. Der Getriebeschaden eines solchen Oldies führte bereits 2013 zu einem neunwöchigen Ausfall - Ersatzteile werden rar.

Trotz eindringlicher Bitte des Stadtbrandinspektors um Ersatzbeschaffung für den alten LF 16 sei beim zuständigen Brandschutzamt keine Meldung durch die Stadt erfolgt. So sei wegen der Bestellfristen und dem für 2015 fehlenden Landeszuschuss nicht vor 2017 mit einer Ersatzbeschaffung zu rechnen, klagte Weyrauch. Auch die bereits im November 2013 vom Magistrat beschlossene Ermittlung des Sanierungsbedarfs am Feuerwehr-Stützpunkt blieb bislang ohne Ergebnis.

Trotz einer Personalstärke von 74 Einsatzkräften (ein Minus von fünf Kameraden) in 2014 gelte es, Nachwuchs zu werben. Eine Säule ist hier die Zukunftsschmiede Jugendfeuerwehr, die derzeit 36 Mitglieder zählt. Mit 69 Männern und fünf Frauen ist die Arbeit der Floriansjünger zwar nach wie überwiegend Männersache, doch auch in der Jugendwehr sind Mädchen auf dem Vormarsch. In der Alters- und Ehrenabteilung sind rund 20 Kameraden aktiv. Weitere Zahlen des Vorjahres: In gut 3 900 Stunden bildeten sich die aktiven Kräfte im Vorjahr fort - 43 Ausbildungstermine wurden angeboten. Mit 4 600 Euro unterstütze der über 900-Mitglieder starke Förderverein Freiwillige Feuerwehr die Ausrüstungsbeschaffung der Kameraden.

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Bei den anschließenden Neuwahlen des Feuerwehrausschusses und des Vereinsvorstands wurde erstmals das Amt des Stadtbrandinspektors vom Vereinssitz gelöst. Sven Weyrauch wurde erneut zum Stadtbrandinspektor gewählt, sein Stellvertreter heißt Heiko Hara. Zum Feuerwehrausschusssprecher wurde Klaus Weber gewählt, neuer Stadtjugendfeuerwehrwart wurde Florian Schledt, Reinhold Bormuth vertritt die Alters- und Ehrenabteilung und Markus Haas, Sebastian Habicht, Sascha Hippich und Christian Resch die Einsatzabteilung in diesem Gremium. Neuer Vereinschef für die kommenden drei Jahre ist Erik Marx, sein Stellvertreter Nils Weber. In weitere Ämter wurden gewählt: Stefanie Löw (erste Schriftführerin), Steffen Acker (zweiter Schriftführer), Tim Beilstein (Kassenwesen), Johannes Weiß (Öffentlichkeitsarbeit), Florian Feick und Martin Knapp fungieren als Beisitzer.

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